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 AN vom 15. Dez. 2018
Große Auszeichnung für fleißige Ehrenamtler
 

Die Galerie der Ehrenamtspreisträger der Gemeinde Gangelt, die das Forum des Rathauses schmückt, wurde in diesem Jahr um zwei Bilder ergänzt. Bürgermeister Bernhard Tholen nahm die Verleihung des Ehrenamtspreises im Rahmen der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres vor.

Zahlreiche Besucher waren zur Verleihung gekommen. Dank der guten Vorbereitung der Preisverleihung waren nicht nur die Trophäen zur Übergabe bereitgestellt, sondern auch die beiden Bilder der Preisträger gerahmt, so dass sie direkt in die Galerie eingereiht werden konnten.

Bernhard Tholen: „In unserer heutigen Zeit vergessen wir oft, dass wir die wichtigsten Dinge im Leben nicht kaufen können, nämlich Liebe, Gesundheit, Familie, Freundschaft und das Ehrenamt. Menschen, die ein Ehrenamt ausüben, bereichern unser Leben in den unterschiedlichsten Bereichen. Sie setzen sich ein für arme und schwache Menschen, für Kinder, für unsere Natur, für unser soziales und kulturelles Leben, ja, manche setzen sogar ihr eigenes Leben ein, um unseres zu retten – denkt man zum Beispiel an die Feuerwehr. Sie machen unser Leben lebens- und liebenswert und verlangen dafür nichts.“

Obwohl ein Ehrenamt eine verantwortungsvolle Aufgabe sei, bereite es aber auch ein gutes Gefühl, jemandem geholfen zu haben und seinen Mitmenschen das Leben ein bisschen einfacher und schöner zu machen. Tholen: „Das Ehrenamt ist eine Einstellung zum Leben und sagt viel über den Menschen aus, der es ausübt.“

Als ersten von zwei Ehrenamtspreisträgern des Jahres 2018 ehrte Bürgermeister Tholen die Mitarbeiterinnen der Kleiderkammer der Gemeinde Gangelt. Die Kleiderkammer habe einen großen Raum unten im Rathaus, dort bekomme jeder Bedürftige Kleider und Wäsche. Dort würden die Kleiderspenden angenommen, sortiert, gefaltet und eingeräumt.

Erinnerung an die Anfänge

In seiner Laudatio erinnerte der Bürgermeister an die Anfänge der Kleiderkammer, die am 6. April 1992 ihre Arbeit im alten Realschulgebäude aufgenommen habe. Fast zeitgleich habe eine große Flüchtlingswelle eingesetzt, und wegen der vielen neuen Asylbewerber hätten die Mitarbeiter der Kleiderkammer viel zu tun bekommen. Im Jahr 2000 sei der Umzug ins Rathaus erfolgt. Tholen: „Die Kleiderkammer sah schnell aus wie ein kleines Bekleidungsgeschäft mit Regalen, Ständern und Tischen.“

Ab Mitte 2015 sei aufgrund der Flüchtlingskrise erneut ein starker Anstieg des Arbeitsaufkommens zu verzeichnen gewesen. Heute seien elf Menschen in der Kleiderkammer tätig. Maria Wilms, Maria Bierfeld und Paula Drießen seien sogar seit der Gründung mit dabei.

Als zweiten Ehrenamtspreisträger zeichnete Bürgermeister Tholen die Birgdener Initiative „Bürgerhaus und Großer Pley“ aus. Birgdens damaliger Ortsvorsteher Heinrich Aretz habe 2008 den Anstoß gegeben den Pley noch attraktiver zu gestalten. Aus vielen Vereine hätten sich Freiwillige dem Projekt unter der Leitung von Hans Ponßen angeschlossen. Alleine von April 2008 bis Dezember 2009 seien 1300 Arbeitsstunden geleistet worden.

2010 seien die Maßnahmen abgeschlossen worden.

Doch allen Freiwilligen sei klar gewesen, dass die Flächen weiterhin gepflegt werden müssten. Darum sei am 10. März 2010 die Initiative „Bürgerhaus und großer Pley“ auf Anregung von Siegfried Hermanns ins Leben gerufen worden. Seitdem würden die Bereiche rund um das Bürgerhaus sowie der Große Pley von dieser Initiative regelmäßig gepflegt und bearbeitet.

Heute bestehe die Gruppe unter dem Vorsitz von Dieter Lipperts aus 17 engagierten Bürgern aus Birgden. Nicht nur gärtnerische Arbeiten würden geleistet, sondern viele andere Projekte verwirklicht. So sei 2015 der Bereich um die Kapelle Richtung Starzend neu gestaltet worden.

