Vinaora Nivo Slider

AZ vom 03.11.2020

Gedenken auch in Corona-Zeiten

Gangelt Der Volkstrauertag soll in der Gemeinde Gangelt nicht ganz der Corona-Pandemie zum Opfer fallen. Daher haben sich die Ortsvorsteher der einzelnen Orte in der Gemeinde Gangelt dazu entschieden, am Volkstrauertag stellvertretend für alle Bürger und Vereinigungen einen Kranz an den Denkmälern der Ortschaften nieder zu legen. So wollen die Ortsvorsteher stellvertretend für die Bevölkerung am Sonntag, 15. November, den Kriegstoten und Opfern von Gewaltherrschaften aller Völker gedenken. Die Ortsvorsteher der Gemeinde Gangelt haben sich zu dieser Aktion entschieden, um gerade in einer Zeit, in der Zusammenhalt, Solidarität und Menschlichkeit eine große Rolle spielen, diesen Gedenktag würdig zu begehen. (defi)

AZ vom 02.11.2020

Gute Durchschnittsgeschwindigkeit“ vorgelegt

Gangelter Gemeinderat: Letzte Sitzung unter der Leitung von Bernhard Tholen. Mehrheit stimmt für neues Baugebiet.

 

Gangelt Der dienstälteste Bürgermeister des Rheinlands hätte eigentlich groß verabschiedet werden sollen. Zuletzt war noch ein Abschiedsfrühstück im Mercator Hotel geplant gewesen, doch auch dieses hatte wegen Corona abgesagt werden müssen. So fasst der Gemeinderat in gewohnter Form seine Beschlüsse - und erlebte doch noch einen angemessenen Abschied.

Es blieb nur, einen Tagesordnungspunkt 13a auf die letzte Sitzung des Rates der Gemeinde Gangelt dieser Wahlperiode zu setzen. Karl-Heinz Milthaler, Fraktionsvorsitzender der CDU, beantragte die Erweiterung der Tagesordnung und gab so den Fraktionsvorsitzenden und dem 1. stellvertretenden Bürgermeister, Stefan Palloks, die Möglichkeit, die 23-jährige Amtszeit des Gangelter Bürgermeisters Bernhard Tholen zu würdigen.

Bernhard Tholen, so Stefan Palloks, habe Visionen für die abseits der Handelsrouten gelegene Gemeinde Gangelt entwickelt und sei stets die Triebfeder gewesen, um diese Visionen auch umzusetzen. Palloks dankte Bernhard Tholen für den „aufopferungsvollen Charakter“ seiner langjährigen Tätigkeit.

Der Erste Beigeordnete Gerd Dahlmanns hatte recherchiert, dass Bernhard Tholen der dienstälteste Bürgermeister im Rheinland sei. Wäre er allerdings im heimischen Westfalen geblieben, so Dahlmanns, hätten ihm drei westfälische Bürgermeister den Titel des Dienstältesten streitig gemacht.

Bernhard Tholen dankte dem Rat und der Verwaltung für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und zeigte zum Abschied, dass auch Westfalen durchaus Humor besitzen. Bernhard Tholen sagte zur Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Beigeordneten Dahlmanns: „Der Gerd Dahlmanns hat immer auf die Bremse getreten, ich habe immer Vollgas gegeben, so haben wir eine gute Durchschnittsgeschwindigkeit erreicht.“

Die 13 übrigen Tagesordnungspunkte der letzten von Bürgermeister Bernhard Tholen geleiteten Sitzung des Rates der Gemeinde Gangelt verliefen größtenteils in der Art und Weise, wie viele Entscheidungen der letzten 23 Jahre gefällt wurden. Mit einstimmigen Abstimmungsergebnissen wurden die Beschlüsse zu verschiedenen Gebühren und Baugebieten gefasst.

Ein Antrag der CDU-Fraktion zu Überschwemmungsgebieten entlang des Saeffelbaches war, wie berichtet, bereits im Bauausschuss behandelt worden und wurde nun vom Rat einvernehmlich solange auf Eis gelegt, bis die gerade laufenden neuen Berechnungen als Grundlage von Maßnahmen zur Eingrenzung der Überschwemmungsgebiete herangezogen werden können.

