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 AN vom 15.04.2019

ju fragt

 

GANGELT-BREBEREN Große Resonanz auf Einladung der Jungen Union. Bernhard Tholen verspricht, sich für Freifunk im Jugendheim einzusetzen.

„Ich habe nach 22 Jahren in Gangelt vor keiner Frage mehr Angst“, ermunterte Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen die Jugendlichen im Breberner Jugendheim „Klinke“, ihn zu „löchern“. Der Abend endete mit dem Versprechen, sich für Freifunk für das Jugendheim einzusetzen, das gewünschte Sky-Abo wird es aber nicht geben.

Überraschend gut war der Besuch zu der von der Jungen Union veranstalteten Runde „JUgend fragt - Bürgermeister antwortet“. Über 30 Jugendliche, von denen die meisten nie einen andern Bürgermeister als Bernhard Tholen kennengelernt haben, waren gekommen, freuten sich aber auch auf das anschließende Grillen. Nur der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Milthaler, Ortvorsteher Günter Dammers und der neue Führer der CDU-Kreistagsfraktion Erwin Dahlmanns machten den Altersschnitt ziemlich kaputt.

Die JU-Vorsitzende Vera Dammers begrüßte die Gäste und ermunterte zu Fragen. „Hier können wir unsere Stimme erheben, die Interessen der Jüngeren vorbringen!“ Mirco Scheufen ging als Vorsitzender der „Klinke“ auf die Arbeit der Gruppe ein. Mit „Hier kann man mal Abstand zu Familie und Eltern finden“, hatte er die Lacher auf seiner Seite; dass er die „Klinke“ aber auch als einen Ort vorstellte, in dem „Jugendliche ihre Selbstständigkeiten entwickeln“, zeigte einen wichtigen andern Aspekt.

Als 16jähriger habe er, Tholen, in seiner Heimatstadt Meppen auch mal ein Jugendheim mit aufgebaut. Dann hat die Vakanzen-Zeitung in seinem bunten Berufsleben immer eine entscheidende Rolle gespielt. Die hat ihn dann 1997 nach Gangelt gebracht. Laura von der Loo eröffnete die Runde mit der Frage nach der Zukunft der Jugendarbeit in der Gemeinde.

Der Bürgermeister zeigte sich grundsätzlich äußerst informiert über den Stand der Dinge in den Jugendgruppen der Gemeinde. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es funktioniert, wenn die Jugendlichen sich selber organisieren“, setzte Tholen auf möglichst viel Eigenverantwortung. Allerdings könne man mit jedem Problem zu ihm kommen. Er bot an, Kontakt zu Jasmin Mittmann, die Jugendmitarbeiterin der evangelischen Kirchengemeinde, zu vermitteln. Eindringlich der Apell, als es um den Klimaschutz ging. „Ihr müsst euch engagieren – aus eigenem Interesse und im Interesse eurer Kinder!“

Wenn die Jugendlichen von heute ihrem Nachwuchs eine Zukunft versprechen wollen, dann müsse eine möglichst große Lobby aufgebaut werden. „Die JU ist dafür beispielsweise ein starkes Medium.“

Dann ging es in der Runde um das Klimaschutzprogramm der Gemeinde, die Digitalisierung der Jugendheime und um das Wohlbefinden in den einzelnen Orten mit insgesamt über 90 Vereinen. Dass die Baugrundstücke in der Gemeinde so teuer sind, hänge unter anderem mit den hohen Erschließungskosten zusammen. Mit der Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten versuche die Gemeinde, Bau- und Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen, war einer der weiteren Aspekte.

Wie animiert man junge Leute, sich politisch zu engagieren? Ein Frage, die wahrlich nicht nur in Gangelt interessant ist. Wichtig sei es, die Jugend ernst zu nehmen. Hierbei würde Tholen es sehr begrüßen, dass die CDU beim Aufstellungsverfahren für die Kommunalwahl 2020 der Jungen Union den ersten Listenplatz einräumen will. „Da muss man ansetzen und weitermachen!“ Im Grunde wäre die Frage von Christian Conzen einfach und unverfänglich zu beantworten gewesen.

