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Suche nach neuen Ideen geht weiter

LAG Westzipfelregion e.V. ist offen für die nächsten Projekte. Förderung über „Vital.NRW“ und ein sogenanntes „Regionalbudget“ möglich. Vom Tourismus bis zur Dorfentwicklung.

 

Westzipfelregion Die LAG Westzipfelregion e.V. hat wieder einen Aufruf für eine mögliche Unterstützung von Projektideen über das Förderprogramm „Vital.NRW“ (Fördersatz 65 Prozent) oder über das „Regionalbudget“ (Fördersatz 80 Prozent) gestartet. Die Förderprogramme richten sich an die Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Unternehmen und Kommunen der Westzipfelregion (Gangelt, Selfkant, Waldfeucht und die Stadt Heinsberg). „Projektbewerbungen können noch bis zum 31. März beim Verein eingereicht werden“, betont Julia Mulder, Regionalmanagerin der Westzipfelregion.

Ziel der beiden Förderprogramme ist die Unterstützung von Projektideen zur Gestaltung einer lebenswerten Heimat in den Handlungsfeldern Tourismus und Naherholung, Regionale Entwicklung und Nahversorgung, Demografischer Wandel sowie Mobilität und Integration.

Seit 2017 konnten laut Julia Mulder über „Vital.NRW“ bereits einige Projekte in der Westzipfelregion gefördert werden, wie zum Beispiel die Informationsplattform „westzipfel-interaktiv.de“, die Glücksplätze, die in der gesamten Westzipfelregion zu finden sind, der „Go West-Oldtimertag“ oder eine Matschanlage am naturnahen Spiel- und Erlebnisraum „An d’r Heggeströper““ in Birgden.

Das „Regionalbudget“ umfasst Kleinprojekte mit Gesamtkosten bis zu 20.000 Euro und zielt insbesondere auf Projekte im Bereich der Dorfentwicklung – etwa die Gestaltung öffentlicher Plätze, dörflicher Gemeinschaftseinrichtungen und die Verbesserung von Freizeit- und Naherholungsangeboten. Julia Mulder: „Im vergangenen Jahr konnten hierüber bereits Hinweistafeln und Ruhebänke in Saeffelen sowie die Errichtung eines Gemeinschaftsraumes im Bürgerbad in Kirchhoven gefördert werden.“

„Im vergangenen Jahr konnten hierüber bereits Hinweistafeln und Ruhebänke in Saeffelen sowie die Errichtung eines Gemeinschaftsraumes im Bürgerbad in Kirchhoven gefördert werden.“

Julia Mulder, Regionalmanagerin

Bürger, die Projektideen haben und auf der Suche nach Fördermöglichkeiten sind, können sich gerne bei Regionalmanagerin Julia Mulder unter 02456/499117 sowie Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden, um die Möglichkeiten für eine Projektbewerbung zu besprechen.

Weitere Informationen gibt es online unter www.westzipfelregion.de/verein.

Grünes Licht für eine neue Gewerbe- und Wohnfläche

Erweiterung des Wickey-Betriebsgeländes zwischen Gangelt und Mindergangelt. Wohnbebauung am Ende des „Spargelfeldes“.

 

Gangelt Die Erweiterung des Betriebsgeländes der Firma Wickey am Ortsrand von Gangelt hat der Bauausschuss der Gemeinde Gangelt einstimmig auf den Weg gebracht. Das eingeleitete Verfahren sieht die Änderung des Flächennutzungsplanes und gleichzeitige Aufstellung des Bebauungsplanes vor.

Das Plangebiet befindet sich zwischen den Ortslagen Gangelt und Mindergangelt und umfasst eine Fläche von circa 2,2 Hektar. Bereits heute wird die Fläche überwiegend als Holzlager genutzt. Die Firma stellt Spielgeräte für Kinderspielplätze her, die sie überwiegend aus Holz anfertigt. Zum Angebot gehören sogenannte Spieltürme, die mehrere Angebote wie Rutsche, Schaukel und Klettergerüst in einem Objekt, etwa einem Piratenschiff, vereinigen.

