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AN vom 03.12.2018

Bauarbeiten an der Ortsumgehung Gangelt im Zeitplan

GANGELT Die Straßenbaumaßnahmen um Gangelt kommen gut voran. Besonders die Anwohner der Sittarder Straße dürften profitieren, aber nicht nur die. Es „wird Parkraum zu schaffen sein und wir müssen über die eine oder andere Einbahnstraße nachdenken!“, sagt Bürgermeister Bernhard Tholen.

Das feuchte Herbstwetter sorgt zumindest an der Oberfläche für etwas Matsch; ansonsten schieben und heben die Raupen und Bagger trockenen Boden aus. Die Arbeiten an der Gangelter Ortsumgehung EK13/17 sind in vollem Gange und Bürgermeister Bernhard Tholen nennt mit vorsichtigem Optimismus „Anfang 2020“ als den ungefähren Zeitpunkt, zu dem ein langer Planungsprozess mit den jetzt begonnen Bauarbeiten sein vorläufiges Ende finden soll.

Vorläufig deswegen, weil die neue B56, die die A46 (Janses Mattes) mit dem niederländischen Autobahnnetz verbindet und die Ortsumgehungen in Gangelt (K13) und Birgden (K3 ) entscheidende Bestandteile der dringend benötigten Verkehrsentlastung für Gangelt, Kreuzrath und Birgden sind. Einen radikalen Einschnitt soll es dann nach 2020 auf der Sittarder Straße in Gangelt geben. „Hier wird am Ende der Fußgänger im Mittelpunkt stehen“, so der Bürgermeister. Für den Autoverkehr soll die Ortsdurchfahrt unattraktiv gemacht werden.

Für jeden Anwohner der Sittarder Straße, der Straße, die Gangelt durchschneidet, klingt das wie Musik. Zwar hat speziell der Lkw-Verkehr schon abgenommen. Trotzdem ist die Verkehrs- und damit Lärmbelastung nach wie vor hoch. Angestrebt wird in diesem Zusammenhang auch, den arg ausgedünnten Einzelhandel wiederzubeleben.

Zu dem Gesamtprojekt „Umbau Ortskern“ wird Anfang 2019 die Bürgerbeteiligung starten. Für diesen Entwicklungsprozess setzt man im Rathaus rund zwei Jahre an. Dann werden die Förderanträge gestellt und der Umbau kann beginnen. „Der Ortskern muss attraktiver für die Bewohner und Touristen werden“, so Tholen. Ihm schwebt ein zentraler Marktbereich vor, an den sich ruhige Plätze, kleine Geschäfte und eine Flaniermeile anschließen. „Da wird Parkraum zu schaffen sein und wir müssen über die eine oder andere Einbahnstraße nachdenken!“

Im kommenden Jahr soll dann auch die vierte, immer noch ins Leere führende Ausfahrt aus dem Kreisverkehr zwischen Birgden und Waldenrath angebunden werden. Die Verlängerung der K3 geht von diesem Kreisverkehr bis hinter das Gewerbebiet an der Geilenkirchener Straße, von wo aus man dann Richtung Hanbusch und Geilenkirchen fahren kann. Das wird dann für Birgden neben der B56 – also der „großen“ Ortsumgehung – eine weitere Entlastung der Bahnhof, Gater- und Kreuzstraße sein.

Diese Bauprojekte, speziell in Gangelt, gehen einher mit einigen Umwidmungen und damit Verantwortlichkeiten für die Straßen. Die altbekannte B56 heißt heute L47 und ist damit von der Verantwortung des Bundes an das Land NRW abgetreten worden. Am Ende der Entwicklung, man spricht im Rathaus von 2022, soll es eine Gemeindestraße werden. Dann liegt die Planungshoheit vor Ort. Das wiederum wird zu einer Verschiebung der L47 über das Gewerbegebiet und den Luisenring führen.

Bei dem aktuellen Projektname EK13/EK17 steht das EK für Ersatzkreisstraße.

Die K13 ist heute die, die von Gangelt nach Vinteln und Langbroich führt, die K17 (ehemals L221) führt von Gangelt nach Kreuzrath. Von der Verlängerung Hanxlerstraße ist also links die EK13 im Bau, der Bereich EK17 – der im kommenden Jahr begonnen wird, führt zur L47 (ehemals B56) in die Nähe des Wirtsberg. Dort, an der Verlängerung Hanxlerstraße und am Hastenrather Weg, werden drei Kreisverkehre die neue Straße an die bestehenden anschließen.