Nicht ganz so einstimmig verlief allerdings die Abstimmung über Änderungen des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans „Zum Gelindchen / III“ in Birgden. Die drei Mitglieder der UB-Fraktion und ein CDU-Mann stimmten gegen die Pläne, die ein 11,5 Hektar großes neues Baugebiet südöstlich von Birgden auf den Weg bringen. Dieses Baugebiet soll derzeit viermal so groß werden wie der Große Pley im Zentrum des Ortes. Ohne weitere Diskussion gab die Mehrheit der Ratsmitglieder dem neuen Baugebiet ihre Stimme.

Bürgermeister Bernhard Tholen trug sich zum Abschied in das Goldene Buch der Gemeinde Gangelt ein. Er schrieb: „Ich bin dann mal weg!“

AZ vom 30.10.2020

Diskussionen um Baugebiet „Zum Gelindchen / III“

Zwei namentlich nicht genannte Bürger hatten im Gangelter Bauausschuss Einwände zum Baugebiet „Zum Gelindchen / III“ formuliert - ohne Erfolg.

Gangelt „Mir fehlt die städteplanerische Gleichbehandlung der Ortsteile Gangelt und Birgden. Während Gangelt nach einem großen Plan zu wachsen scheint, wird in Birgden offensichtlich ohne Weitblick gehandelt.“ Dies schreibt ein Bürger, der sich seine Gedanken gemacht hat zum neuen Baugebiet „Zum Gelindchen / III“, das mit 11,54 Hektar in fast schon spektakulärer Größe am südöstlichen Ortsrand von Birgden entstehen soll. Der oder auch die Bürger(in) - der Name bleibt in den Sitzungsunterlagen des Gangelter Bauausschusses ungenannt - bringt durchdachte Einwände etwa zur Verkehrsanbindung des Baugebiets, das 190 Baustellen und drei vermutlich große Einfamilienhäuser mit einem hohen Grad an Bodenversiegelung aufweisen werde, vor und stellt seine Notwendigkeit in Frage. Die Person schließt ihre Stellungnahme mit dem schönen Satz: „Mir ist die Heimat, in der ich heute, morgen und übermorgen lebe, sehr wichtig.“

„Bürger 1“ - gleich kommt noch „Bürger 2“ zu Wort - erbittet auf seine Anmerkungen und Einwände eine Stellungnahme von der Verwaltung. Diese Stellungnahme fällt angesichts der detailliert vorgetragenen Darstellung des Bürgers ernüchternd aus. „Eine Berücksichtigung der vorgetragenen Belange ist kein Gegenstand des vorliegenden Verfahrens“ heißt es, oder auch des öfteren: „Die Stellungnahme wird zur Kenntnis genommen“.

Das sind keine unüblichen Formulierungen in solchen Verfahren, doch sollte den Bürger das Gefühl beschleichen, seine Arbeit trage keine Früchte, könnte man dies sicherlich nachvollziehen.

Ähnlich wird es vielleicht auch „Bürger 2“ gegangen sein. Er hatte ebenfalls das Gefühl entwickelt, dass in Birgden im Gegensatz zu Gangelt „einfach immer weiter insbesondere in südöstlicher Richtung angebaut“ wird. „Bürger 2“ sieht schon jetzt aufgrund fehlender Verkehrsplanung deutliche Einschränkungen innerhalb des Ortes. Mit dem neuen Baugebiet drohe sich ein „Ort im Ort“ zu entwickeln. „Für den Ort Birgden und im Endeffekt für unsere ganze Gemeinde wäre es fatal, wenn der veröffentlichte Bebauungsplan Zum Gelindchen / III in seiner jetzigen Form verwirklicht würde“, befürchtet er und bezweifelt den großflächigen Bedarf an Bauland in Birgden: Durch das enorme Wachstum der letzten Jahre dränge sich der Eindruck auf, dass Grundstücke zum Zwecke der Spekulation erworben würden. „Das einzige Ziel was hier verfolgt wird, ist eine Maximierung der vermarktbaren Grundstücke und somit des Gewinns der Investoren.“

Axel von der Heide, Geschäftsführer der VDH Projektmanagement, zuständig für die Durchführung des Flächennutzungs- und Bebauungsplanverfahrens, erläuterte im Bauausschuss die Einwände der Bürger und Träger öffentlicher Belange etwa des Kreises Heinsberg, der die Emissionen der zahlreichen haustechnischen Anlagen im neuen Baugebiet angesprochen hatte. Axel von der Heide sah trotz der Einwände das Verfahren durchweg im grünen Bereich. Fragen an Axel von der Heide gab es dann keine mehr, lediglich drei Gegenstimmen bei der Abstimmung über die 64. Änderung des Flächennutzungsplanes und Bebauungsplans Nr. 81 „Zum Gelindchen/III“ in Gangelt-Birgden im Parallelverfahren. (defi)

AZ 30.10.2020

Bauhof soll Gerätewart-Aufgaben übernehmen

Bekommt die Gangelter Feuerwehr einen hauptamtlichen Gerätewart? Die Gemeindeverwaltung hat den Antrag geprüft.