Sebastian Schütt, Stadtplaner der VDH Projektmanagement GmbH, stellte im Bauausschuss der Gemeinde das Projekt vor. Westlich des Plangebietes findet derzeit eine ackerbauliche Nutzung, im Volksmund das „Spargelfeld“ genannt, statt. Anschließend an das „Spargelfeld“ befindet sich am Ortsrand von Mindergangelt ein Grundstück, für das es bislang keine planerische Aussage gibt. 110 Meter werden zukünftig nach Erweiterung des Betriebsgeländes zwischen der Firma Wickey und Mindergangelt liegen. Das Betriebsgelände rückt mit der Erweiterung 50 Meter näher an Mindergangelt heran.

„Verwachsung“ in Ordnung?

Yannick Dietel, UB-Fraktion, fragte nach, ob dieses Heranrücken nicht eine „Verwachsung“ von Gangelt und Mindergangelt darstelle, die von der Bezirksregierung vor einigen Jahren noch kritisch gesehen worden sei. Sebastian Schütt verwies auf eine vor anderthalb Jahren getätigte Aussage der Bezirksregierung, dass eine „Verwachsung“ durch Gewerbegebiete durchaus in Ordnung sei.

Im Bebauungsplan finde man, so der Stadtplaner Sebastian Schütt, eine große graue Fläche, das Gewerbegebiet, und eine kleine rote Fläche, ein Wohngebiet. Die Wohnbebauung auf dem bislang unbeplanten Grundstück am Ende des „Spargelfeldes“ soll im selben Bebauungsplanverfahren wie das Gewerbegebiet realisiert werden. Der Eigentümer des Wohngrundstücks hatte dieses 2004 als Bauerwartungsland erworben. Nun wird Baurecht für das gesamte Areal geschaffen. Zu diesem Areal gehört auch ein Stück des Spargelfeldes, auf dem zukünftig eine Obstwiese als Ausgleichsfläche für das Wohngebiet Gangelt-Nord/VI gepflanzt werden soll.

Im Rahmen von Bürgergesprächen, zwei haben bereits stattgefunden, sollen Anwohner in die Planungen einbezogen werden. Sebastian Schütt führte aus, dass die festzusetzende Gebäudehöhe für das Gewerbegebiet eine Überdachung des Geländes eventuell mit einer Photovoltaikanlage zulasse. Die alleenartig aufgereihten Bäume entlang der Schinvelder Straße sollen erhalten bleiben. Das Bebauungsplanverfahren befindet sich noch ganz am Anfang. Verschiedene Gutachten sind zu erstellen. Zwei Bauausschuss- und zwei Ratssitzungen sind noch zu durchlaufen sowie eine Offenlage, zu der sich auch Bürger äußern können.

Reichlich Nachfrage

Laut Gewerbeflächenmonitoring der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer befindet sich die Nachfrage nach Gewerbeflächen im Kreis Heinsberg anhaltend auf hohem Niveau. Dies spiegele sich auch in den konkreten Nachfragen von bereits in der Gemeinde Gangelt ansässigen Gewerbetreibenden wieder, heißt es seitens VDH Projektmanagement.

Der Spielgerätehersteller, der seinen bestehenden Betrieb nun erweitern beziehungsweise bereits umgesetzte Nutzungen planungsrechtlich absichern möchte, besitze eine überregionale Bedeutung und gehöre europaweit zu den führenden Unternehmen im Spielturmsektor.

„Borkenkäferkatastrophe biblischen Ausmaßes“

Revierförster Wolfgang von der Heiden legt im Gangelter Bauausschuss den Forstwirtschaftsplan 2021 vor. Keine gute Kunde.

 

Gangelt Die Tatsache, das Revierförster Wolfgang von der Heiden nicht – wie üblich – kurz vor Weihnachten den Bauausschuss der Gemeinde Gangelt besuchte, um den Forstwirtschaftsplan für das kommende Jahr vorzustellen, wird wohl nicht darauf zurückzuführen sein, dass er dieses Mal keine Geschenke mitbrachte. Wolfgang von der Heiden vertritt das Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde des Landebetriebs Wald und Holz. Das Amt hat einen Betriebsleitungs- und Beförsterungsvertrag mit der Forstbetriebsgemeinschaft Selfkant, zu der auch die Gemeinde Gangelt gehört, abgeschlossen. Leider wirft der Gemeindewald derzeit keinen Gewinn ab, sondern macht Miese.