Jährlich leisteten die Mitglieder der Initiative zwischen 300 und 500 Arbeitsstunden, „eine enorme Leistung.“ Bürgermeister Tholen: „Durch Ihren Einsatz und Ihr Engagement sorgen Sie dafür, dass der Große Pley mit seinem naturnahen Aussehen und seiner Gestalt erhalten bleibt und so eine Besonderheit im Kreis Heinsberg bleibt.“

Bauausschuss in Gangelt:Lärm, Staub und ein nicht gehaltenes Versprechen

Wer von Gangelt nach Schümm will, der verlässt Gangelt über die Hanxler Straße und fährt über Vinteln. Oder er biegt am Pennymarkt ab auf die Lindenstraße, nutzt den anschließenden Wirtschaftsweg, hüpft über die neue Brücke der B56n und landet an der Biogasanlage am Ortsrand von Schümm. Letztere Möglichkeit wählen wohl so viele Verkehrsteilnehmer, dass sich die indirekten Anwohner der Lindenstraße im neuen Wohngebiet Gangelt Nord IV entlang der Hermann-Josef-Claeßen-Straße dermaßen belästigt fühlen, dass sie sich an den Rat der Gemeinde Gangelt gewandt haben. Der Bauausschuss der Gemeinde nahm sich nun des Themas an, allerdings nur ganz kurz, mehr Aufmerksamkeit soll folgen, wenn das Straßenverkehrsamt des Kreises Heinsberg eine Stellungnahme abgegeben hat.

14 Einträge weist die Unterschriftenliste auf, die die Anwohner ihrem Antrag beigefügt haben. Sie verweisen auf ein erhöhtes Verkehrsaufkommen im Bereich der angrenzenden Grundstücke rückwärts zum Wirtschaftsweg Lindenstraße. Der Verkehr habe drastisch zugenommen. „Wurde uns beim Ankauf der Grundstücke noch durch die EGG der Gemeinde Gangelt zugesichert, dass hier kaum Verkehrsaufkommen herrscht, so ist dies mittlerweile ins Gegenteil umgeschlagen“, heißt es im Schreiben an den Gemeinderat.

„Ständiger Betrieb und Verkehr von Fahrzeugen jeglicher Art, Nutzung der Straße als überwiegende Verbindung zu den Ortschaften Schümm und Breberen, überhöhte Geschwindigkeiten im Bereich der anliegenden Grundstücke/Anwohner, extremer landwirtschaftlicher Verkehr mit Traktoren, Saatmaschinen und Mähdreschern, Lkw-Betrieb (...), volle Nutzung der Geschwindigkeit durch Fahrer der Landmaschinen etc., keine Rücksicht auf Anwohner“, beklagen die Antragsteller. Auch die Gefahr für Passanten und eine mangelnde Ausleuchtung der Einmündung eines Weges aus dem Wohngebiet auf die Lindenstraße auf Höhe des Mercatorpunktes werden angeführt.

Minderung der Lebensqualität

Die unterzeichnenden Anwohner beklagen zudem eine Minderung der Lebensqualität im Bereich der Gärten durch extreme Staub- und Lärmbelästigung aufgrund der viel zu schnell fahrenden Kraftfahrzeuge jeglicher Art. Die Antragsteller möchten in Zusammenarbeit mit der Gemeinde nach einer adäquaten Lösung suchen, um einerseits die Belästigung der Anwohner auf ein erträgliches Maß zurückzuführen und „andererseits die Nutzung der Straße für die anliegenden Landwirte nicht gänzlich unmöglich erscheinen zu lassen“.

Die Anwohner machen Verbesserungsvorschläge: Reduzierung der Geschwindigkeit auf zehn Stundenkilometer, Ausleuchtung des Einmündungsbereiches am Mercatorpunkt, Einbau einer Schwelle, Umleitung der hauptwirtschaftlichen Zuwegung über die Hanxler Straße und ein Runder Tisch mit ortsansässigen Landwirten zur gemeinsamen Lösungsfindung.

Den Runden Tisch griff Günther Dammers, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU, auf. Er stellte den Antrag, einen solchen Runden Tisch unter Vorsitz des Gangelter Ortsvorstehers einzurichten, wenn die Stellungnahme des Straßenverkehrsamtes des Kreises Heinsberg vorliege. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.

