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AN vom 08.05.2020

Stellgebühren bleiben gleich
Zu diesem Ergebnis kommt der Gemeinderat in Gangelt bei seiner Sitzung


Gangelt Der Wohnmobilstellplatz der Gemeinde Gangelt am Kahnweiher war in der vergangenen Saison nicht gut ausgelastet gewesen. Daher hatte sich die Gemeindeverwaltung Gedanken gemacht, ob mit einer Anpassung der Entgelte mehr Interessenten für den Platz gewonnen werden könnten. Im Haupt- und Finanzausschuss stellte die Verwaltung ihre Überlegungen vor, allerdings mit dem Ergebnis, dass für die Restsaison 2020 alles beim Alten bleibt.
Die Verwaltung hatte erklärt, dass die Entwicklung im Jahr 2019 gezeigt habe, dass die 20 Euro für die Hauptsaison schwer zu erzielen seien. Viele Wohnmobilisten hätten aufgrund der erhöhten Preise während der Sommerferien den Stellplatz gemieden. Die Auslastung habe in der Hauptsaison gerade mal 28 Prozent betragen, die Auslastung in der Zwischensaison 29 Prozent.
Die Verwaltung hatte daher vorgeschlagen, die Saison zukünftig statt in drei Teile in eine Haupt- (15 Euro pro Nacht) und eine Nebensaison (10 Euro) aufzuteilen. Bürgermeister Bernhard Tholen erläuterte, dass die Übernahme des Stellplatzes von der Firma Prospex zum 1. Juli 2019 sicherlich ungünstig gewesen sei, da noch einige Arbeiten auf dem Platz zu erledigen gewesen seien.
Rainer Mansel, Fraktionssprecher der SPD, argumentierte, der Platz sei vergangenes Jahr nicht ausgelastet gewesen, weil er zuvor von langjährigen Nutzern blockiert gewesen sei. Diese waren wohl nach der Preiserhöhung aus Protest weggeblieben. Mansel geht davon aus, dass es sich erst noch herumsprechen müsse, dass es in Gangelt wieder Stellplätze gebe. Schließlich handle es sich bei dem Wohnmobilstellplatz am Kahnweiher nicht um einen gewöhnlichen Stellplatz.
Auch Bürgermeister Tholen unterstrich die Top-Qualität des Platzes, der mit Freibad, Minigolf, Kahnfahren und dem benachbarten Rodebachtal ein ungewöhnlich vielfältiges Freizeitangebot biete. Auch Karl-Heinz Milthaler, Fraktionssprecher der CDU, sprach sich dafür aus, noch ein Jahr abzuwarten, zumal eh unklar sei, wie sich aufgrund von Corona die Restbelegungszeit gestalten werde.

 

AN vom 07.05.2020

Weht die IDAHOBIT-Flagge vor dem Rathaus?
Jusos möchten in Gangelt die Regenbogenflagge gehisst sehen. Bürgermeister soll entscheiden.