Was denn die schönsten Momente seiner Arbeit in den letzten 22 Jahren gewesen seien, wollte der Mann aus dem JU-Vorstand wissen. Hier ging Tholen nicht darauf ein, wie sehr er in den vergangenen zwei Dekaden seiner Regentschaft die Gemeinde an sich und den Zentralort im Besonderen nach vorne gebracht hat. Man muss wissen, dass zu diesem Zeitpunkt in Gangelt alles verschlafen worden war.

Als der letzte „Tante-Emma-Laden“ schloss, fuhren die Gangelter zum Einkaufen nach Birgden; dort hatte die Politik für eine hervorragende Infrastruktur gesorgt. Nein, Tholen erinnerte nach längerem Nachdenken an seine Wiederwahl 2004. Nach „Unstimmigkeiten“ hatte eine knappe Mehrheit der Gemeinde-CDU sich für Dr. Armin Leon als Bürgermeister-Kandidaten entschieden; Tholen fiel durch. „Da habe ich vorher wohl den ein oder anderen Fehler gemacht“, erinnerte sich Bernhard Tholen und kam auf einen „kribbeligen Wahlkampf“ zu sprechen.

„Hart gekämpft und gesiegt“, umschrieb er, der ohne Parteiunterstützung angetreten war, die krachende Niederlage die er der CDU in Gangelt bereitet hatte.

AN vom 28.03.2019

Kein neues Gutachten zur Abwasserreinigung

Gangelt. Der Rat der Gemeinde Gangelt spricht sich gegen ein erneutes Gutachten zur Vereinbarung der Gemeinden Gangelt und Selfkant über die Abwasserreinigung aus. Dies hatt ein Gangelter Bürgder und ehemaliger Planer in einer Beschwerde an Rat gefordert. 

Die Vorstellung, eine Vereinbarung zur Abwasserreinigung nach dem „Geschmack“ zu beurteilen, ist angesichts der durch die Kanalisation der Gemeinden Gangelt und Selfkant zur Kläranlage im niederländischen Susteren zu transportierenden Fäkalien sicherlich etwas indelikat. Doch wer verfügt in der Abwasserwirtschaft schon über die nötige Sachkenntnis, um sich alleine auf seinen Verstand verlassen zu können? Der Rat der Gemeinde Gangelt hatte eine Beschwerde nach § 24 der Gemeindeordnung NRW von Assessor, Diplom-Ingenieur Heinz Hofmann, aus Schalbruch zu beurteilen. In dieser hatte sich Hofmann gegen die zwischen den Gemeinden Gangelt und Selfkant geschlossene Vereinbarung zur Abwasserreinigung vom 15. Januar 2018 gewandt. Hofmann war lange Jahre als Planer der Gemeinden Selfkant und Gangelt tätig gewesen, bis er wohl nach dem Amtsantritt von Selfkants Bürgermeister Herbert Corsten bei diesem in Ungnade gefallen war. Hofmann hatte zunächst beim Verwaltungsgericht Aachen gegen diese Vereinbarung geklagt. Hofmanns Einwände zielen darauf ab, dass die von ihm mit erarbeitete, frühere Vereinbarung zur Abwasserreinigung beider Gemeinden für den Gebührenzahler günstiger wäre. Er ist überzeugt, dass die Begründung, die die Gemeinde Selfkant für die Notwendigkeit einer neuen Vereinbarung anführe, nämlich die Hochwassergefahr in Saeffelen, nicht ursächlich auf Gangelter Abwasser zurückzuführen sei. Regenrückhaltebecken spielen eine Rolle und so manches, was ein Laie nur schwer begreifen kann. Der neue Planer, das Ingenieurbüro Achten und Jansen, so vermutet Hofmann, habe daher bei seiner Planung von falschen Ausgangsinformationen ausgehen müssen. Nun hatte das Verwaltungsgericht, statt zu urteilen, herausgestellt, die Gemeinde müsse sich nach § 24 der Gemeindeordnung NRW mit Hofmanns Anliegen befassen. Die Beschwerde war bereits im Haupt- und Finanzausschuss Gangelt mit großer Mehrheit gegen die zwei Stimmen von Unabhängigen Bürgern und Freien Wählern abgelehnt worden. Abschließend hatte nun der Gemeinderat Gangelt das Wort. Helga Heinen, bis Anfang der Woche noch Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, verwies in ihrem Wortbeitrag darauf, dass ihre Fraktion in einer vorangegangen Bauausschusssitzung den Vorschlag unterbreitet habe, ein gerichtlich anerkannter Gutachter möge die alte und neue Vereinbarung gegeneinander abwägen. Heinz Hofmann habe, so Heinen, angeboten, die Kosten zu übernehmen, wenn er falsch liege. Die Gemeinde solle nur dann das Gutachten zahlen, wenn Hofmann richtig liege, und die neue Vereinbarung für die Bürger von Nachteil wäre. Bürgermeister Bernhard Tholen meinte dazu, für ihn habe die ganze Sache einen „komischen Geschmack“. Hofmann habe seit seiner Trennung von Bürgermeister Corsten „alles im Selfkant angegriffen.“ Wenn Hofmann recht hätte, müssten ja alle anderen Planer falsch liegen. Das Büro Achten aus Aachen habe einen exzellenten Ruf, so Tholen. Man habe bereits viel Geld für Planungskosten ausgegeben. Man brauche nun nicht noch ein Gutachten. Die Gemeinde Selfkant habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, glaubte Tholen. Karl-Heinz Milthaler, Fraktionsvorsitzender der CDU, meinte, die Geschichte laufe jetzt schon 20 Jahre, da sei alles nicht billiger geworden. Wie schon in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses stimmte die CDU, diesmal allerdings bei einer Enthaltung, für die Ablehnung der Beschwerde und somit für das Festhalten an der Vereinbarung vom Januar 2018. SPD- und FDP-Fraktion stimmten wie die CDU ab.

