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AZ vom 15.05.2020

Beigeordneter Gerd Dahlmanns einstimmig wiedergewählt
Ungewöhnliche Ratssitzung in der Willy-Bomanns-Festhalle in Breberen

GANGELT-BREBEREN Nach 16 Jahren wird nun Gerd Dahlmanns seine dritte Amtsperiode antreten und noch acht weitere Jahre auf seinem Posten in der Gemeindeverwaltung bleiben. Seine Dankesworte fielen ungewohnt ernst aus.
Als ungewöhnlich darf man die aktuelle Ratssitzung der Gemeinde Gangelt bezeichnen. Außergewöhnlich war nicht nur der Veranstaltungsort. Die Gemeindeverwaltung hatte die Ratssitzung vom Forum des Rathauses, das unter Corona-Gesichtspunkten, so Bürgermeister Bernhard Tholen, zu klein gewesen wäre, in die Willy-Bomanns-Festhalle in Breberen verlegt. Dort konnten die Ratsmitglieder mit dem entsprechenden Abstand zueinander dem Sitzungsverlauf folgen.
Ungewöhnliches Glück habe die Gemeinde mit der Verpflichtung ihres Beigeordneten Gerd Dahlmanns gehabt, hieß es. Dahlmanns hatte vor 16 Jahren seinen Posten in der Gemeindeverwaltung angetreten. „Er hat die Geschicke der Gemeinde hervorragend geführt“, urteilte Bürgermeister Bernhard Tholen, bevor er den Rat über die Wiederwahl des Beigeordneten abstimmen ließ.
Das Abstimmungsergebnis fiel einstimmig zugunsten von Gerd Dahlmanns aus, der nun seine dritte Amtsperiode von acht Jahren antreten wird. Gerd Dahlmanns bedankte sich bei den Ratsmitgliedern mit ungewöhnlich ernsten Worten, deren Tragweite sich wohl erst dem neuen Rat und dem neuen Bürgermeister nach der Kommunalwahl eröffnen wird. Er sei kein Freund großer Worte, bemerkte Dahlmanns in seiner Dankesrede, doch ein paar Worte wolle er doch an die Ratsmitglieder richten. „Wir stehen vor großen Herausforderungen, deren Umfang derzeit niemand seriös einschätzen kann.“ Und wer Gerd Dahlmanns ein wenig kennengelernt hat, der erwartete an dieser Stelle nicht, dass sich der alte und neue Beigeordnete auf Spekulationen über die Art dieser Herausforderungen einlassen würde.
Klar war aber allen im Saal, dass Dahlmanns auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie abzielte, die nicht nur die Gemeinde Gangelt noch zu spüren bekommen wird. Ungewöhnlich war auch, dass das freudige Ereignis der Wiederwahl eines geschätzten Beigeordneten nicht in fröhlicher Runde nach der Sitzung begossen wurde. Aber da alle Veranstaltungen der Gemeinde Gangelt von der Gangelter Musiknacht über das Ritterfest bis zum Nikolausmarkt für das Jahr 2020 aufgrund der aktuellen Lage abgesagt werden, fiel natürlich auch dieser Umtrunk ins Wasser. Gerd Dahlmanns hatte aber für alle Ratsmitglieder ein paar Flaschen Gängelder Bejer bereitgestellt, um im heimischen Biergarten auf das Wohl der schönen Gemeinde Gangelt anstoßen zu können.
Coronabedingt waren auch einige Tagesordnungspunkte der Ratssitzung. Jeweils einstimmig sprach sich der Rat für ein Aussetzen der Beitragserhebung für die Betreuung von Kindern in der Ganztagsschule sowie für die außerunterrichtlichen Betreuungsangebote der Primarstufe im Zuge von Covid-19 für die Monate März, April und Mai sowie für einen Antrag der Gewerbegemeinschaft Gangelt auf zinslose Stundung von Gewerbesteuerbeiträgen für Unternehmen in der Gemeinde für die Dauer von sechs Monaten aus.
Einstimmig bis auf eine Ausnahme stimmte der Rat über die laufenden Bebauungspläne ab. Lediglich beim Bebauungsplan „Zum Gelindchen/III“ in Birgden stimmte Hermann-Josef Peters, CDU-Mitglied aus Birgden, gegen den Plan. Er befürchte, so Peters, durch ein weiteres Baugebiet im Osten eine Spaltung des Ortes in Alt- und Neu-Birgden. Der Ort entwickle sich zu sehr nach Osten hin. Die Verkehrsanbindung des Ostens sei derzeit nicht ausreichend.