Der Forstwirtschaftsplan 2021 schließt mit Kosten in Höhe von 33.290 Euro ab. Lediglich Erträge von 5000 Euro stehen den Kosten entgegen. Förster Wolfgang von der Heiden betonte: „Wir haben eine Borkenkäferkatastrophe von biblischem Ausmaß“, stellte er im Gangelter Bauausschuss fest. Seit 2018 habe man in Nordrhein-Westfalen 30 Millionen Kubikmeter Schadholz registrieren müssen – bei einem normalen Jahreseinschlag von 8 Millionen Kubikmetern. Vor allem sei die Fichte vom Borkenkäfer befallen, aber auch insgesamt gehe es dem Wald nach drei extrem trockenen Jahren schlecht. „Die Bäume leiden.“ Auch ältere Eichen und Buchen seien von der Trockenheit stark betroffen. „Das alles macht uns große Sorgen.“

In seinem Bericht legt Förster von der Heiden dar, dass geprägt durch die bundesweite Käferkatastrophe im Forstwirtschaftsjahr 2020 nur wenige Hiebe durchgeführt werden konnten, da alle verfügbaren Unternehmer in den Hauptschadensgebieten gebunden seien. Dies werde sich vermutlich auch 2021 nicht ändern. Zudem seien insbesondere im Nadelholz, aber auch im Laubholz die Holzpreise stark unter Druck geraten. Deshalb sehe der Hauungsplan für den Gemeindewald Gangelt 2021 nur den Abtrieb von Pappeln und Kiefern vor. Aufgrund des Preisverfalls würden nur Brennholzhiebe durchgeführt, da in diesem Bereich der Preis nicht gefallen sei.

Auf der Kostenseite sind Maßnahmen der Verkehrssicherung in einer Höhe von 7856 Euro vorgesehen. Aufgrund der Trockenheit und des starken Spätfrostes im Mai 2020 müssen einige Waldbereiche nachgebessert werden. Inklusive der nötigen Freischneidearbeiten fallen Kosten in Höhe von 13.380 Euro an. Für den Bereich der Wegeunterhaltung, in dem nur dringend nötige Arbeiten angesetzt sind, sind 4500 Euro veranschlagt. Für die Wiederaufforstung etwa im Gemeindewald „Am Taubenberg“ in Stahe werden Esskastanie und Douglasie eingesetzt.

Förster Wolfgang von der Heiden hofft, dass sich der Holzmarkt innerhalb der nächsten zwei Jahre erholt. Er verwies auf die bemerkenswerte Tatsache, dass aufgrund der vorangegangenen Trockenheit trotz der anhaltenden Regenfälle der Boden in 1,80 Meter Tiefe derzeit immer noch trocken sei. Bäume wurzeln in der Regel bis zu einer Tiefe von zwei Metern.

„Sie würden staunen, wie gut das läuft“

Interview nach 100 Tagen im Amt. Gangelts Bürgermeister Guido Willems berichtet über die erste Zeit im Rathaus.

 

Gangelt Die rot-grün gestreiften Vorhänge hat Guido Willems von seinem Vorgänger übernommen. Dank einer Wimpelkette, die ihm die Kinder der Grundschulen in Breberen und Birgden gebastelt haben, kommen sie jetzt wieder ganz neu zur Geltung. Am 8. Februar ist Willems 100 Tage im Amt. Vieles hat er schon in Angriff genommen, vieles liegt noch vor ihm. „Die Dekoration im Rathaus hat da erstmal keine Priorität“, erzählt Guido Willems im Gespräch mit unserer Redakteurin Simone Thelen.

Herr Willems, nach 100 Tagen dürfte der „Glanz des Neuen“ schon etwas verblasst sein. Wie fühlt es sich nun an, Bürgermeister in Gangelt zu sein?

Guido Willems: Es fühlt sich sehr gut an und merkwürdigerweise auch ganz selbstverständlich. Es ist, als wäre ich immer hier gewesen. Die Tätigkeit ist meiner früheren Arbeit als Büroleiter von Stephan Pusch sehr ähnlich: Politik, Haushalt, Beschwerdemanagement, Personalangelegenheiten – ich führe all meine Tätigkeitsfelder fort. Jetzt eben nur in Gangelt.

Nach der Wahl hatten Sie das Gefühl, dass sich alle auf Sie freuen würden. Wie groß ist die Freude heute? Müssen Sie nicht auch schon mal den Chef raushängen lassen?