Zwei Gegenstimmen kamen von der Fraktion Unabhängige Bürger, eine Gegenstimme von Helga Heinen (Freie Wähler). Heinens ehemaliger Fraktionskollege Ludwig Dohmen stimmte mit der Ratsmehrheit. Er hatte zu Beginn der Sitzung seinen Austritt aus der Fraktion Freie Wähler öffentlich gemacht. Da die Fraktion Freie Wähler somit nur noch über ein Ratsmandat verfügen, verlieren sie ihren Fraktionsstatus. Helga Heinen hatte unterschiedliche Meinungen zur Entscheidung „Amsel Schule“ für den Austritt Dohmens angeführt. Dohmen entgegnete: „Mit der Amsel Schule hat es angefangen.“ Zwischenzeitlich hat Helga Heinen zunsammen mit ihrem Mann die Freien Wähler verlassen. Wie das Verwaltungsgericht Aachen auf Anfrage erklärte, hatte sich Heinz Hofmann auch gegen den Ratsbeschluss der Gemeinde Selfkant vom 12. Juli 2018, betreffend die Regenrückhaltung für die Ortsentwässerung Schalbruch, gewandt, und zwar mit einer Feststellungsklage, dass die Maßnahme und deren Ausführung durch ein einfacheres Konzept ersetzt werden kann. Auch hier hatte das Gericht herausgestellt, dass eine Anregung/Beschwerde nach § 24 der Gemeindeordnung NRW an den Gemeinderat zu richten sei. Das Verwaltungsgericht erläuterte, dass die von Heinz Hofmann erhobenen Feststellungsklagen unzulässig waren, weil er insoweit nicht klagebefugt sei. Er habe keine eigene Rechtsverletzung geltend gemacht, sondern solche sämtlicher Bürger der Gemeinden Gangelt und Selfkant (eine sogenannte Popularklage), was nach der Verwaltungsgerichtsordnung nicht zulässig sei. Gegenstand eines weiteren beim Verwaltungsgericht anhängigen Klageverfahrens sei die Festsetzung von Schmutzwassergebühren. In diesem Verfahren werde geltend gemacht, dass die Gebühr der Gemeinde Selfkant zu hoch sei. Ob sich die Kammer mit diesem Thema beschäftigen muss, lasse sich derzeit nicht sagen. Bei der Staatsanwaltschaft Aachen wurde mangels Tatnachweis eine Strafanzeige Hofmanns wegen Betrugs gegen einen Planer eingestellt, wie deren Pressestelle mitteilte. Heinz Hofmann erklärte, dieser Vorwurf habe sich inzwischen in eine andere Richtung konkretisiert.