Einen interessanten Aspekt der rasanten Ansiedlungen rund um den Gangelter Ortskern wirft zitierter Passus im Antrag der Anwohner auf: „Wurde uns beim Ankauf der Grundstücke noch durch die EGG der Gemeinde Gangelt zugesichert, dass hier kaum Verkehrsaufkommen herrscht, so ist mittlerweile dies ins Gegenteil umgeschlagen.“ Offensichtlich prallen gerade Interessen der Alt- und Neugangelter ziemlich heftig aufeinander. Die alteingesessenen Landwirte wollen ihrem Broterwerb nachgehen, wie sie es bisher taten. Die Neu-Gangelter wollen ihre Ruhe, nicht aber den Lärm der immer größer werdenden Landmaschinen und deren Staub als Panade auf den Grillkoteletts.

Bleibt abzuwarten, ob die Gemeinde Gangelt eine Vermittlerrolle annimmt, oder ob Gangelts Ortsvorsteher Gerd Schütz auf den Spuren Salomons wandelnd den Interessen der Alt- und denen der Neubürger gerecht wird.

Lediglich mit ein paar Sätzen mehr taten es ihm die vier übrigen Fraktionen im Rat der Gemeinde Gangelt gleich. Alle stimmten dem Haushaltsplan 2019 zu und lobten die solide Arbeit des Kämmerers Gerd Dahlmanns und der Verwaltung.

Positiv wertete Karl-Heinz Milthaler, dass, obwohl 2019 kein ausgeglichener Haushalt zu erwarten sei, die Gemeinde keine Abstriche bei den Investitionen mache. Dafür seien in den letzten Jahren die nötigen Reserven geschaffen worden, die Ausgleichrücklage sei seit 2009 mehr als verdoppelt worden. Milthaler stellte fest: „Die Verwaltung hat in den vergangenen Jahren gut gearbeitet. Die CDU-Fraktion hat dazu verantwortungsbewusst zum Wohl der Bürger ihren Beitrag geleistet.“

Rainer Mansel, Fraktionsvorsitzender der SPD, konnte ebenfalls kein Haar in der Suppe finden. Es gebe einfach nichts zu kritisieren, stellte Mansel fest. So könne er auch nicht wie in anderen Kommunen üblich, als Sprecher der Opposition den Haushalt verreissen. Kein Antrag im Rat, und das gelte für alle Fraktionen, sei im vergangenenJahr aus finanziellen Gründen abgelehnt worden.

In anderen Kommunen würden Schwimmbäder geschlossen und Schulen nicht repariert, dies sei in Gangelt anders, auch wenn manche Reparatur schneller erledigt werden könnte, aber dies liege dann zumeist am Handwerkermangel. Mansel drückte seine Hoffnung aus, dass auch zukünftig ausschließlich Demokraten im Rat der Gemeinde sitzen werden, die zu einstimmigen Ratsbeschlüssen finden.

Roger Schröder, Fraktion Unabhängige Bürger, unterstrich: „In Gangelt geht es ruhiger und zielorientierter zu als in einigen Nachbarkommunen.“ Wegen der kollegialen Zusammenarbeit sei ihm keine Situation in diesem Jahr in Erinnerung geblieben, die besonders erwähnenswert sei. Wegen der vorhandenen Liquidität könne in Gangelt auch mal ein schlechtes Jahr überstanden werden. Schröder: „Kurzfristig sollte der Planverlust für 2019 uns keine Sorgen bereiten.“ Dennoch werde die Gemeinde auch weiterhin von externen wirtschaftlichen Entwicklungen abhängig sein, da sei ein Wirtschaften mit Augenmaß gefordert.

Ingrid Heim, Fraktionsvorsitzende der FDP, meinte zum Haushaltplan: „Dass unsere Gemeinde sich 2018 Schulden aufladen musste, ist eine Altlast, geschuldet einem Programm der alten rot-grünen Landesregierung und nicht dem Kämmerer Gerd Dahlmanns.“

Auch Helga Heinen, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, ging auf die unverschuldete Schuldensituation ein. De facto habe die Gemeinde Gangelt seit Jahren zum ersten Mal wieder Schulden. Heinen: „Gefühlt fallen sie aber nach Meinung der Freien Wähler nicht ins Gewicht, da es ja nur eine vorübergehende Kreditaufnahme ist, deren Summe zu 100 Prozent vom Land NRW zurückgezahlt wird. Dieses Geld aus `Gute Schule 2020´wird offensichtlich sinnvoll für die Sanierung unserer Schule ausgegeben.“ Schade sei es, dass gute Haushaltsführung durch weniger Zuweisung und höhere Kreisumlage quasi bestraft werde.

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