AN vom 08.05.2020

Stellgebühren bleiben gleich
Zu diesem Ergebnis kommt der Gemeinderat in Gangelt bei seiner Sitzung


Gangelt Der Wohnmobilstellplatz der Gemeinde Gangelt am Kahnweiher war in der vergangenen Saison nicht gut ausgelastet gewesen. Daher hatte sich die Gemeindeverwaltung Gedanken gemacht, ob mit einer Anpassung der Entgelte mehr Interessenten für den Platz gewonnen werden könnten. Im Haupt- und Finanzausschuss stellte die Verwaltung ihre Überlegungen vor, allerdings mit dem Ergebnis, dass für die Restsaison 2020 alles beim Alten bleibt.
Die Verwaltung hatte erklärt, dass die Entwicklung im Jahr 2019 gezeigt habe, dass die 20 Euro für die Hauptsaison schwer zu erzielen seien. Viele Wohnmobilisten hätten aufgrund der erhöhten Preise während der Sommerferien den Stellplatz gemieden. Die Auslastung habe in der Hauptsaison gerade mal 28 Prozent betragen, die Auslastung in der Zwischensaison 29 Prozent.
Die Verwaltung hatte daher vorgeschlagen, die Saison zukünftig statt in drei Teile in eine Haupt- (15 Euro pro Nacht) und eine Nebensaison (10 Euro) aufzuteilen. Bürgermeister Bernhard Tholen erläuterte, dass die Übernahme des Stellplatzes von der Firma Prospex zum 1. Juli 2019 sicherlich ungünstig gewesen sei, da noch einige Arbeiten auf dem Platz zu erledigen gewesen seien.
Rainer Mansel, Fraktionssprecher der SPD, argumentierte, der Platz sei vergangenes Jahr nicht ausgelastet gewesen, weil er zuvor von langjährigen Nutzern blockiert gewesen sei. Diese waren wohl nach der Preiserhöhung aus Protest weggeblieben. Mansel geht davon aus, dass es sich erst noch herumsprechen müsse, dass es in Gangelt wieder Stellplätze gebe. Schließlich handle es sich bei dem Wohnmobilstellplatz am Kahnweiher nicht um einen gewöhnlichen Stellplatz.
Auch Bürgermeister Tholen unterstrich die Top-Qualität des Platzes, der mit Freibad, Minigolf, Kahnfahren und dem benachbarten Rodebachtal ein ungewöhnlich vielfältiges Freizeitangebot biete. Auch Karl-Heinz Milthaler, Fraktionssprecher der CDU, sprach sich dafür aus, noch ein Jahr abzuwarten, zumal eh unklar sei, wie sich aufgrund von Corona die Restbelegungszeit gestalten werde.

 

AN vom 06.05.2020

Bänke in Gangelt ausgetauscht und aufgestellt
Sitzgelegenheiten sind Thema im Kulturausschuss. Attraktivität steigern. Zuerst den Ist-Zustand ermitteln.