AN vom 22.03.2019

Beschwerdeführer befürchtet Nachteile für Bürger

 Im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Gangelt wurde eine Beschwerde zu einer Vereinbarung über die Abwasserreinigung der Gemeinden Gangelt und Selfkant behandelt. Die Geschichte ist kompliziert, was in der Diskussion auch sehr deutlich wurde. Warum der Beschwerdeführer denn keine Ruhe gebe, wollte Helga Heinen von den Freien Wählern wissen. Die Frage, die sie im Haupt- und Finanzausschuss stellte, war ihr so wichtig, dass sie nach Ausbleiben einer Antwort zusammen mit Roger Schröder (Unabhängige Bürger) gegen den Verwaltungsvorschlag stimmte, die Beschwerde zurückzuweisen

. Es geht um eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen den Gemeinden Gangelt und Selfkant vom 15. Januar 2018. Diese befasst sich mit der Abwasserreinigung der beiden Gemeinden. Der Beschwerdeführer hatte gemäß § 24 Gemeindeordnung NRW im Rahmen eines Bürgerantrages die Überprüfung der einstimmigen Beschlüsse angeregt, die zur Vereinbarung geführt hatten. Nach besserer Kenntnis der Sachlage sollte die Gemeinde die Aufhebung der Vereinbarung anstreben. Die Sachlage ist mehr als kompliziert, zumindest dann, wenn man kein Sachverständiger für Abwasser ist. So hatte Roger Schröder denn auch gleich zu Beginn der Sitzung den Antrag gestellt, diesen Punkt von der Tagesordnung zu nehmen. Schröder räumte ein, für ihn seien das alles böhmische Dörfer, und über Dinge, die er nicht verstehe, könne er auch nicht abstimmen. Schröder kritisierte den Beschlussvorschlag der Verwaltung, der lautet: „Nach eingehender Prüfung werden die vorgetragenen Anregungen und Bedenken zurückgewiesen und an der öffentlich–rechtlichen Vereinbarung zwischen den Gemeinden Gangelt und Selfkant festgehalten.“ Seinen Unterlagen, so Roger Schröder, lägen keine Hinweise auf eine eingehende Prüfung bei. Willibert Mewissen, Fachbereichsleiter Bauen und Planen der Gemeinde Gangelt, argumentierte, dass im Vorfeld der Ratssitzung vor etwa drei Jahren, in der die Vereinbarungeinstimmig beschlossen worden sei, eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Thematik stattgefunden habe. Bürgermeister Bernhard Tholen mahnte, die Sache nicht auf die lange Bank zu schieben, da sonst die Gemeinde Gefahr laufe, eine eigene Kläranlage, die sie derzeit nicht habe, bauen zu müssen. Zur Erklärung führte Tholen aus, dass die Vereinbarung zwischen Gangelt und Selfkant den Transport des Abwassers über Kanalleitungen in die Niederlande regle. Die niederländische Kläranlage steht in Susteren. Die Sache habe sich eh schon durch eine vom Beschwerdeführer beim Verwaltungsgericht eingereichte Klage um zwei bis drei Jahre verzögert, gab Bürgermeister Tholen zu bedenken. Der Richter habe die Sache aber nun behandelt und die Klage abgewiesen. Dass der Richter die Sache aber keineswegs „behandelt“ hatte, fiel mehreren Ausschussmitgliedern auf. Der Richter hatte lediglich darauf hingewiesen, dass es sich bei der Angelegenheit des Beschwerdeführers wohl weniger um eine verwaltungsgerichtliche Klage als um einen Bürgerantrag nach § 24 Gemeindeordnung NRW handelt. In der Sitzungsvorlage zum Haupt- und Finanzausschuss wird die Einschätzung des Verwaltungsgerichtes dargestellt: „Der Kläger, entsprechend befragt, bestätigte, dass er seiner