Gangelt Der „Bericht zum Beschluss des Rates der Gemeinde Gangelt vom 10. Dezember 2019 bezüglich der Aufgabenwahrnehmung von Feuerwehrangelegenheiten durch den Bauhof der Gemeinde Gangelt“ war der einzige Tagesordnungspunkt des öffentlichen Teils der letzten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Gemeinde Gangelt in der laufenden Wahlperiode. Noch eine Ratssitzung in der kommenden Woche, dann wird Bernhard Tholen „Alt-Bürgermeister“ seiner Gemeinde sein und der „Neue“, Guido Willems, den Chefsessel einnehmen.

Da Personalangelegenheiten Chefsache sind, wird Guido Willems, wenn er sich denn erst einmal eingearbeitet haben wird, sich sicherlich auch mit dem Thema „Gerätewart für die Gangelter Feuerwehr“ zu befassen haben. Den Stein „Hauptamtlicher Gerätewart für die Feuerwehr Gangelt“ hatten die beiden Ratsherren Oliver Thelen und Gerd Schütz mit einem Antrag an BürgermeisterTholen ins Rollen gebracht. Der Antrag war Anfang Dezember 2019 im Hauptausschuss der Gemeinde zur Sprache gekommen, als beide Ratsherren noch Mitglieder der CDU-Fraktion waren. Oliver Thelen geht inzwischen eigene Wege unter der Flagge der Partei „Die Partei“. Schütz und Thelen hatten damals deutlich gemacht, dass ihr Antrag selbstverständlich in enger Absprache mit der Führung der Gangelter Feuerwehr gestellt worden sei.

Die Einrichtung einer hauptamtlichen Stelle verfolgt unter anderem das Ziel, es den Wehrleuten zu ermöglichen, sich werktags verstärkt auf die zunehmende Zahl der Einsätze zu konzentrieren. Darüber hinaus setzt die Feuerwehr bei ihren vielfältigen Aufgaben Ausrüstung ein, deren Wartung Fachwissen verlangt. Der Antrag der beiden Ratsherren ging damals baden, selbst die eigene CDU konnte sich für die Idee nicht erwärmen. Es sollte zunächst ein Jahr lang die Variante geprüft werden, den Bauhof vermehrt mit der Wartung von Feuerwehr-Gerätschaften zu betrauen.

In der Vorlage der Verwaltung zur aktuellen Hauptausschusssitzung legte diese dar, dass die maximal 1600 Arbeitsstunden pro Jahr, mit denen der Bauhof Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr wahrnimmt, wohl ausreichen. Bis zum 31. August 2020 seien 1127 Stunden für die Aufgaben der Feuerwehr beim Bauhof der Gemeinde Gangelt angefallen. Hochgerechnet auf das gesamte Jahr 2020 würden circa 1690 Stunden anfallen. Dies entspreche den Vorgaben des Beschlusses vom 10. Dezember 2019. In der genannten Zeit hätten alle zusätzlichen Arbeiten für die Freiwillige Feuerwehr erledigt werden können. Allerdings sei hierzu das externe Auftragsvolumen der Grünanlagenpflege vergrößert worden. Ab dem Jahr 2021 sei daher beabsichtigt, den Bauhof personell um eine Kraft zu verstärken, um diese externe Grünanlagenpflege wieder auf das frühere Niveau zurückführen zu können.

1600 Arbeitsstunden

Gerd Schütz merkte dazu an, dass er nach wie vor einen hauptamtlichen Gerätewart bei der Feuerwehr für die bessere Lösung halte. Ihm leuchte nicht ein, warum diese Stelle beim Bauhof angesiedelt werde. Der Leiter der Feuerwehr Gangelt, Günter Paulzen, saß bei der nur wenige Minuten dauernden Beratung über diesen Tagesordnungspunkt mit am Tisch der Verwaltung. Er bestätigte lediglich kopfnickend die Ansicht von Bürgermeister Tholen, dass die 1600 Arbeitsstunden wohl ausreichen würden, um die Geräte der Gangelter Feuerwehr zu warten.

