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AN vom 12.10.2019

Doppelkekse kommen bei Klimabilanz nicht gut weg

„Klimaschutz im Alltag“ hieß eine Veranstaltung der Jungen Union und der Frauenunion Gangelt, Selfkant, Waldfeucht, bei der die Ökobilanz von Produkten Thema war.

GANGELT Drastisch war das, was die Gäste der Jungen Union Gangelt und der Frauenunion Gangelt, Selfkant, Waldfeucht da im Infocenter rund um die Problematik mit Kunststoffmüll zu sehen und hören bekamen. „Klimaschutz im Alltag“ lautete das Thema.

Jedes Jahr landen Millionen Tonnen Müll im Meer und gefährden dieses einzigartige Ökosystem und seine Bewohner. Vom Meer, das ja von unserer Region eher weit weg scheint, landet das Problem mit den Fischen aber unmittelbar auf unseren Tellern. Hinzu kommt, dass man der Plastikflut in der Abfallentsorgung kaum noch Herr wird.

136 Kilogramm davon, so war im Infocenter zu hören, produziert jeder im Durchschnitt. Erschreckend, was da in dem Film „A Plastic Ocean“ in 20 Minuten alles gezeigt wurde. „Das ist eine Missachtung der Meere“, sagte der Ideengeber des Films, Craig Lesson.

„Auch wenn wir nicht viel ändern können, so haben kleine Schritte doch oft ein große Wirkung“, führte Dagmar Ohlenforst von der Frauenunion in den Abend ein. Nach dem Film ging es sofort an den praktischen Teil, das heißt, in einem globalen Supermarkt konnte eingekauft werden. Anstatt an der Kasse mit Geld zu bezahlen, bekam man die Ökobilanz eines jeden Produktes anzeigt. Klar, dass Handy, Laptop und alles mit Plastikverpackungen da schlecht bis sehr schlecht wegkamen. Das wurde dann bei Lebensmitteln, Kosmetika für sie und ihn oder unverpacktem heimischen Obst immer besser.

Sehr gut kamen grundsätzlich Fairtrade-Produkte weg. Ein Einkäufer war ganz entsetzt, als er seine geliebten Doppelkekse mit Schokoladenfüllung auf die Theke legte. 2000 Liter Wasser werden da verbraucht, Palmöl kommt zum Einsatz, der Kakao dafür wird auch mit Kinderarbeit gewonnen, und über die Verpackung muss man gar nicht erst reden...

AN vom 10.10.2019

Kein Konzept für die Umwelt in Gangelt?

Bau- und Umweltausschuss: Man tut schon viel für das Klima! Konfuse Diskussionen zum Start in den Wahlkampf.

Gangelt Irgendwie war der Wurm drin in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses der Gemeinde Gangelt. Ein Frühstart in den Kommunalwahlkampf und dann auch noch eine „explodierende“ Biogasanlage, das ist selbst für einen altgedienten Kommunalpolitiker wie Karl-Heinz Milthaler zu viel. Er sei sehr enttäuscht, meinte der Fraktionsvorsitzende der CDU, dass sein Appell vor der Sommerpause, den Klimaaktionismus aus der Ratsarbeit herauszuhalten, nicht gefruchtet habe.

Man tue schon viel für das Klima in der Gemeinde Gangelt, befand Karl-Heinz Milthaler im Ausschuss, und dieser Einschätzung widersprach auch Ingrid Heim (FDP) nicht, die Milthalers Enttäuschung mit ihrem Antrag „zur Einrichtung eines grünen Tisches zur Erstellung eines Umweltkonzeptes“ verursacht hatte. Auf die Ausrufung des Klimanotstands hatte man schon verzichtet, und Milthaler war eigentlich zuversichtlich gewesen, dass man in Gangelt nicht auf den Zug aufspringen würde.