AN vom 10. Oktober 2018

Woher hat der „Bollestengel“ seinen Namen?

GANGELT Allerhand Kurioses, Altes und Außergewöhnliches tritt zu Tage, wenn man sich mit den Straßennamen in Gangelt beschäftigt. Das tat nun der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Straßennamen beschäftigten die Mitglieder des Gangelter Gemeinderates in ihrer jüngsten Sitzung. Da war zum einen der Antrag der Volksbank Heinsberg, mit der Bitte, dem Straßenschild „Raiffeisenstraße“ im Gewerbepark Gangelt ein Hinweisschild zu spendieren, das sagt, wer denn hier gemeint ist. Angedacht ist, die Lebensdaten von Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818 bis1888) und „Genossenschaftsgründer und Sozialreformer“ auf ein kleineres Schild unterhalb des Straßennamens anzubringen.

Der spezielle Anlass hier war der 200. Geburtstag des Mannes, nach dem Banken benannt sind.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Milthaler erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass es in allen Ortsteilen der Gemeinde Straßennamen gibt, mit denen viele Leute nichts mehr anfangen können. „Auch dort sollten wir ansetzen und Erläuterungen anbringen!“

Das griff Bürgermeister Bernhard Tholen auf und beauftragte die Ortsvorsteher, entsprechende Straßen zu ermitteln.

Tholen kam dann auf die langen Straßennamen zu sprechen. Die bereiten häufig bei Bestellungen im Internet Probleme. Bei der Hermann-Josef-Claeßen-Straße (28 Zeichen) beispielsweise könne man aufgrund der Länge die Hausnummer oft nicht mehr eingeben. Jeder Postboteisse, davon ein Lied zu singen.

Nicht viel besser sei es bei der Dr.-von-den-Driesch-Straße (26 Zeichen). Abkürzen - so lautete also das Gebot der Stunde.

Abkürzen ist nicht nötig bei den neuen Namen im Baugebiet Gangelt-Nord-V. Gangelts Ortsvorsteher Gerd Schütz hatte Vorschläge unterbreitet, sich dabei an den alten Flurzeichnungen orientiert und das auch mit allen Fraktionsvorsitzenden vorab besprochen. „Im Grootfeld“ ist dabei eine bekannt Bezeichnung – so heißt ein dort schon lange bestehender Bauernhof. „Wasserfeld“ liegt daneben, und der Begriff lässt sich leicht ableiten. Schwieriger ist das bei „Im Hatskestal“. Schütz hatte vorab bei alten Gangeltern recherchiert und war darauf gestoßen, dass in dieser Senke in grauer Vorzeit regelmäßig eine Hatz auf Hasen stattgefunden hat.

Dass die Sache mit dem Flurnamen nicht überall gut ankommt, zeigte SPD-Chef Rainer Mansel am Beispiel von Breberen auf. Dort, wo es bald Sebastianusstraße heißen wird, ist das Baugebiet „Bollestengel“. Man müsse der örtlichen Mundart nicht unbedingt mächtig sein, um hier mehr oder weniger schlüpfrig abzuleiten. Selbst alte Breberner könnten sich aber nicht erinnern, woher dieser seltsame Name stammt.

Wenn man von der Neu-, der Dorf-, der Haupt-, der Schul-, der Linden-, der Wald, der Kirch- und der Ringstraße absieht, findet man in der Gemeinde in jedem Ort Straßennamen, mit denen zumindest die heutige Generation nichts mehr anzufangen weiß. Der Luisenring in Gangelt ist nach einer Bürgermeistersgattin benannt, die Hermann-Josef-Claeßen-Straße nach deren Mann, der von 1812 bis 1957 Bürgermeister war.

Solange war selbst Heinrich Aretz nicht Bürgermeister – doch dazu später mehr.

Bei der Pastor-Fischenich- und der Pastor Schleyer-Straße kann man darauf kommen, welche Zunft gemeint ist – die Personen sind allerdings den Wenigsten noch bekannt. Bei der Dr.-von-den-Driesch-Straße kennen viele noch den alten Landarzt „Manes“ zumindest aus legendären Erzählungen.

