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AN vom 06. Juli 2017

jagdhund

Aus Mais macht man Popcorn, und Popcorn knallt ja gewaltig, wenn die Schale platzt. Karl-Heinz-Milthaler, Urgestein der Gangelter CDU, platzte im Bauausschuss der Gemeinde Gangelt hingegen der Kragen – und zwar ob der „Frechheiten“, die Hans-Günter Heinen von den Freien Wählern in der Sitzung seiner Meinung nach artikulierte.

Grund des Disputs war das Maisfeld vor der Gangelter Stadtmauer, das derzeit auf dem Boden gedeiht, auf dem die Familie Conzen einmal eine Seniorenresidenz erbauen möchte. Der Mais stehe dort nicht im Einvernehmen mit dem Bebauungsplan 36, hatten die Freien Wähler in einem Antrag zur Bauausschusssitzung festgestellt. In dem Antrag heißt es: „In Zusammenhang mit Recherchen zur geplanten Bebauung dieser Fläche ist uns aufgefallen, dass Familie Conzen ohne Berechtigung auf einem erheblichen Teil der ausgewiesenen Wiesenfläche Mais ausgesät hat.

Das erstmalige Aussähen von Mais, zusätzlich zur erlaubten Anbaufläche, soll wohl die Gangelter Bürger auf die durch die geplante Wohnresidenz versperrte Sicht der Gangelter Silhouette vorbereiten! Solch einem unrechtmäßigen Verhalten hätte die Verwaltung Einhalt gebieten müssen. Eine sofortige Zerstörung der Aussaat verlangen wir nicht! Wir erwarten aber, dass die Verwaltung darauf besteht, dass die Vereinbarung von 1993, ausgewiesen im B-Plan, sofort nach der Ernte umgesetzt wird.“

Daraus wurde dann aber nix, die Mehrheit im Bauausschuss schloss sich der Linie von Bürgermeister Bernhard Tholen an. Tholen: „Diese Fläche war auch damals schon, nach denen, die ich befragt habe, Ackerland.“ Tholen verwies auf die derzeit laufenden Gespräche, die er mit dem Denkmalschutz und dem Investor mit dem Ziel führe, einen Kompromiss zum Wohnresidenzbau zustande zu bringen.

Hinsichtlich dieser Verhandlungen sei eine Aktion, wie sie die Freien Wähler nun forderten, nicht zielführend. Der Kompromiss könne darin bestehen, so der Bürgermeister zur aktuellen Verhandlungssituation, dass eventuell auf einer anderen Fläche die Seniorenresidenz gebaut werde und die Gemeinde im Rahmen der Städtebauförderung die Stadtmauer aufwerten könne. Wenn man den Bürgermeister richtig verstand, wollte er einen Kompromiss, dessen Zustandekommen zurzeit zumindest nicht auszuschließen zu sein scheint, nicht dadurch gefährden, dass der Unmut des Investors wegen eines Maisfeldes erregt wird.

Aufgrund der zwischen der Gemeinde Gangelt und der Familie Conzen 1992 geschlossenen Vereinbarung, die den Bebauungsplan 36 für die Fläche vor der Stadtmauer zur Folge hatte, dürfte wohl unstrittig sein, dass das Maisfeld auf Wiesenland steht. Dieser Ansicht konnte sich auch Achim Phillippen von der SPD nicht verschließen und enthielt sich der Stimme bei der Abstimmung über den Antrag der Freien Wähler.

Da lediglich die Unabhängigen Bürger und die Freien Wähler mit insgesamt zwei Stimmen für den Antrag stimmten, ging selbiger baden. Heinen hatte in der Begründung seines Antrages seinem Unmut Luft verschafft und unter anderem die „unheimliche Großzügigkeit“ der Verwaltung gegenüber der Familie Conzen scharf kritisiert. Die Verwaltung agiere wie ein Jagdhund, den man zum Jagen tragen müsse, so Heinen.