Willems: Die Stimmung ist total positiv. Im Rathaus gibt es ein tolles Team, wir arbeiten sehr gut zusammen. Natürlich muss ich auch Chef sein. Aber ich behandele jeden mit Respekt und so, wie er es braucht. Manch einer wünscht sich Vorgaben, manch einer möchte kreativ sein und mitgestalten. Viele Mitarbeiter kannte ich schon vorher. Meine neue Rolle wird aber von allen akzeptiert, weil jeder weiß, dass ich auch das nötige Fachwissen mitbringe.

Und wie ist die Gemütslage in Gangelt allgemein? Das Wahlergebnis war ja ein großer Vertrauensvorschuss…

Willems: Das stimmt. Und bis jetzt habe ich noch keine negativen Rückmeldungen bekommen. Natürlich kann nicht immer jeder nur glücklich und zufrieden sein kann. Aber ich spreche offen mit den Menschen, Probleme werden diskutiert, und wenn mal etwas nicht geht, muss man das auch ehrlich sagen. Mit der Strategie fahre ich gut.

Politisch dürfte es mit 21 von 32 Sitzen für die CDU im Rat auch keinen großen Gegenwind geben…

Willems: Gegenwind würde ich nicht sagen, aber es gibt durchaus unterschiedliche Ansichten, auch innerhalb der eigenen Fraktion. Im Rat bilden wir eine bunte Truppe, da ist es normal, dass es je nach Alter und Perspektive auch unterschiedliche Meinungen gibt. Wir diskutieren über alles, erklären viel und finden immer eine gemeinsame Lösung. Meistens entspricht diese dann dem Verwaltungsvorschlag, manchmal finden wir einen neuen Weg.

Dann sind immer alle mit allem zufrieden?

Willems: Natürlich nicht. Immer ist mal jemand unzufrieden. Das gehört dazu. Wichtig ist aber, dass sich jeder ernst- und mitgenommen fühlt. Manchmal führen schon kleine Änderungen in einer Formulierung zum Erfolg. Und manchmal muss man einfach akzeptieren, wenn es keine Alternative gibt.

Sehr viele strittige Themen scheint es ja nicht zu geben. Höchstens vielleicht die Streichung des Sitzungsgeldes für sachkundige Bürger?

Willems: Das gibt es ja noch, wenn der jeweilige Bürger in der Fraktionssitzung auch fachlich gefordert ist. Ansonsten haben wir einfach eine sehr große Zahl an sachkundigen Bürgern – was natürlich toll ist. Ich glaube, dass die Entscheidung richtig war, schließlich leisten wir uns in Gangelt auch sehr viel. Schauen Sie sich die Ausstattung der Grundschulen an, die Sanierung der Gesamtschule, wie gut die Feuerwehr aufgestellt ist und wie viele Dorfgemeinschaftshäuser es gibt. Ich könnte noch viele Dinge aufzählen. Wichtig ist, dass wir zu schätzen wissen, was wir haben und dass jeder daran mitarbeitet. Vielleicht ist das der Grund, dass die Gemeinde Gangelt weniger in den Schlagzeilen ist als andere Kommunen. Verglichen mit anderen sind wir ein harmonisches Nest.

Ist das denn nicht auf Dauer langweilig?

Willems: Überhaupt nicht. In meinen ersten 100 Tagen als Bürgermeister ist viel passiert. Ich war vergangene Woche sogar für die Gemeinde am Bundesgerichtshof. Das erleben nur wenige Juristen in ihrer Laufbahn. Nachdem die Gemeinde am Landgericht und am Oberlandesgericht unterlegen war, haben wir vor dem BGH Recht bekommen. Das war eine super Erfahrung. Im Prinzip spiegelt sich in der Arbeit für die Gemeinde alles wieder, was ich erleben möchte.

Worum ging es denn in dem Prozess genau?

Willems: Eine Vertragsangelegenheit. Mehr darf ich im Moment nicht sagen. Sorry.

Sie haben sich vorgenommen, alles abzuarbeiten, was Ihnen im Wahlkampf zugetragen wurde. Wie weit sind Sie gekommen?

Willems: Ich habe schon sehr viel in Angriff genommen. Aber fertig werde ich wahrscheinlich niemals sein. Denn es kommen immer neue Dinge hinzu. Ich habe mir aber auch vorgenommen, die Menschen in allen Belangen zu unterstützen – auch wenn die Gemeinde da eigentlich gar nicht zuständig ist. Das beginnt beim Mobilfunkempfang, geht über Förderanträge und endet dabei, Bürgern oder Vereinen aus der einen oder anderen Misere zu helfen. Es gibt immer was zu tun.