Während die kleinen Orte Vinteln (55 Einwohner)und Schümm (fast 100) gar keine Straßenamen haben, gibt es in Kievelberg (25) die Von-Lieck-Straße.

Grundsätzlich werden in Gangelt keine Straßen nach lebenden Personen benannt – außer, sie heißen Heinrich Aretz. Der Ehrenbürger, Ehrenbürgermeister und überall hochdekorierte ehemalige Bürgermeister (1964 bis 97) hat im Birgdener Neubaugebiet schon „seine“ Straße, und es wird auf absehbare Zeit nicht nötig sein, dort extra für Unwissende noch ein Hinweisschild anzubringen.

AN vom 22. September 2018

Amsel-Schule weiter in der Schwebe

GANGELT Es wäre der entscheidende Schritt für die Pläne der Amsel-Schule in Gangelt gewesen: Der Bauausschuss sollte über eine Flächennutzungsplanänderung und die Aufstellung eines Bebauungsplanes entscheiden.

Ein Grundstück am Rande des Schulzentrums war ins Auge gefasst worden, um den „Amseln“ eine Heimstatt zu bieten. Bei einem Ja als Empfehlung an den Rat wäre eine entscheidende Hürde genommen worden. Es gab kein Ja, und es gab kein Nein; es war auch keine Tendenz bei den Mitgliedern des Bauausschusses auszumachen. Es fehlt, so formulierte es der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Milthaler, an Informationen. „Wir Kommunalpolitiker sind bisher nur über die Zeitung über das Projekt Amsel-Schule informiert worden!“

Zwar sei der Bauausschuss für das Grundstück zuständig; die grundsätzliche Haltung zu dem Schulprojekt in privater Trägerschaft solle aber über den Schulausschuss erfolgen, waren sich Milthaler für die CDU und Rainer Mansel, SPD, einig.

Karl-Heinz Milthaler erläuterte, dass er Kristina Dahlmanns vom Förderverein telefonisch über dieses Vorhaben informiert habe. So wurde kurzfristig für den 8. Oktober um 18 Uhr eine Schulausschusssitzung einberufen, bei der das Projekt Amsel-Schule von den Initiatoren vorgestellt werden soll. Tags darauf tagt der Rat der Gemeinde. Hier könnte dann eine richtungsweisende Entscheidung getroffen werden. „So beweisen wir unseren Willen, das Projekt nicht auf die lange Bank zu schieben“, verwies der CDU-Mann darauf, dass so oder so erst der Rat eine verbindliche Entscheidung treffen kann.

Rund 40 der Initiatoren und Fördervereinsmitglieder hatten mit Plakaten den Weg zum Gangelter Rathaus gefunden, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen und für die Sache zu werben.

Geplant ist eine einzügige Grundschule, die am Ende rund 80 Kinder beherbergen soll. Das Schulkonzept ist an die Montessori-Pädagogik angelehnt. Die wird bereits in der Kindertagesstätte „Kinderreich“ in Gangelt angewandt. Dieser Kindergarten, der sich aktuell im Hochhaus der Via Nobis befindet, hat gerade einen Neubau im Baugebiet „Gangelt-Nord-V“ mit rund 85 Plätzen in Angriff genommen. Mittelfristig soll die Amsel-Schule zu einer weiterführenden Schule bis Klasse 10 ausgebaut werden.

Für die nächsten fünf Schuljahre ab dem Schuljahr 2019/20 liegen mehr als 80 Voranmeldungen vor. 50 Prozent davon aus der Gemeinde Gangelt, der Rest aus dem Kreis Heinsberg.

Kristina Dahlmanns erinnert in einem Gespräch mit unserer Zeitung daran, dass die Bezirksregierung in Köln die Schule tragen würde. Das ist also anders, als bei der Mercator- oder Gesamtschule, wo die beteiligten Gemeinden als Schulverband zuständig sind. 87 Prozent der laufenden Kosten für die Amsel-Schule würde das Land tragen, der Rest müsste von der Schulgemeinschaft durch Eigenleistung und Elternbeiträge aufgebracht werden. Erst Ende August, also vor wenigen Wochen, sei Einigkeit mit einem Grundstückseigentümer erzielt worden.