Meinung nach nicht ausreichend angehört worden sei, dass ihm auch keine Gelegenheit gegeben werde, seine Argumente vorzutragen. Der Vorsitzende Richter wies darauf hin, dass zwar verschiedene Eingaben des Klägers erfolgt seien, dass jedoch eine Behandlung der Eingaben formell nicht nach den gesetzlichen Regelungen des § 24 GO NRW erfolgt sei. Nach eingehender Erörterung wurde seitens der Gemeinde die Verpflichtung übernommen, das Begehren des Klägers gemäß seinem Schreiben `Appell´ vom 2. Januar 2018 (Anlage) nach § 24 GO NRW zu behandeln und entsprechend den Regelungen in der Hauptsatzung dem Haupt- und Finanzausschuss unverzüglich vorzulegen. Der Kläger erklärte sodann den Rechtsstreit in der Hauptsache für erledigt.“ Mit der eigentlichen Problematik hatte sich der Richter also nicht befasst. Diese geht auf viele Jahre zurück, was die Geschichte wohl auch so undurchsichtig macht. Die anfangs zitierte Frage von Helga Heinen, warum der Beschwerdeführer denn keine Ruhe gebe, hatte Bürgermeister Bernhard Tholen, der noch gar nicht im Amt war, als die Geschichte ihren Lauf nahm, mit der Antwort beschieden: „Das wissen wir auch nicht.“ Aber Heinen könne ja mal den Beschwerdeführer fragen, der sitze hinter ihr im Zuschauerraum. Der Beschwerdeführer ist Assessor, Diplom-Ingenieur Heinz Hofmann aus Schalbruch. Er hatte mit seinem Büro ein Konzept zur Abwasserreinigung der Gemeinden Gangelt und Selfkant mit auf den Weg gebracht, das mit der neuen Vereinbarung den Bach runter gehen und durch ein neues ersetzt werden wird. Hofmann schreibt in seinem „Appell“ bezüglich der neuen Vereinbarung von 2018: „Der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung bedarf es nicht, weil die bestehende Vereinbarung vom 30.06.2006 nicht ersetzt zu werden braucht!“ Wie Heinz Hofmann im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte, geht er davon aus, dass das neue Abwasserkonzept den Bürgern auch finanzielle Nachteile bescheren wird, die die Bürger noch spüren würden, wenn die Bürgermeister Tholen und Corsten nicht mehr im Amt seien. Hofmann sagte: „Ich würde mir nur wünschen, dass sich mal ein Sachverständiger mit diesem Thema befassen würde.“ Hofmann hatte während der Sitzung mehrfach recht leise eingewandt, das stimme doch so nicht, als Bürgermeister Tholen erklärt hatte, die neue Vereinbarung sei auch nötig geworden, weil die Gemeinde Selfkant aufgrund von Hochwassereignissen in Saeffelen nicht mehr das Abwasser aus Gangelt wie gewohnt hätte durchleiten können. Tholen hatte argumentiert, auch er hätte nicht anders reagiert als sein Kollege Corsten, wenn seine Bürger ersaufen würden. Der Beigeordnete Gerd Dahlmanns hatte erläutert, dass sich die Gemeinde Gangelt an den Vorgaben der Gemeinde Selfkant zu orientieren habe. Karl-Heinz Milthaler, Fraktionsvorsitzender der CDU, hatte mit dem Hinweis, die neue Vereinbarung bringe Gangelt Vorteile, gefordert, die Geschichte nun endlich abzuschließen. Warum Heinz Hofmann kein Gehör für seine Bedenken findet, ist schwer zu beurteilen, da die Geschichte tiefe Gräben gezogen hat. Nachdem der Haupt- und Finanzausschuss sich mit deutlicher Mehrheit klar für das Festhalten an der Vereinbarung vom Januar 2018 ausgesprochen hat, wird der Rat der Gemeinde am kommenden Dienstag das abschließende Votum abzugeben haben.