Gangelt Karl-Heinz Milthaler, Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat der Gemeinde Gangelt, hatte einen Spaziergang durch das schöne Gangelt gemacht. Er spazierte nicht einfach so herum, sondern mit dem Ziel, mal zu schauen, ob tatsächlich, wie die Freien Demokraten gemutmaßt hatten, ein Bedarf an weiteren Bänken in der Gemeinde besteht. Milthaler wanderte sich bei diesem Spaziergang nicht müde. Er fand reichlich Sitzgelegenheiten, um mal auszuruhen und folgerte, dass wer einen Antrag zur Aufstellung weiterer Bänke in der Gemeinde Gangelt stellt, doch lieber erst einmal schauen sollte, wie viele Bänke denn schon aufgestellt wurden.
Tatsächlich stehen etwa rund um das Rathaus und auf dem benachbarten Spielplatz oder beispielsweise am Naherholungsknotenpunkt rund um den Kahnweiher schon viele Bänke. Nach dem Antrag der FDP-Fraktion vom Januar 2019 waren zudem weitere Bänke aufgestellt beziehungsweise alte Bänke erneuert worden. Der FDP-Antrag war damals vom Kulturausschuss einstimmig angenommen worden. Allerdings war der Antrag so abgefedert worden, dass nicht Bänke am Rodebach, auf dem Friedhof, an Orten von kulturhistorischer Bedeutung wie Stadttore, Wall, Graben und Stadtmauer, vor dem Rathaus, in den Neubaugebieten und in den Nachbarorten aufzustellen waren, sondern man hatte es bei allgemein „weiteren Bänken“ unter anderem auf Vorschlag der Ortsvorsteher belassen.
In der aktuellen Sitzung des Kulturausschusses gab die Verwaltung nun auf Anfrage der FDP Auskunft über die inzwischen getroffenen Maßnahmen. Demnach wurden im Bereich Kahnweiher vor einigen Wochen acht Bänke ausgetauscht. Auf dem Rathausvorplatz wurden zwei neue Metallbänke angebracht. Jede Bank kostete inklusive Aufbau 1031,23 Euro. Um die von der FDP eingereichten Fragen vollends abzuarbeiten, verwies die Gemeindeverwaltung auch noch darauf, dass keine Fördermittel aus dem Heimatfonds für das Aufstellen der Bänke beantragt worden seien.
Ob die Freien Demokraten nun zufrieden waren mit ihrer Initiative „Mehr Bänke für Gangelt“, war schwer zu deuten. Horst Frank, der die Liberalen im Kulturausschuss vertritt, äußerte sich mit keinem Wort weder zu den Ausführungen der Verwaltung noch zur Kritik von Karl-Heinz Milthaler, erstmal den Ist-Zustand anzuschauen, bevor man Anträge stellt. Als „gut gemeint“ hatte Karl-Heinz Milthaler den FDP-Antrag wohlwollend bezeichnet. Der Tenor im Kulturausschuss schien nun zu lauten: Kaputte Bänke werden natürlich ausgetauscht – und sollte noch Bedarf an einer Stelle bestehen, kann man ja mal über eine neue Bank reden. Die ursprünglich von FDP-Ratsfrau Ingrid Heim eingebrachte Idee hatte darauf abgezielt, die Attraktivität der Gemeinde durch das Aufstellen von Bänken an touristisch wertvollen Orten zu fördern. (defi)

 

AN vom 07.05.2020

Weht die IDAHOBIT-Flagge vor dem Rathaus?
Jusos möchten in Gangelt die Regenbogenflagge gehisst sehen. Bürgermeister soll entscheiden.

Gangelt Die Regenbogenflagge möchten die Jusos Kreis Heinsberg zum „Internationalen Tag gegen IDAHOBIT“ am Fahnenmast vor dem Gangelter Rathaus wehen sehen. Derzeit flattert an einem der beiden Masten vor dem Rathaus eine weiße Fahne mit dem Spruch „hs be strong“, der jetzt schon in die Geschichte der Region eingegangen ist.
Wenn man die Anmerkungen von Bürgermeister Bernhard Tholen im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Gangelt richtig deutete, hat er die Fahne dort kraft seines Amtes ohne Ratsentscheidung hissen lassen, und keiner hat wohl etwas dagegen, dass diese historische Aufforderung an die Menschen im Kreis dort munter im Wind flattert.
Etwas anders verhält es sich mit der Regenbogenflagge. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass doch nicht jeder auf Anhieb sagen könnte, wofür IDAHOBIT steht. Viele werden es aber sicher wissen, dass der Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie gemeint ist. Die Jusos hätten gerne mit der Regenbogenflagge ein klares Zeichen gegen jede Form der Diskriminierung und Ausgrenzung gesetzt gesehen. Daher hatten sie eine Anregung nach Paragraph 24 der Gemeindeordnung eingereicht, die nun im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Gangelt zu behandeln war.
Roger Schröder von der Fraktion Unabhängige Bürger und Gerd Schütz von der CDU hatten sich beide im Vorfeld der Sitzung schlau gemacht. Nach dem Studium von Verwaltungsvorschriften und Beflaggungsordnung waren beide zu unterschiedlichen Erkenntnissen gelangt, etwa in Bezug darauf, wer darüber zu entscheiden hat, wann, wo, welche Flagge gehisst wird. Schütz stellte klar, dass es sich bei der Regenbogenflagge auf keinen Fall um eine offizielle Flagge handelt, da gebe es zig Ausführungen. Schröder war zu der Ansicht gelangt, dass der Dienststellenleiter zu entscheiden habe, welche Fahne weht. Rainer Mansel (SPD) meinte, auch wenn der Antrag von den Jusos käme, solle man ihn doch nicht zu hoch hängen. Vielleicht ließe sich ja eine kreisweite Regelung mit dem Landrat absprechen, da dieser Antrag sicherlich auch in den übrigen Kommunen vorliege. Karl-Heinz Milthaler (CDU) unterstützte diesen Vorschlag. Der Beigeordnete Gerd Dahlmanns formulierte daraufhin einen Beschlussvorschlag, dessen Ausgewogenheit und Einsicht alle Ausschussmitglieder überzeugte. Dahlmanns schlug vor, der Ausschuss möge den Antrag der Jusos zur Kenntnis nehmen und ihn dann zur Entscheidung an den Bürgermeister weiterreichen. Selbst Bürgermeister Bernhard Tholen konnte sich dem weisen Vorschlag seines Beigeordneten nicht entziehen und bedankte sich mit einem Schmunzeln.
Bereits am 17. Mai wird der Tage gegen IDAHOBIT unter dem Motto „Breaking the silence“ begangen.