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AN vom 09. Oktober 2019

Entscheidung zur Amselschule fällt aus

GANGELT Eigentlich hätte der Dienstag zum Tag der Entscheidung für die Amselschule werden sollen. Doch wenige Stunden vor der Sitzung des Gemeinderats zog die Gründungsinitiative überraschend ihren Antrag zurück. Ob es in Gangelt eine freie Grundschule geben wird, bleibt damit bis auf Weiteres unklar.

Der Grund für den plötzlichen Rückzieher war in der Schulausschusssitzung am Abend zuvor zu finden. Die Köpfe der Gründungsinitiative, Kristina und Marlon Dahlmanns und Katrin und Markus Salden, präsentierten ihre Pläne und stellten sich Rückfragen des Gremiums. Auf Basis dessen sollte der Gemeinderat am Dienstag die Entscheidung treffen, ob unweit der Gesamtschule ein neues Schulgebäude entstehen darf. Doch die Verwaltung hatte auch Schulamtsdirektor Christoph Esser vom Kreis Heinsberg sowie den vom Kreis Heinsberg beauftragten Gutachter Wolf Krämer-Mandeau eingeladen. Ihre Einschätzungen lassen sich so zusammenfassen, dass Gangelt der falsche Ort für die Amselschule sei, und zwar wegen der Konkurrenz für die Regelschulen.

Keine reine Grundschule

Die behördlichen Sorgen beziehen sich offenbar besonders auf die Gesamtschule Gangelt-Selfkant. Denn die Amselschule will langfristig keine reine Grundschule bleiben, sondern vier Jahre nach den ersten Einschulungen auch eine Sekundarstufe I bilden. Damit, so die Warnung, geriete auch die Gesamtschule in Gefahr, die vierzügig sein muss. „Die Erfolge, die sie aufgebaut haben, werden so nicht mehr zu halten sein“, sagte Krämer-Mandeau.

Dieser Vortrag war es, der dazu führte, dass die Amselschule am folgenden Tag ihren Antrag zurückzog. Denn die Zahlen, die die angebliche Gefährdung der Gesamtschule belegen sollten, waren bei der Präsentation kaum zu erkennen. Vor allem aber wurden sie der Politik nicht schriftlich zur Verfügung gestellt. Man wolle „allen Beteiligten die Möglichkeit geben, die genannten Zahlen selbst zu überprüfen“, schrieben die Schulgründer also am Dienstag der Gemeindeverwaltung. Davon, dass der Unterricht kommendes Jahr im neuen Schulgebäude hätte starten können, war man offenbar sowieso nicht mehr ausgegangen.

Ein Nein lag in der Luft

Der Rückzieher könnte eine weise Entscheidung gewesen sein. Denn die angebliche Gefährdung der Gesamtschule hatte dem Ausschuss und auch Bürgermeister Bernhard Tholen (CDU) erkennbar Unbehagen bereitet. Es lag in der Luft, dass der Gemeinderat den Amsel-Gründern eine Absage erteilen würde. Dem wären sie nun zuvor gekommen.

Wie konkret aber wäre die Gefahr für die Gesamtschule? Dem Schulausschuss wohnte auch Gesamtschulleiter Reinhold Schlimm bei, der feststellte, dass man pro Jahr „110 Schüler plus x“ benötige, um Planungssicherheit zu genießen, was eher nach einer allgemeinverbindlichen Festellung als nach einer eindringlichen Warnung klang.

Die Amselschule lehnt sich stark an die Montessori-Pädagogik an und versteht sich als Gegenentwurf zu der traditionellen Schulidee, sie verzichtet auf Klassen ebenso wie auf Hausaufgaben. Stattdessen lernen die Kinder altersübergreifend, wann sie wollen und was sie wollen. All das soll umgesetzt werden in einem rund zwei Millionen Euro teuren Gebäude, das auf einem zurzeit noch landwirtschaftlich genutzten Grundstück östlich der Gesamtschule und südlich des Sportplatzes entstehen sollte.

Rein formell betrachtet hat die Gangelter Kommunalpolitik gar nicht die Möglichkeit dazu, über die Amselschule zu entscheiden. Das Recht, freie Schulen zu gründen, ist im Grundgesetz ebenso verbrieft wie in der Landesverfassung. Das gilt allerdings nicht für die Änderung von Flächennutzungsplänen und die Aufstellung von Bebauungsplänen. Weil beides für den Bau des Schulgebäudes notwendig ist, muss das Thema also doch über die kommunalpolitische Hürde: De jure geht es um Baurecht, de facto um die Frage, ob man in Gangelt eine freie Grundschule will oder nicht.