Karl-Heinz Milthaler konterte, ob der „aggressiven“ Wortwahl Heinens: „Was Sie in einer Sitzung an Frechheiten schaffen, habe ich in 34 Jahren nicht geschafft.“ Milthaler sprach sich wie der Bürgermeister dafür aus, einen Kompromiss in Sachen Seniorenresidenz zu suchen: „Wir sind doch alle für dieses Projekt, vielleicht nur nicht an dieser Stelle.“

 

AN vom 06. Juni 2017

 

kaprot

 

Ludwig Kaprot, Ortsvorsteher des Gemeindebezirks Hastenrath-Kievelberg, ist am Donnerstag, 1. Juni, nach schwerer Krankheit im Alter von 68 Jahren gestorben.

Ludwig Kaprot war seit 1983 Mitglied der CDU im Gemeindeverband Gangelt. Seit dem 25. Mai 2014 war er gewähltes Mitglied des Gemeinderates für den Bezirk Hastenrath-Kievelberg und seit dem 17. Juni 2014 Ortsvorsteher. Er war Mitglied in mehreren Ausschüssen und führte im Wahlprüfungsausschuss den Vorsitz. „Ich bedaure den Tod von Ludwig Kaprot sehr“, sagt Bernhard Tholen, Bürgermeister der Gemeinde Gangelt. „Er war immer zuverlässig und loyal und hat sich für die Belange der Bürger im Gemeindebund eingesetzt. Auch wenn es galt, sich ehrenamtlich zu engagieren, war er immer zur Stelle.“

Verdienter Schützenbruder

Neben den Angehörigen und Freunden, den Bürgern der Ortsgemeinschaft und den Parteikollegen trauert auch die große Schützengemeinde um Ludwig Kaprot. Er war nicht nur der Motor der heimischen St.-Josef-Schützenbruderschaft, wo er für seine Verdienste zum Ehrenpräsidenten ernannt worden ist. Im Jahre 2008 hatte er auch das Amt des Dekanatsbundesmeisters Gangelt-Selfkant im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften übernommen und dieses mit Leib und Seele ausgefüllt.

Vor allem die Förderung der Schützenjugend war ihm immer ein großes Anliegen. Für seine Verdienste wurde er vom Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften mit dem Silbernen Verdienstkreuz, dem Hohen Bruderschaftsorden, dem St.-Sebastianus-Ehrenkreuz, dem Schulterband zum St.-Sebastianus-Ehrenkreuz und ferner für seine vielfältigen ehrenamtlichen Verdienste auch im kirchlichen Bereich mit dem St.-Sebastianus-Ehrenschild ausgezeichnet.

„Ludwig Kaprot hat sich immer mit ganzer Kraft für die Belange seiner Mitbürger eingesetzt“, heißt es im Nachruf des CDU-Gemeindeverbandes und der CDU-Fraktion im Rat der Gemeinde Gangelt. „Sein Glaube, seine Heimatliebe und der Rückhalt aus der Familie gaben ihm die Kraft, seine vielfältigen Aufgaben für den Ort, für die Schützen, denen er mit ganzer Leidenschaft diente, und letztlich auch für die CDU, zu erfüllen.“

Die feierlichen Exequien werden am Donnerstag, 8. Juni, um 14 Uhr in der Pfarrkirche St. Josef in Hastenrath gehalten, im Anschluss ist die Beerdigung.

AN vom 18.05.17

Der Lärmpegel hoch, die Ratlosigkeit groß

Im Bauausschuss wurde heftig um die Gangelter Seniorenresidenz gestritten. So wie vorgeschlagen wird sie wohl nicht kommen.

Von Dettmar Fischer

Gangelt. Nachdem im Bauausschuss der Gemeinde Gangelt vor großem Publikuma die Fetzen geflogen waren, herrschte eine Ratlosigkeit, die man mit Händen greifen zu können schien. Die geplante Seniorenresidenz auf der Wiesen- und Ackerfläche vor der Stadtmauer beschäftigte im Rahmen der Sitzung erstmalig ganz offiziell diejenigen Gangelter Bürger, die das Gangelter Gemeinwesen gestalten. Ganz vorneweg ist das in Gangelt seit Jahrzehnten die CDU. Deren Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Milthaler sprach für die Christdemokraten im Bauausschuss.