Gangelt Die Regenbogenflagge möchten die Jusos Kreis Heinsberg zum „Internationalen Tag gegen IDAHOBIT“ am Fahnenmast vor dem Gangelter Rathaus wehen sehen. Derzeit flattert an einem der beiden Masten vor dem Rathaus eine weiße Fahne mit dem Spruch „hs be strong“, der jetzt schon in die Geschichte der Region eingegangen ist.
Wenn man die Anmerkungen von Bürgermeister Bernhard Tholen im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Gangelt richtig deutete, hat er die Fahne dort kraft seines Amtes ohne Ratsentscheidung hissen lassen, und keiner hat wohl etwas dagegen, dass diese historische Aufforderung an die Menschen im Kreis dort munter im Wind flattert.
Etwas anders verhält es sich mit der Regenbogenflagge. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass doch nicht jeder auf Anhieb sagen könnte, wofür IDAHOBIT steht. Viele werden es aber sicher wissen, dass der Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie gemeint ist. Die Jusos hätten gerne mit der Regenbogenflagge ein klares Zeichen gegen jede Form der Diskriminierung und Ausgrenzung gesetzt gesehen. Daher hatten sie eine Anregung nach Paragraph 24 der Gemeindeordnung eingereicht, die nun im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Gangelt zu behandeln war.
Roger Schröder von der Fraktion Unabhängige Bürger und Gerd Schütz von der CDU hatten sich beide im Vorfeld der Sitzung schlau gemacht. Nach dem Studium von Verwaltungsvorschriften und Beflaggungsordnung waren beide zu unterschiedlichen Erkenntnissen gelangt, etwa in Bezug darauf, wer darüber zu entscheiden hat, wann, wo, welche Flagge gehisst wird. Schütz stellte klar, dass es sich bei der Regenbogenflagge auf keinen Fall um eine offizielle Flagge handelt, da gebe es zig Ausführungen. Schröder war zu der Ansicht gelangt, dass der Dienststellenleiter zu entscheiden habe, welche Fahne weht. Rainer Mansel (SPD) meinte, auch wenn der Antrag von den Jusos käme, solle man ihn doch nicht zu hoch hängen. Vielleicht ließe sich ja eine kreisweite Regelung mit dem Landrat absprechen, da dieser Antrag sicherlich auch in den übrigen Kommunen vorliege. Karl-Heinz Milthaler (CDU) unterstützte diesen Vorschlag. Der Beigeordnete Gerd Dahlmanns formulierte daraufhin einen Beschlussvorschlag, dessen Ausgewogenheit und Einsicht alle Ausschussmitglieder überzeugte. Dahlmanns schlug vor, der Ausschuss möge den Antrag der Jusos zur Kenntnis nehmen und ihn dann zur Entscheidung an den Bürgermeister weiterreichen. Selbst Bürgermeister Bernhard Tholen konnte sich dem weisen Vorschlag seines Beigeordneten nicht entziehen und bedankte sich mit einem Schmunzeln.
Bereits am 17. Mai wird der Tage gegen IDAHOBIT unter dem Motto „Breaking the silence“ begangen.

 

AN vom 01.05.2020

Ortskern mit Wohngebiet und Handel stärken
Bebauungsplan für Gebiet zwischen Martin-May-Straße, Hastenrather Straße und Sittarder Straße in Gangelt auf den Weg gebracht

Gangelt Der Gangelter Ortskern wird sich verändern. Die neue Umgehungsstraße, die vielleicht schon im August für den Verkehr freigegeben werden kann, wird zu einer Verkehrsberuhigung führen und soll über kurz oder lang auch eine Belebung des Ortskerns nach sich ziehen. Die Nahversorgung am Zentralort der Gemeinde soll daher langfristig von der „grünen Wiese“ wieder stärker in den Ort geholt werden. Einen Schritt in diese Richtung unternahm nun der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Gangelt mit der Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 78.
Im Rathaus-Forum
Es war die erste Ausschusssitzung nach Beginn der Corona-Krise. Den Geboten der Stunde folgend, tagte der Ausschuss, der normalerweise in einem kleineren Sitzungssaal zusammentritt, im weitläufigen Forum des Rathauses, so dass der gebotene Abstand zwischen den Sitzungsteilnehmern gut einzuhalten war.
Die Diplom-Ingenieurin Julia Hero, deren Arbeitgeber, die Aachener Planungsgruppe MWM, auch den bereits begonnenen Prozess zur Neugestaltung des Ortskerns begleitet, erläuterte den Ausschussmitgliedern die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 78 „Bereich Sittarder Straße / Hastenrather Straße / Martin-May-Straße“. Im Sinne der Sicherung und Stärkung des Ortskerns als wesentliches Ziel der Landesplanung und des Interkommunalen Entwicklungskonzeptes für Gangelt solle der großflächige Einzelhandel langfristig vom derzeitigen westlich gelegenen Standort an der Heinrich-Josef-Otten-Straße näher an das Zentrum geholt und besser angebunden werden. Um diese Entwicklungsabsichten umsetzen zu können, sollten für den Planbereich zwischen der Hastenrather Straße, Sittarder Straße und Martin-May-Straße (K 5) die städtebaulichen Ziele an die aktuellen Absichten angepasst werden.
Julia Hero unterstrich den besonderen Wert des Planbereichs für die gemeindliche Entwicklung. Nach der Aufstellung des Bebauungsplans sei für den Herbst mit der Vorstellung des Bebauungsplanvorentwurfs zu rechnen. Im Frühjahr 2021 könne mit der Offenlegung des Bebauungsplans die zweite Runde des Verfahrens eingeläutet werden. Der Planbereich, der von der Martin-May-Straße im Westen, der Hastenrather Straße im Norden und der Sittarder Straße im Süden begrenzt wird, gestaltet sich wie ein Tortenstück, das teilweise schon bebaut ist. An der Sittarder Straße befindet sich das „Sondergebiet großflächiger Einzelhandel“, das auch weiterhin die Nahversorgung sichern und verträglich erweitert werden soll. Daneben besteht ein Wohngebiet, das nachverdichtet werden soll.
Ein zweites Wohngebiet westlich der Hastenrather Straße soll entwickelt werden – und zwar für gemischte Wohnformen wie zum Beispiel besondere Wohnformen für Senioren, mobilitätseingeschränkte Personen und geförderten Wohnraum. Zwei Flächen an der Martin-May-Straße sollen als Gewerbegebiete entwickelt werden, das nördliche an das Wohngebiet Hastenrather Straße angrenzende mit wohnverträglichen Gewerbeangeboten wie Kleingewerbe, Handwerk und Büros, das südliche rund doppelt so große Gebiet langfristig als Gewerbegebiet.
Auf der alten Bahntrasse, die das „Tortenstück“ in West-Ost-Richtung halbiert, soll einmal ein Radweg angelegt werden.