Verbesserungen möglich

Ingrid Heim hielt dagegen, dass sie sicher nicht in Klimaaktionismus verfalle. Auch wenn die Gemeinde schon viel tue für den Klimaschutz, seien Verbesserungen doch möglich. Die Idee eines „grünen Tisches“, der parteiübergreifend und mit externen Fachleuten besetzt werden sollte, sei vom Nabu, dem sie auch angehöre, gekommen.

Rainer Mansel (SPD) konnte dem Gedanken eines „grünen Tisches“ durchaus etwas abgewinnen, da Umweltbelange bislang im Bau- und Umweltausschuss etwas zu kurz kämen. Seitens der CDU-Fraktion wurde jedoch argumentiert, dass um Entscheidungen treffen zu können, ein Thema auf jeden Fall wieder im Ausschuss landen würde.

Der Ausschussvorsitzende Gerd Schütz (CDU) sah ebenfalls keinen Mehrwert in einem „grünen Tisch“. Die meisten Umweltkonzepte, die er kenne, wären das Papier nicht wert. Mehr als Plastikbecher vermeiden und zu Fuß gehen, wäre da nicht zu finden. Auch wenn Ingrid Heim ihren Antrag dann dahingehend abänderte, dass sie den Begriff „Umweltkonzept“ streichen ließ, fand sie nicht mehr als zwei Mitstreiter der SPD für ihren somit abgelehnten Antrag.

Noch etwas konfuser ging es beim zweiten FDP-Antrag zu, der auch schon ein wenig nach Wahlkampf roch. Ingrid Heim hatte für die FDP Absperrungen im Bereich des Spielplatzes Schierwaldenrath am Feuerwehrhaus beantragt. Karl-Heinz Milthaler konnte nur mit dem Kopf schütteln. Da könne er jetzt auch den Bau einer Umgehungsstraße um Gangelt fordern, das würde genau soviel Sinn machen.

So wie die Umgehungsstraße längst beschlossen sei, würde auch im Zuge der dortigen Baumaßnahmen der Spielplatz in Schierwaldenrath gesichert werden, es würde halt nur etwas dauern. Um des lieben Friedens willen beschloss der Bauausschuss schließlich, die Verwaltung möge doch mal schauen, ob im Rahmen der dortigen Baumaßnahmen nicht eine provisorische Absperrung möglich sei.

Hans-Günter Heinen, fraktionsloses Mitglied des Bauausschusses, hat nach wie vor ein feines Gespür für Nadelstiche. Als der Ausschuss sich entscheiden sollte, ob denn nun ein „unabhängiger Gutachter“ oder ein „Gutachter“ den Ausschussmitgliedern erklären soll, wie ein Blockheizkraftwerk arbeitet, warf Hans-Günter Heinen ein, wenn auf der einen Seite ein „unabhängiger Gutachter“ zur Wahl stünde, müsste es auf der anderen Seite auch „abhängiger Gutachter“ heißen. Die Diskussion musste aber nicht weiter vertieft werden, da die Mehrheit des Ausschusses sich für den „unabhängigen Gutachter“ entschied. Dieser soll nun, von der Gemeinde bestellt, auf Kosten des Antragstellers in einer der folgenden Bauausschusssitzungen den Ausschussmitgliedern Rede und Antwort stehen zur Erweiterung der Biogasanlage Schümm.

In der aktuellen Sitzung stand der Umweltbericht in Bezug auf ein zweites, neu zu errichtendes Blockheizkraftwerk auf dem Gelände der Biogasanlage Schümm zur Diskussion. Der zuständige Ortsvorsteher Günther Dammers (CDU) hatte versucht, sich schlau zu machen, vor allem in Bezug auf die zu erwartenden Schallemissionen. So ganz wollte er der Argumentation des Antragstellers, zwei Anlagen würden nicht mehr Lärm machen als die bestehende, da die Technik inzwischen fortgeschritten sei, nicht glauben. „Irgendwas stimmt da nicht“, stellte Dammers fest. Verwirrung herrschte im Ausschuss auch über die Anzahl der Blockheizkraftwerke, die gebaut werden sollen und inwieweit die Anlage an der Schule in Breberen in die Planungen einbezogen ist.