Was wird denn zukünftig die größte Herausforderung für Sie sein?

Willems: Am wichtigsten wird es für die Gemeinde sein, weiterhin Fördergelder zu bekommen. Gangelt hat in der Vergangenheit schon viele Mittel bekommen. Das macht es nicht leichter, zukünftig etwas abzuzwacken. Das Haushaltsjahr 2020 haben wir noch ordentlich abgeschlossen. Soviel kann man jetzt schon sagen. Nun müssen wir ‚auf Sicht fahren‘, denn niemand weiß, wie sich Steuereinnahmen und die Förderungen von Land und Bund entwickeln werden. Als Gemeinde hängen wir hier am Tropf.

Auf einige Leistungen möchten Sie aber nicht verzichten, oder? Im Mai soll das Freibad wieder öffnen?

Willems: Zumindest möchte ich auf eine Öffnung vorbereitet sein, wenn es die Pandemie zulassen sollte. Im Bad musste ohnehin einiges geleistet werden. Und ich bin eigentlich immer ein Optimist. Diese Eigenschaft werde ich auch nicht verlieren.

Stichwort Corona: Wie ist die Lage in Gangelt, ein Jahr nach Langbroich?

Willems: Die Fallzahlen werden ja besser, zum Glück. Aber man spürt hier wie wahrscheinlich überall, dass die Kontaktverbote und das Homeoffice ihren Tribut zollen. Im Rathaus sind die meisten Mitarbeiter vor Ort in Einzelbüros. Ich selbst bin auch immer im Rathaus oder draußen unterwegs. Aber allgemein fehlen eben überall die zwischenmenschlichen Kontakte.

Wie sieht das bei den jüngsten Gangelterinnen und Gangeltern aus. Wie klappt das Homeschooling? Wie sehen Sie die Situation als Bürgermeister, wie als Vater?

Willems: Als Bürgermeister und als Vater: Das läuft super. Die Schulen sind hier bestens ausgestattet und vorbereitet. Der Unterricht läuft teilweise über Video. Sie würden staunen, wie gut das läuft. Ich glaube, hier ist Gangelt so gut aufgestellt wie kaum eine andere Kommune.

Auch dank Ihres Vorgängers?

Willems: Auch dank meines Vorgängers! Nach ein paar Wochen Pause telefonieren wir jetzt wieder häufig, und es sind immer gute Gespräche. Ich bin Bernhard Tholen für seine Tipps dankbar, ohne mich gedrängt zu fühlen.

Herr Willems: Beenden Sie bitte folgende Sätze:

Ich gehe morgens gerne ins Rathaus, weil …

… ich die Kollegen und die Arbeit liebe.

Am meisten Spaß macht mir …

… alles! Selbst die Beschwerden machen Freude, jedenfalls, wenn man gemeinsam eine Lösung findet.

Nicht so gerne mag ich …

… wenn jemand nörgelt, ohne dafür einen wirklichen Grund zu haben. Es ist wichtig, das Gute zu erkennen, das man hat. Ungerechtfertigte Unzufriedenheit ist mir ein Graus.

Wütend werde ich …

… innerlich eigentlich überhaupt nicht. Nach außen werde ich schon mal lauter, wenn jemand falsche Behauptungen aufstellt. Aber das ist immer nur kurz.

Für meine Mitarbeiter bin ich …

… hoffentlich ein guter Chef.

Für Gangelt wünsche ich mir …

… ganz viel Gutes. Dass wir den hohen Standard weiter ausbauen und gleichzeitig im Blick behalten, was wir schon erreicht haben.

Nach Corona werde ich …

… mal wieder ordentlich feiern – zum Beispiel meinen Einstand im Rathaus. Ich bin ein geselliger Mensch. Mir schwebt da etwas vor beispielsweise mit einem Foodtruck mit Burgern und Bier. Mal sehen, was kommt.

Freischankfläche auf Kahnweiher: Aufwertung oder Bedrohung?

Angelsportverein sorgt sich um das Gewässer und kritisiert geplantes Vorhaben der Gemeinde Gangelt. Bauausschuss stimmt für 51.000 Euro-Projekt.

