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AN vom 26. Febr. 2018

GANGELT. „Das Ei des Rindtes“ ist ein Gedicht von Heike Dahlmanns und erzählt von den Problemen eines Rindes mit dem Eierlegen. Gut wird man denken, warum muss ein Rind auch Eier legen? Allerdings führte die Fragestellung „Warum tut jemand etwas, was er nicht kann“ relativ schnell mitten rein in den politischen Alltag der Gegenwart, den die Autorin Heike Dahlmanns mit spitzer Feder und viel Humor darstellte.

Paul Freches begrüßte im Namen der Senioren Union Gangelt die zahlreich erschienenen Besucher. Kurt Lehmkuhl als Leiter des VHS-Literaturkurses, der mit der Trilogie „Blutroter Selfkant“, „Tödlicher Selfkant“ und „Mörderischer Selfkant“ eine Erfolgsgeschichte der VHS geschrieben hat, hieß die Zuhörer im Namen seiner Mitautorinnen willkommen. Lehmkuhl zeigte sich erleichtert, dass seine Damen nun mit dem neuen Buch „Kunterbunter Selfkant“ das kriminelle Terrain verlassen haben. Wer wisse schon, scherzte Kurt Lehmkuhl, ob sie sich auf Dauer mit dem Morden auf Papier zufrieden gegeben hätten.

Lehmkuhl verwies darauf, dass auch die Einnahmen aus dem Verkauf des neuesten Werkes der Selfkant-Schreiber wieder dem Hospiz der Hermann-Josef-Stiftung Erkelenz zugute kommen werden. 44.253,67 Euro seien, so Lehmkuhl, bis zum Tag der Lesung in Gangelt auf das Konto der Stiftung überwiesen worden. 50 heitere und besinnliche Geschichten vereint die Anthologie „Kunterbunter Selfkant“. Im Pfarrheim Gangelt lasen neben Kurt Lehmkuhl und Heike Dahlmanns die Autorinnen Beatrix Hötger-Schiffers, Margarete Kaiser und Heidi Hensges Passagen aus ihren Werken.

Margarete Kaiser widmete sich in ihrem Beitrag der „Invasion der Nacktschnecken“. Diesem ziemlich glitschigen Thema gewann die Autorin sehr amüsante Eindrücke ab, die so manchem Zuhörer bekannt vorgekommen sein dürften. Nach allen vergeblichen Versuchen, der Invasion der Nacktschnecken im heimischen Garten Herr zu werden, stand die Ehe kurz vor dem Aus. Mit knappem Vorsprung hatte sich die Ich-Erzählerin am Ende dann doch für den Gatten entschieden, statt den Kampf gegen die Nacktschnecke zum Lebensinhalt zu machen. Heidi Hensgens berichtete in ihrer Kurzgeschichte vom Leben auf dem Lande und von der wilden Mathilde.

Lehmkuhl stellte die Autorin als Heidi Hensgens aus Hülhoven vor. Was Hensgens zu der scherzhaften Bemerkung anregte: „Ich komme nicht daher, ich wohne da nur.“ Genau genommen spielt ihre Geschichte ja auch nicht in Hülhoven, sondern in Horst, und ob alle Details der Dreiecksgeschichte autobiografisch waren, verriet die Schriftstellerin nicht. „Der 89. Geburtstag” von Beatrix Hötger-Schiffers nahm die Zuhörer mit auf eine Reise durch den Kreis Heinsberg und animierte sehr zum Schmunzeln und Lachen. Bei dem Gedicht „Tihange und Doel” von Margarete Kaiser ging es um die Gefahren der beiden Kernkraftwerke, die, wenn bei ihnen große Mengen von Radioaktivität freigesetzt werden, auch unsere Region verstrahlen würde. Ans Ende ihres Gedichtes hatte Margarete Kaiser die Zeilen gesetzt: „Man kann dann hier sehr günstig wohnen, die Frage ist: Wird sich das lohnen?”

Mit verteilten Rollen

Die Kurzgeschichte „Frau Fröhlich” lasen Kurt Lehmkuhl und Heike Dahlmanns mit verteilten Rollen. Da der Text überwiegend in Dialogform geschrieben ist, bot sich der Vortrag im Duett geradezu an. Das Publikum war von dieser Präsentation sehr angetan. „Frau Fröhlich” schlug sozusagen mit einem langen Messer, das sie ihrem schnarchenden Gatten in die Kehle rammte, die Brücke zu den so erfolgreichen Selfkantkrimis. Neben der humorigen Aufarbeitung von Dobrindts Maut im Gedicht „Das Ei des Rindtes“ steuerte Heike Dahlmanns auch das „Kunterbunte ABC des Kreises Heinsberg“ zu einem gelungenen Leseabend bei.

Dahlmanns las den Eintrag zum Buchstaben C: „C wie Christlich Demokratische Union –CDU: Rechts von der Kanzlerlinie seit gefühlten 100 Jahren auf Kreisebene regierende Mehrheitspartei; wird zurzeit ganz schön gepuscht, manchmal jedoch durch die Stimmen der NPD und der AfD (insgesamt drei) massiv unter Druck gesetzt. Der Fraktionsvorsitzende hält als studierter Theologe das C kirchturmhoch.“

Karl-Heinz Milthaler

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