Diskussion vertagt

Der Ausschussvorsitzende Gerd Schütz meinte, dies sei eine ganz neue Diskussion für ihn. Karl-Heinz Milthalers Vorschlag, aufgrund des großen Diskussionsbedarfs den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen, wurde schließlich gefolgt. Ein „unabhängiger Gutachter“ soll nun Klarheit schaffen.

Er wird dann sicher auch Auskunft zu einer Einschätzung von Hans-Günter Heinen geben können. Dieser sieht aufgrund des Einsatzes von Methangas eine Explosionsgefahr bei der Biogasanlage, die viel zu nah an der Wohnbebauung stehe.

AN vom 19.09.19
Bald kennt jeder den letzten Hufschmied Gangelts
 
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Mehr Informationen an den Straßenschildern
 
Gangelt Die Idee, den Gangelter Straßennamen Erläuterungen anzufügen, hatte Ortsvorsteher Gerd Schütz aus seiner Heimat, dem Saarland, mitgebracht. Das ist lange her. Als im Dezember 2018 die Raiffeisenbank Heinsberg beantragte, das Schild Raiffeisenstraße mit einer entsprechenden Erläuterung zu versehen, wurde diese Idee wieder aufgegriffen, allerdings stand die Frage der Finanzierung im Raum.
 
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Milthaler beantragte für den Ortsverband über den Kreis Heinsberg im Rahmen des NRW-Projektes „Heimat-Scheck“ eine Förderung und bekam 2000 Euro gewährt. „Die reichen aber nur, um die 15 bis 16 Straßen mit Personennamen in Gangelt so auszustatten“, so Milthaler, der sich im Moment mit Gerd Schütz und dem CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Dr. Heiner Breickmann auf den Weg macht, die Schilder anzubringen.
 
Wer Pastor Fischenich war, wissen die meisten Gangelter – die vielen Zugezogenen aber nicht. Bei Heinrich Josef Otten (Gangelter Chronist), Johan Conen (letzter Hufschmied im Dorf), Hermann Josef Claeßen (Bürgermeister 1812-57) oder Peter Staas (Heimatdichter) wird es auch für den ein oder anderen ebenfalls schon „Eingeborenen“ eng. (hama)
 

Super Sonntag vom 06.10.19
Anforderungsprofil passt

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Guido Willems kandidiert in Gangelt fürs Amt des Bürgermeisters

 

Gangelt. Die Kommunalwahlen werfen ihre Schatten voraus, vielerorts werden jetzt Bürgermeister-Kandidaten nominiert. So auch in Gangelt, wo Amtsinhaber Bernhard Tholen nicht mehr antritt.

Jung und dynamisch soll er sein. Und anpacken muss er können. Ganz wichtig ist die Erfahrung als Verwaltungsfachmann. Und wenn er dann noch aus Gangelt kommt, ist er der perfekte Kandidat. Zwar nicht ganz in diesem Wortlaut, aber von den Anforderungen durchaus passend, dürfte das Profil gewesen sein, das Bürgermeister Bernhard Tholen gemeinsam mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Karl-Heinz Milthaler und dem Gemeindeverbandsvorsitzenden Heiner Breickmann für den neuen Bürgermeisterkandidaten in Gangelt formuliert hatte. All diese Voraussetzungen erfüllt Guido Willems, der jetzige Leiter im Büro des Landrats Stephan Pusch. „Dass er zudem noch Mitglied der CDU ist, freut uns natürlich, war aber nicht zwingend“, sagt Bernhard Tholen, dem man die Erleichterung darüber, „den besten Kandidaten, den ich mir hätte wünschen können“ gefunden zu haben, tatsächlich ansieht.