Karl-Heinz Milthaler, Fraktionsvorsitzender der CDU, betonte, es sei wohl sinnvoll, die Entscheidung über eine neu zu besetzende Stelle, dem neuen Bürgermeister zu überlassen.

AZ vom 26.10.2020

CDU will Überschwemmungsflächen verringern
Situation am Saeffelbach ist am Mittwoch Thema im Bauausschuss. Verwaltung nimmt vor der Sitzung Stellung.

 

Gangelt Um alle Beteiligten auf denselben Wissensstand zu bringen, hat die CDU-Fraktion im Rat der Gemeinde Gangelt einen Antrag zu den Überschwemmungsgebieten am Saeffelbach gestellt. Die Festsetzung von Überschwemmungsgebieten für den Saeffelbach mittels einer ordnungsbehördlichen Verfügung der Bezirksregierung Köln vom 23. Dezember 2013 habe für die Besitzer von am Saeffelbach liegenden Grundstücken „eklatante Auswirkungen“ stellt die CDU in ihrem Antragsschreiben fest, das bei der nächsten Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde am Mittwoch, 28. Oktober, um 19 Uhr im Forum des Rathauses zur Sprache kommen wird.

Als Reaktion auf diese Verordnung habe die Gemeindeverwaltung das Aachener Ingenieurbüro Hydrotec damit beauftragt, die Berechnungen der Bezirksregierung zu überprüfen, so die CDU. Hydrotec habe weitaus geringere Überschwemmungswerte berechnet. Weiter schreibt die CDU, im September 2014 habe der Gemeinderat unabhängig von der Hydrotec-Berechnung Maßnahmen zum Schutz vor Überschwemmungen entlang des Saeffelbaches beschlossen, die bisher noch nicht vollends durchgeführt worden seien.

Hierzu gehörten die Aushebung des Saeffelbaches auf seine ursprüngliche Tiefe und eine regelmäßige Nachsorge um ein Hochwachsen des Bachbettes zu verhindern. Die CDU-Fraktion verweist in ihrem Antrag auch auf eine Begehung am 19. Juli 2018, an der die Gemeindeverwaltung, die Untere Wasserbehörde Heinsberg und Bürger aus Langbroich teilgenommen hätten. Dabei sei festgestellt worden, dass der Durchlauf des Saeffelbaches unter der Mittelstraße in Langbroich durch ein Abflussrohr gequert werde. „Dies stellt eine Barriere dar, wodurch der Abfluss des Wassers bei Starkregen immens verzögert wird“, stellt die CDU-Fraktion fest. Die Gemeindeverwaltung habe man daraufhin gebeten, das Abflussrohr unter der Brücke tiefer zu legen. Der Antrag der CDU-Fraktion endet mit der Bitte an die Verwaltung, sie möge mitteilen, welche Maßnahmen bisher nicht umgesetzt wurden, sie möge Geld für noch nicht umgesetzte Maßnahmen zur Verfügung stellen und sie möge die Bezirksregierung bewegen, die geringeren Werte der Hydrotec zu übernehmen, mit der Zielsetzung, die Überschwemmungsflächen für Langbroich und Schierwaldenrath zu verringern.

In der Sitzungsvorlage hat die Gemeindeverwaltung bereits ausführlich Stellung zum CDU-Antrag bezogen und verweist unter anderem darauf, dass das querende Abflussrohr unter der Mittelstraße nicht ursächlich für eventuelle Überschwemmungen sei. Zudem dürfe momentan kein Eingriff in das Gewässer erfolgen, da derzeit unter Berücksichtigung aller maßgeblichen Flächen des Einzugsgebietes „eine Optimierung der Berechnung des Überschwemmungsgebietes“ durchgeführt werde, die zur Grundlage eines eventuell notwendig werdenden Planfeststellungsverfahrens werde.

Die Gemeindeverwaltung stellt abschließend fest: „Somit kann eine aussagekräftige Mittelbereitstellung noch nicht erfolgen.“

 

Zusätzliche Informationen