 

Gangelt „Wir sehen die Kosten für die geplante Steg- und Pontonerrichtung besser investiert in die Erhaltung des Kahnweihers, der dringend eine Ausbaggerung nötig hätte“, schrieb der Angelsportverein Gangelt mahnend in letzter Minute vor der Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde Gangelt. Die Mahnung hatte allerdings nicht den erhofften Erfolg. Mit 8:5 Stimmen beschloss der Bauausschuss, 51.000 Euro für „eine neue Freischankfläche in Form eines Steges auf dem Kahnweiher“ bereit zu stellen.

Steg mit Schwimmpontons

Ganz ungehört verhallte die Mahnung der Angler allerdings nicht. Denn immerhin bekundete der Ausschuss, dass der Angelsportverein in die weiteren Planungen am Kahnweiher einbezogen werden soll.

Die Idee, einen Schwimmsteg mit Schwimmpontons auf dem Kahnweiher in Höhe des Infocenters zu bauen, war im vergangenen Jahr zunächst wegen Corona auf Eis gelegt worden. Nun griff der Bauausschuss das Thema wieder auf. Karl-Heinz Milthaler, Vorsitzender der CDU-Fraktion, die geschlossen mit acht Stimmen für den Steg votierte, erläuterte warum. Der Kahnweiher und die umliegenden Einrichtungen seien das touristische Highlight der Gemeinde, so Milthaler. Dieses gelte es von Zeit zu Zeit, das Motto „Stillstand ist Rückschritt“ beherzigend, zu verbessern. „Wir wollen auch ein Signal setzen, dass Corona nicht alles ausbremst. Es geht weiter, es ist nicht alles auf Null gesetzt“, meinte der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Mit den 51.000 Euro soll eine Freischankfläche auf dem Wasser errichtet werden, die vom Café des Infocenters bewirtschaftet wird. Der Zugang soll über einen Brückensteg von der Seitenterrasse des Infocenters erfolgen. Die Sitzfläche soll 4 Meter tief und 8 Meter breit und der Brückensteg 4 Meter lang und 2 Meter breit sein. Die Konstruktion soll als Schwimmsteg mit Schwimmpontons hergestellt werden. Der Brückensteg soll mit einem vertikal beweglichen Lagerpunkt am Ufer an einem Betonfundament befestigt werden, um Veränderungen des Wasserspiegels auszugleichen. Der Steg und die Sitzfläche sollen mit einem Edelstahlgeländer umfasst werden und die Zwischenräume der Pfosten werden mit Verbundsicherheitsglas geschlossen.

Der Angelsportverein hatte seinen „Mahnbrief“ über die UB-Fraktion an den Gemeinderat gerichtet. Man habe, so der Vorstand des Vereins, erst am 25. Januar durch einen Bericht in der Tageszeitung von dem Vorhaben erfahren. Gerne wäre man im Vorfeld in die Planungen einbezogen worden, „so dass wir unsere Bedenken früher hätten zum Ausdruck bringen können“. Der Angelsportverein sei seit mehr als 50 Jahren „Heger und Pfleger“ des Kahnweihers. „Wir investieren Jahr für Jahr viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit, um Böschungen und Ufer zu befestigen und in Ordnung zu halten“, schreibt der Vorstand.

Durch den geplanten Neubau auf dem Weiher sieht der Angelsportverein viele Nachteile. Im unteren Bereich werde auf einem Drittel der Wasserfläche das Angeln unmöglich. Die Sauerstoffzufuhr durch die im unteren Bereich liegende Pumpe werde durch den Schwimmsteg gestört. Laub und Schmutz könnten nicht mehr Richtung Ablauf befördert werden, so dass der Kahnweiher immer flacher werde. Das Wasser drohe im Sommer eher umzukippen, so dass Fische sterben würden. Der Steg werde sicherlich von den weit über 100 Enten vollgekotet, was eine Gesundheitsgefährdung darstelle. Durch Klimawandel und Verflachung des Weihers sei der Kahnweiher bereits 2020 nur 2 Grad vom Umkippen entfernt gewesen.

Ausbaggerung ist notwendig

Fazit der Angler: Die 51.000 Euro seien besser in eine dringend notwendige Ausbaggerung des Kahnweihers sowie in ein Auffüllen der Inseln im Weiher investiert. „Für Gespräche und sachkundige Beratungen stehen wir gerne zur Verfügung“, schreibt der Angelsportverein abschließend.

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