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 AN vom 26. Mai 2017

Uneinigkeit im Rat: Pastor oder Pater

GANGELT. Pater Constantin Raes verstarb am 19. Dezember 2010. Er war Pfarradministrator der Pfarrgemeinde St. Anna Schierwaldenrath, Subsidiar in den Pfarreien der Weggemeinschaft Gangelt und Seelsorger in den Gangelter Einrichtungen. Demnächst wird eine Straße in Schierwaldenrath seinen Namen tragen.

Der Rat der Gemeinde Gangelt wollte dies beschließen. Alle Ratsmitglieder waren sich einig, dass diesem verdienten Mann, einem Vorbild für viele, eine Straße gebührt. Und es wird nicht irgendeine Straße sein, sondern genau diejenige, die einmal direkt an seinem geliebten Pfarrgarten vorbeiführen wird, um das neue Baugebiet „Hinter der Kirche“ zu erschließen. Nur wie wird diese Straße genau heißen: „Pater-Raes-Straße“ oder „Pastor-Raes-Straße“?

Diese Frage wurde im Rat der Gemeinde Gangelt eingehend erörtert – und zwar durchaus kontrovers. Ratsmitglied Gerd Schütz (CDU) erläuterte zunächst den Sachverhalt. Er verwies auf Gespräche mit dem Schierwaldenrather Ortsvorsteher Hans Ohlenforst, der nach vorheriger Beratung im Ortsring den Namen „Pastor-Raes-Straße“ schließlich im letzten geführten Telefonat vorgeschlagen habe.

Einige Schierwaldenrather Bürger verfolgten die Diskussion aufmerksam. Schierwaldenrather Ratsmitglieder meldeten sich mit dem Tenor zu Wort, das natürlich nur „Pater-Raes-Straße“ in Frage komme. Ingrid Heim (Grün-Liberale Fraktion): „Ich lebe noch nicht so lange in Schierwaldenrath, erst 20 Jahre, aber ich kenne ihn nur als Pater Raes.“ Heinz-Josef Schlicher (UB-Gangelt) sah dies ähnlich und stellte einen Antrag auf Abstimmung über „Pater-Raes-Straße“.

„Mit Gott voran. So sind wir auch gegen alle Hoffnung aus dem Kongo befreit worden“, wurde Constantin Raes einst in dieser Zeitung zitiert, die über den Montfortaner-Missionar und seine dramatische Rettung aus dem Kongo berichtet hatte. „Mit Gott voran“ müssen sich dann auch die Gangelter Ratsmitglieder gedacht haben und verzichteten auf eine Fortführung der Abstimmungsdebatte. Diese Kontroverse hätte, wie Gerd Schütz befand, dem positiven Anliegen nicht entsprochen.

Heinz-Josef Schlicher zog seinen Antrag zurück, und der Rat beschloss einstimmig, den Beschluss über die Namensgebung in die nächste Sitzung zu vertagen. Der Ortsring Schierwaldenrath möge sich bis dahin noch einmal Gedanken über den Straßennamen machen. Bürgermeister Tholen: „Solange der Bagger noch nicht rollt, haben wir ja noch etwas Zeit.“

AN vom 31. 03. 2017

Nur zwei Mitglieder erscheinen zur Versammlung der Jungen Union

Junge union

Es ist noch keine anderthalb Jahre her, da standen die Zeichen bei der Gangelter Jungen Union (JU) auf Neuanfang. Ein neuer Vorstand wurde gewählt, und der gab als eines seiner Ziele aus, die Mitglieder zum Mitmachen zu motivieren. Das war im Oktober 2015.

