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AN vom 25. Jan. 2018

Bauherr hält an Standort der Wohnresidenz vor der Stadtmauer fest

GANGELT. Es könnte noch ganz schön spannend werden mit dem Zehn-Millionen-Projekt Wohnresidenz an der Burg Gangelt. Für Herzschwache ist das Projekt nicht geeignet. Hinter den Kulissen knirscht es, bevor der erste Zement angerührt ist.

Ein knappes Jahr ist es nun her, dass Bernhard Conzen im Rahmen einer Pressekonferenz optimistisch die Pläne zum Bau einer Wohnresidenz auf seinem Grundstück vor der Gangelter Stadtmauer vorgestellt hatte. Nachdem das Bauvorhaben an historischer Stelle für allerhand Wirbel in der Bevölkerung und im Rat der Gemeinde Gangelt gesorgt hatte, erläuterte die Familie Conzen, zwei Söhne Bernhard Conzens sind die Bauherren, diese Woche einem kleinen Kreis den aktuellen Stand der Planungen.

Zu dem nicht-öffentlichen Termin im Haus Hamacher waren Bürgermeister, Gemeinderat und sachkundige Bürger eingeladen. Nach Gesprächen dieser Zeitung mit den Anwesenden ergab sich folgendes Bild: Die Familie Conzen möchte die Wohnresidenz unbedingt weiterhin vor der Stadtmauer errichten. Die Pläne sind allerdings im Vergleich zur ursprünglichen Planung etwas modifiziert worden. Eine Sichtachse soll den Blick auf die Mauer erhalten. Zudem ist ein Wassergraben entlang der Mauer vorgesehen.

Zwei Ämter sind mit dem Denkmalschutz befasst. Auf der einen Seite ist Dr. Ursula Francke vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege zuständig für alles unterhalb der Grasnarbe. Und Dr. Dorothee Heinzelmann vom LVR-Amt für Denkmalpflege für alles darüber. Heinzelmann müsste aus Sicht der Baudenkmalpflege ihr Okay geben, wenn das Bauvorhaben reibungslos das Genehmigungsverfahren durchlaufen soll. Dr. Ursula Francke hat dies – abhängig von der Belebung des ehemaligen Burggrabens – schon getan. Heinzelmann allerdings hat schon deutlich erklärt, dass das Projekt mit ihr nicht zu machen sei. Ihre schriftliche Stellungnahme zu den aktuellen Planungsunterlagen zur Wohnresidenz steht aber aus.

Bürgermeister Bernhard Tholen soll im Haus Hamacher sehr deutlich und gut hörbar klargestellt haben, dass er sich als Untere Denkmalbehörde die Ansicht Heinzelmanns zu Eigen machen würde. Auch der Rat könnte sich nicht mir nichts, dir nichts darüber hinwegsetzen.

Im Zuge der Bebauungsplanaufstellung käme auch eine Bürgerbeteiligung zum Zuge. Dann könnten die Gangelter Bürger kundtun, wie sie sich die Zukunft ihres schönen Ortes vorstellen. Karl-Heinz Milthaler, Sprecher der CDU-Fraktion, verweist auf Nachfrage noch einmal darauf, dass ihm die Meinung der Bürger zu diesem Bauvorhaben wichtig sei. Eine Unterschriftenaktion der Freien Wähler hatte 1000 Stimmen Gangelter Bürger gegen die Wohnresidenz an dieser Stelle aufgeboten. Ein Bauantrag liegt bislang nicht vor.

Karl-Heinz Milthaler

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Fraktionsvors. Gangelt
Karl-Heinz Milthaler

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