Guido Willems ist 38 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. „Ich bin ein Kind der Gemeinde Gangelt, bin hier geboren und habe nie woanders gelebt“, sagt Guido Willems, der in Birgden wohnt, über sich selbst. Nach dem Abitur 2000 in Geilenkirchen hatte er seinen Zivildienst in einem Altenheim geleistet und anschließend ein Duales Studium bei der Kreisverwaltung in Heinsber zum Diplom-Verwaltungswirt absolviert. Beim Kreis war er zunächst im Hauptamt, dann im Amt für Gebäudewirtschaft, im Haupt- und Personalamt und schließlich seit zwei Jahren als Leiter im Büro des Landrats tätig, wo er sich unter anderem um die Ratsangelegenheiten und die Planung der Haushaltskosten kümmert. Neben dem Job absolvierte er von 2004 bis 2008 ein Studium der Betriebswirtschaftslehre und anschließend bis 2013 ein Jurastudium. Ehrenamtlich engagiert er sich als Dozent am Studieninstitut Aachen, ist ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Aachen und ist im Kirchenvorstand in Birgden aktiv. „Und dazu bin ich ein ganz normaler Familienvater und verbringe die Wochenenden mit meinen Kindern auf dem Fußballplatz oder beim Tanzen.“ (sit)

 AN vom 20.06.2019

Startschuss zur Insektenchallenge

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Schneeballsystem: Junge Union schenkt Bienen ein neues Zuhause und fordert Nachahmer auf, es ihr gleich zu tun. Auch andere Projekte zur Artenvielfalt sind willkommen.

 

Gangelt Im Schatten des Gangelter Mercator-Hotels gibt es jetzt eine weitere Herberge mit einem äußerst umfangreichen Zimmerangebot. Die Junge Union (JU) hat im Rahmen einer größeren Maßnahme ein XXL-Insektenhotel in der Nähe des Gangelter Burgturmes an einem rund um den Acker befindlichen Blühstreifen aufgestellt. Zwar können die Bewohner mit dem Maisfeld, an dessen Rand ihre Unterkunft steht, nichts anfangen; in der unmittelbaren Umgebung gibt es aber reichlich Nahrung. Vera Dammers, seit Dezember 2018 JU-Vorsitzende, macht damit eine Ankündigung vom Wahlabend wahr. Sie wollte das Bestehen der CDU-Nachwuchs-Vereinigung mit regelmäßigen Aktionen in den Köpfen der Öffentlichkeit etablieren. Einer der Höhepunkte in diesem Veranstaltungsreigen war ein Diskussionsabend mit Bürgermeister Bernhard Tholen, der so gut ankam, dass sich gleich zehn neue Mitglieder bei der JU anmeldeten. Bei dem einen Insektenhotel soll es aber nicht bleiben. Vera Dammers erläutert, dass der CDU Gemeindeverband Gangelt, die Birgden REWE Familie Schmitz und die ViaNobis Gangelt ebenfalls darum gebeten worden sind, sich an dieser Aktion zu beteiligen.

 

Artenvielfalt geht alle an

„Läuft“, kann Vera Dammers über den Stand der Dinge dort berichten. „Diese Aktion ist aber nicht auf Insektenhotels beschränkt“, so die jungen Dame. Es sollen von den drei genannten Gruppen ebenfalls neue Mitstreiter in einer Art Schneeballsystem gefunden werden. Wenn dann wiederum jeweils drei Nachahmer oder neue Initiativen gefunden werden – auch jede andere Aktion in Sachen Artenvielfalt ist möglich – würde die Aktion immer weiter wachsen.

 

„Nachhaltigkeit geht alle an“, fasst Christian Conzen aus dem JU-Vorstand zusammen. Nach den Sommerferien soll man wieder von der JU hören. Mit einem speziellen Projekt sollen die neuen Mitglieder in das Team eingebunden werden und dann will man mit der Frauenunion einen Klimaworkshop in Sachen Plastikmüll veranstalten.

Zusätzliche Informationen