 

AN vom 06.05.2020

Bänke in Gangelt ausgetauscht und aufgestellt
Sitzgelegenheiten sind Thema im Kulturausschuss. Attraktivität steigern. Zuerst den Ist-Zustand ermitteln.


Gangelt Karl-Heinz Milthaler, Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat der Gemeinde Gangelt, hatte einen Spaziergang durch das schöne Gangelt gemacht. Er spazierte nicht einfach so herum, sondern mit dem Ziel, mal zu schauen, ob tatsächlich, wie die Freien Demokraten gemutmaßt hatten, ein Bedarf an weiteren Bänken in der Gemeinde besteht. Milthaler wanderte sich bei diesem Spaziergang nicht müde. Er fand reichlich Sitzgelegenheiten, um mal auszuruhen und folgerte, dass wer einen Antrag zur Aufstellung weiterer Bänke in der Gemeinde Gangelt stellt, doch lieber erst einmal schauen sollte, wie viele Bänke denn schon aufgestellt wurden.
Tatsächlich stehen etwa rund um das Rathaus und auf dem benachbarten Spielplatz oder beispielsweise am Naherholungsknotenpunkt rund um den Kahnweiher schon viele Bänke. Nach dem Antrag der FDP-Fraktion vom Januar 2019 waren zudem weitere Bänke aufgestellt beziehungsweise alte Bänke erneuert worden. Der FDP-Antrag war damals vom Kulturausschuss einstimmig angenommen worden. Allerdings war der Antrag so abgefedert worden, dass nicht Bänke am Rodebach, auf dem Friedhof, an Orten von kulturhistorischer Bedeutung wie Stadttore, Wall, Graben und Stadtmauer, vor dem Rathaus, in den Neubaugebieten und in den Nachbarorten aufzustellen waren, sondern man hatte es bei allgemein „weiteren Bänken“ unter anderem auf Vorschlag der Ortsvorsteher belassen.
In der aktuellen Sitzung des Kulturausschusses gab die Verwaltung nun auf Anfrage der FDP Auskunft über die inzwischen getroffenen Maßnahmen. Demnach wurden im Bereich Kahnweiher vor einigen Wochen acht Bänke ausgetauscht. Auf dem Rathausvorplatz wurden zwei neue Metallbänke angebracht. Jede Bank kostete inklusive Aufbau 1031,23 Euro. Um die von der FDP eingereichten Fragen vollends abzuarbeiten, verwies die Gemeindeverwaltung auch noch darauf, dass keine Fördermittel aus dem Heimatfonds für das Aufstellen der Bänke beantragt worden seien.
Ob die Freien Demokraten nun zufrieden waren mit ihrer Initiative „Mehr Bänke für Gangelt“, war schwer zu deuten. Horst Frank, der die Liberalen im Kulturausschuss vertritt, äußerte sich mit keinem Wort weder zu den Ausführungen der Verwaltung noch zur Kritik von Karl-Heinz Milthaler, erstmal den Ist-Zustand anzuschauen, bevor man Anträge stellt. Als „gut gemeint“ hatte Karl-Heinz Milthaler den FDP-Antrag wohlwollend bezeichnet. Der Tenor im Kulturausschuss schien nun zu lauten: Kaputte Bänke werden natürlich ausgetauscht – und sollte noch Bedarf an einer Stelle bestehen, kann man ja mal über eine neue Bank reden. Die ursprünglich von FDP-Ratsfrau Ingrid Heim eingebrachte Idee hatte darauf abgezielt, die Attraktivität der Gemeinde durch das Aufstellen von Bänken an touristisch wertvollen Orten zu fördern. (defi)