Das mit dem Mitmachen, man kann es nicht anders sagen, hat offenbar nicht besonders gut geklappt, wie sich bei der Mitgliederversammlung diese Woche zeigte. Der Termin fand am Dienstag im Haus Hamacher statt, und von den immerhin 35 Mitgliedern, die die Junge Union in Gangelt hat, erschienen ganze zwei.

Die „Versammlung“ – das Wort darf man hier wohl in Anführungszeichen setzen – war dennoch beschlussfähig. Die beiden Anwesenden hießen Sascha Ohlenforst und Katharina Jansen, und die wählten dann Sascha Ohlenforst zum Vorsitzenden und Katharina Jansen zur Stellvertreterin. Allerdings brauchte man noch irgendeinen Beisitzer. Christian Conzen wurde vom Hause Hamacher aus angerufen und gefragt, ob er das nicht werden wolle. Conzen wollte.

Der Verlauf des Termins war gerade für eine Gemeinde mit einer so starken christdemokratischen Tradition wie Gangelt bestürzend. Und wenn man sich im Internet so umsieht, das ja sozusagen als digitale Heimat der Jungen betrachtet wird, stellt man fest, dass die Jungen den Alten wenig vormachen, wenn es um Gangelts JU geht.

Auf der Homepage geht es unter „Aktuelles“ aus irgendeinem unerfindlichen Grund immer nur um die JU Hückelhoven. Und auf der eigenen Facebook-Präsenz stammen die aktuellsten Beiträge aus den Jahren 2012 und 2013 nach Christus. In einem davon geht es um die Benennung einer Straße in Birgden nach Alt-Bürgermeister Heinrich Aretz. Nun ja.

Dass es bei der Gangelter JU nicht so läuft, ist nichts Neues und wird in Reihen des Mutterverbands auch schon seit langem offen angesprochen. Schon im April 2015 krisitierte der Gemeindeverbandsvorsitzende Dr. Heiner Breickmann in einem Interview mit unserer Zeitung, dass die JU praktisch nur auf dem Papier vorhanden sei. Bei der eingangs genannten Versammlung ein halbes Jahr später wünschte Breickmann sich dann ausdrücklich „keine Karteileichen“, sondern „frischen politischen Wind“. Gebracht hat es bislang offenbar nichts.

Am Tag nach der aktuellen Versammlung warb Breickmann ein Stück weit um Verständnis. Es sei heutzutage bekanntlich nicht leicht, Studium, Job und eben ehrenamtliche Tätigkeiten unter einen Hut zu bringen. Bei der Versammlung – Breickmann wohnte dieser ebenfalls bei – habe man aber auch darüber gesprochen, dass es so nicht weitergehen kann. Katharina Jansen als neue Stellvertreterin werde dazu hoffentlich beitragen können. Wenn alles nicht helfe, müsse man aber vielleicht auch über eine Fusion mit der JU der Gemeinde Selfkant nachdenken. Eine Fusion? Das kennt man auch von Fußballvereinen mit Nachwuchssorgen.

Unabhängig von der JU stellte Breickmann aber auch fest, dass es generell schwierig sei, Mitglieder zum Mitmachen zu motivieren. „Wenn zur Sitzung des Gemeindeverbandes von 170 bis 180 Mitgliedern 30 kommen, dann bin ich schon zufrieden“, sagte Breickmann. „Die große Masse ist leider völlig inaktiv, das gilt auch für andere Verbände und für Vereine.“

Liegt es vielleicht auch daran, dass die jungen Leute in Gangelt den Eindruck haben, nichts bewegen zu können, weil am Ende die alte Garde – also die Breickmanns, die Milthalers oder die Aretze – doch alles unter sich ausmachen? Breickmann gibt zu, dass der Nachwuchs das mitunter so sieht, schließt dies für die Gangelter CDU aber aus. In den oberen Altersklassen würden sich in den kommenden Jahren noch einige Altgediente aus dem aktiven Geschäft zurückziehen. „Ich sage den jungen Leuten: wenn ihr bei uns was werden wollt, könnt ihr von 0 auf 100 durchstarten, es war noch nie so einfach.“

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