AN vom 27.03.2019

Zwei neue Baugebiete und Parkgebühren in der "City"

Das neue Baugebiet „Am Vintelner Weg“ befindet sich am nordöstlichen Rand der Ortslage Gangelt. Es grenzt an die Hanxler-Straße und die letzten Häuser am Ortsrand entlang der Pastor-Fischenich-Straße. Bebaut wird eine Fläche von zwei Hektar. Derzeit wird das Plangebiet überwiegend ackerbaulich genutzt. Die Erschließung erfolgt über die Hanxler Straße. Im Osten grenzt die Trasse der ehemaligen Selfkantbahn an das Baugebiet. Geplant ist die Umsetzung eines Konzeptes, welches die Wohnansprüche unterschiedlicher Nutzergruppen, beispielweise Senioren und junge Familien, erfüllt. Zu diesem Zweck sollen Mehrfamilienhäuser, Einzel- und Doppelhäuser mit unterschiedlichen Grundstücksgrößen entstehen. Die ergänzende Umsetzung von Reihenhäusern wird nicht ausgeschlossen. Die Bauweise orientiert sich grundsätzlich an den umliegenden Wohngebieten, so dass Ein- und Zweifamilienhäuser in offener und zweigeschossiger Bauweise zulässig sein sollen. Im Bereich der Mehrfamilienhäuser soll die Umsetzung vergleichsweise großzügiger Gebäudekörper ermöglicht werden. Der Bebauungsplan „Wohngebiet Gangelt-Nord VI“ befasst sich mit einem neuen Baugebiet am nördlichen Rand der Ortslage Gangelt und umfasst eine Fläche von 3,6 Hektar. Derzeit wird das Plangebiet ackerbaulich genutzt. Entlang der nördlichen Plangebietsgrenze verläuft ein Wirtschaftsweg. Die südlich angrenzenden Flächen werden derzeit bebaut. Im Osten entlang der Hermann-Josef-Claßen-Straße befinden sich kleinteilig bebaute Wohngebiete. Der Bebauungsplan „Gangelt-Nord VI“ befindet sich derzeit im „Vorentwurf zur Frühzeitigen Beteiligung“ und wird wohl erst in etwa zwei Jahren umgesetzt werden können. Da im Baugebiet „Am Vintelner Weg“ die Entwicklungsgesellschaft Gangelt im Besitz der Grundstücke ist, kann das Bauvorhaben hier schneller Gestalt annehmen.

An der Ablösung von Stellplätzen sollen zukünftig im Ortskern Gangelt Nutzungsänderungen und Renovierungsmaßnahmen im Altbestand nicht scheitern. Im Rahmen der Städtebauförderung wird der Ortskern saniert. Um Hausbesitzer nicht abzuschrecken, sollen sie zusätzlich zu den Renovierungskosten nicht auch noch die hohen Ablösebeiträge für nicht geschaffenen Parkraum zahlen müssen. Eine entsprechende Änderung der Satzung wurde bei sechs Gegenstimmen der Sozialdemokraten, der Unabhängigen Bürger und der FDP beschlossen. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Achim Philippen, befürchtete, dass am Ende die Gemeinde für die fehlenden Parkplätze wird aufkommen müssen. Gerhard Schütz (CDU) hielt entgegen, im Ortskern Gangelt gebe es genügend Parkplätze, die zu Fuß zu erreichen seien, vielleicht nicht direkt vor jeder Tür der gewünschte.

Von der Tagesordnung genommen wurde die Öffnung der Stichstraße zwischen der Hanstraße und Im Hönzel in Birgden, die CDU-Ratsmitglied Heinz Schmitz beantragt hatte. 40 Anwohner der beiden Straßen hatten bei der Verwaltung eine Unterschriftenliste gegen die Öffnung eingereicht, die den Ratsmitgliedern aber erst in der Sitzung zuging. Heinz Schmitz ließ den Tagesordnungspunkt daher zurückstellen, um die betreffenden Anwohner aufklären zu können. „Das ist doch schon mal eine gute Idee“, kommentierte Bürgermeister Bernhard Tholen. Tholens „Glückwunsch“ ging bei einem weiteren Tagesordnungspunkt der Ratssitzung an Gerhard Schütz. Schütz „darf“ als Ortsvorsteher von Gangelt einen Runden Tisch mit Anwohnern und Passanten der Lindenstraße bilden. Schütz verwies aber darauf, dass erst noch die Stellungnahme des Straßenverkehrsamtes abzuwarten sei. Darauf hätte er sich bereits mit den Beschwerdeführern geeignet, die sich (wie berichtet) vom Verkehr entlang ihrer Häuser belästigt fühlen.

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