 

AN vom 01.05.2020

Ortskern mit Wohngebiet und Handel stärken
Bebauungsplan für Gebiet zwischen Martin-May-Straße, Hastenrather Straße und Sittarder Straße in Gangelt auf den Weg gebracht

Gangelt Der Gangelter Ortskern wird sich verändern. Die neue Umgehungsstraße, die vielleicht schon im August für den Verkehr freigegeben werden kann, wird zu einer Verkehrsberuhigung führen und soll über kurz oder lang auch eine Belebung des Ortskerns nach sich ziehen. Die Nahversorgung am Zentralort der Gemeinde soll daher langfristig von der „grünen Wiese“ wieder stärker in den Ort geholt werden. Einen Schritt in diese Richtung unternahm nun der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Gangelt mit der Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 78.
Im Rathaus-Forum
Es war die erste Ausschusssitzung nach Beginn der Corona-Krise. Den Geboten der Stunde folgend, tagte der Ausschuss, der normalerweise in einem kleineren Sitzungssaal zusammentritt, im weitläufigen Forum des Rathauses, so dass der gebotene Abstand zwischen den Sitzungsteilnehmern gut einzuhalten war.
Die Diplom-Ingenieurin Julia Hero, deren Arbeitgeber, die Aachener Planungsgruppe MWM, auch den bereits begonnenen Prozess zur Neugestaltung des Ortskerns begleitet, erläuterte den Ausschussmitgliedern die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 78 „Bereich Sittarder Straße / Hastenrather Straße / Martin-May-Straße“. Im Sinne der Sicherung und Stärkung des Ortskerns als wesentliches Ziel der Landesplanung und des Interkommunalen Entwicklungskonzeptes für Gangelt solle der großflächige Einzelhandel langfristig vom derzeitigen westlich gelegenen Standort an der Heinrich-Josef-Otten-Straße näher an das Zentrum geholt und besser angebunden werden. Um diese Entwicklungsabsichten umsetzen zu können, sollten für den Planbereich zwischen der Hastenrather Straße, Sittarder Straße und Martin-May-Straße (K 5) die städtebaulichen Ziele an die aktuellen Absichten angepasst werden.
Julia Hero unterstrich den besonderen Wert des Planbereichs für die gemeindliche Entwicklung. Nach der Aufstellung des Bebauungsplans sei für den Herbst mit der Vorstellung des Bebauungsplanvorentwurfs zu rechnen. Im Frühjahr 2021 könne mit der Offenlegung des Bebauungsplans die zweite Runde des Verfahrens eingeläutet werden. Der Planbereich, der von der Martin-May-Straße im Westen, der Hastenrather Straße im Norden und der Sittarder Straße im Süden begrenzt wird, gestaltet sich wie ein Tortenstück, das teilweise schon bebaut ist. An der Sittarder Straße befindet sich das „Sondergebiet großflächiger Einzelhandel“, das auch weiterhin die Nahversorgung sichern und verträglich erweitert werden soll. Daneben besteht ein Wohngebiet, das nachverdichtet werden soll.
Ein zweites Wohngebiet westlich der Hastenrather Straße soll entwickelt werden – und zwar für gemischte Wohnformen wie zum Beispiel besondere Wohnformen für Senioren, mobilitätseingeschränkte Personen und geförderten Wohnraum. Zwei Flächen an der Martin-May-Straße sollen als Gewerbegebiete entwickelt werden, das nördliche an das Wohngebiet Hastenrather Straße angrenzende mit wohnverträglichen Gewerbeangeboten wie Kleingewerbe, Handwerk und Büros, das südliche rund doppelt so große Gebiet langfristig als Gewerbegebiet.
Auf der alten Bahntrasse, die das „Tortenstück“ in West-Ost-Richtung halbiert, soll einmal ein Radweg angelegt werden.

 

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