Überraschend kam sicher auch für die Gründungsinitiative, dass Zweifel am pädagogischen Konzept im Schulausschuss praktisch gar nicht laut wurden. Schulamtsdirektor Esser stellte sogar fest, dass „die pädagogischen Gemeinsamkeiten mit den Regelschulen deutlich überwiegen“ und die Amselschule in vielen Punkten für „genau die Dinge steht, die auch unsere Lehrpläne prägen“. Pädagogisch bestehe daher „keine Notwendigkeit“ für eine freie Schule.

Die Gründungsinitiative dürfte ihre Schwierigkeiten damit haben, diese Behauptung ernst zu nehmen. Täte sie es doch, müsste man ihre Mitglieder fragen, wofür sie eigentlich seit mehr als einem Jahr einen großen Teil ihrer Freizeit opfern.

 

AN vom 20.September .2018

Haupt- und Finanzausschuss: Abfallentsorgung und Winterdienst werden teurer

GANGELT Ein ganz kleines bisschen geht es den Bürgern der Gemeinde Gangelt im kommenden Jahr ans Portemonnaie. Das zeigt sich im Haupt- und Finanzausschuss am deutlichsten bei der Abfallentsorgung. Zum einen erhöht der Kreis Heinsberg seine Gebühren rund um das Thema Abfall, ein neuer Entsorgungsvertrag ist nötig, und eine Entnahme aus dem Sonderposten „Gebührenausgleich Abfallbeseitigung“ ist nicht vorgesehen. Für die Erhöhung der Grundgebühr um fast drei Euro für die Bürger sorgt der Einbruch bei den Preisen für das Altpapier. Gab es vor einem Jahr noch 170 Euro für die Tonne, sind es aktuell gerade einmal 91 Euro. Asien, speziell China, ist wohl ein großer Abnehmer in diesem Bereich. Den Asiaten ist aber unser Papier nicht gut genug sortiert, also nicht rein genug.

Die Grundgebühr für die Abfallbehälter mit 80, beziehungsweise 120 Litern steigt von 58,66 Euro auf 61,45 Euro. Bei einer Abfallgemeinschaft geht es von 57,04 Euro auf 59,73 Euro. Das Kilo Restmüll kostet drei Cent mehr und steigt auf 21 Cent, der Bioabfall um einen Cent auf 16 Cent. Sehr deutlich gestiegen sind unter anderem die Mietkosten für die großen 1100 Liter Restmüllcontainer. Paradiesische 102,66 Euro waren es bis jetzt — künftig zahlen die Benutzer (es sind nicht einmal eine Handvoll Privathaushalte in der Gemeinde) 329,99 Euro.

Leicht nach oben wurden auch die Gebühren beim Winterdienst angehoben. Die Reinigungsklasse W1 (Schulwege und Kreisstraßen aufwärts) steigen von 15 auf 19 Cent pro laufendem Meter, W2 (Anlieger- und Nebenstraßen) von sieben auf neun Cent. Bis 2017 betrugen diese Gebühren 24, beziehungsweise 12 Cent.

Sanft ruhen auf hohem (Kosten) Niveau kann man weiterhin auf den Friedhöfen der Gemeinde Gangelt. Die geschätzten Kosten für dieses und das kommende Jahr liegen jeweils bei rund 190.000 Euro. Der festgelegte Deckungsgrad von 95 Prozent soll dabei erreicht werden. In der Kalkulation für 2019 wird gemeindeweit mit 95 Beerdigungen gerechnet. Mehr als die Hälfte davon sollen Urnenbestattungen sein. Bei den Abwassergebühren sollte das Niederschlagswasser um zwei Cent auf 74 Cent pro Quadratmeter angehoben werden.

Das wollte Roger Schröder (UB) den Bürgern ersparen und plädierte dafür, die rund 24 000 Euro, die so zusammenkommen würden, aus dem gut gefüllten Sonderposten (aktuell 588.000 Euro) zu zahlen. Nach einer Diskussion über das Wie wurde der Vorschlag angenommen. Es bleibt also bei 72 Cent.

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