 

AN vom 30.04.2020

Ein Mast für zwei Betreiber? 
Antennenträger sollen in Birgden und Breberen aufgestellt werden

Gangelt Ein bisschen Schmunzeln war sicherlich erlaubt, als ausgerechnet Rainer Mansel, SPD-Mann aus Stahe, im Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Gangelt nachfragte, wie es denn die Gangelter Ratsgruppe (CDU) mit der geplanten Errichtung eines Antennenträgers in Birgden halte. Mansel meinte, was dort in Birgden gebaut werden solle, sei ja eine „echte Trumm“. Das ganze Ortsbild werde durch diesen Mobilfunkmast geprägt werden.
Auf einem Privatgrundstück neben einem als Trainingsplatz genutzten Sportplatz nördlich der Bahnhofstraße in Birgden möchte die Deutsche Funkturm diesen Antennenmast errichten, der mit stattlichen 41,3 Metern durchaus Kirchturmhöhe erreichen würde. Betreiber der Anlage würde die Deutsche Telekom werden. Baubehörde ist die Kreisverwaltung Heinsberg. Im Baugenehmigungsverfahren ist die Gemeinde Gangelt aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben. Der Stahlgittermast trägt eine Outdoorsystemtechnik, misst unten 5 mal 5 Meter und benötigt eine Aufstellfläche von 10 mal 10 Metern.
Im Ausschuss sagte die Birgdener Ratsgruppe auf die Nachfrage von Rainer Mansel erstmal nichts zum Thema. Man habe sich noch nicht mit diesem Vorhaben befasst, lautete die Begründung für die Wortkargheit. Um der Birgdener Ratsgruppe Zeit zu geben, sich eine Meinung zu bilden, wurde die Stellungnahme der Gemeinde zum Bau der „Trumm“ in die nächste Bauausschusssitzung vertagt. Man könne nicht sagen: Da will ich es nicht haben, und da will ich es nicht haben – und trotzdem überall mobil telefonieren wollen, meinte Günther Dammers bei einem weiteren Tagesordnungspunkt der Bauausschusssitzung, der sich ebenfalls mit Mobilfunkmasten, diesmal in der Maternusstraße in Breberen, befasste.
Dammers verwies allerdings auf die anstehende Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Dort ginge es um die Errichtung eines zweiten Mastes – nur 300 Meter entfernt von dem nun im Bauausschuss zur Diskussion stehenden. Die Zielrichtung müsste sein, so Dammers, dass die Gemeinde die beiden Betreiber, die bislang zwei Masten errichten wollen, dazu bewegt, ihre Anlagen gemeinsam an einem Mast anzubringen.
Willibert Mevißen, zuständiger Fachbereichsleiter der Gemeindeverwaltung, hatte in Absprache mit Günther Dammers einen Beschlussvorschlag in diese Zielrichtung formuliert, der schließlich dem Wunsch, eine gute Anbindung an das Mobilfunknetz über nur einen Mast zu erhalten, gerecht wurde. Unstrittig war die Erweiterung von Mobilfunksendeanlagen in der Gemeinde um sogenannte LTE-Anlagen. Diese Sendeanlagen, LTE steht für „Long Term Evolution“ (langfristige Entwicklung), dienen der vierten Handynetz-Generation. Am Hof Grünental in Gangelt, an der Bundesstraße in Stahe und An der Villa in Breberen soll aufgerüstet werden.

 

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