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AN vpm 30.03.2017

Heinrich Aretz: Ich bin stets bereit für Gangelt

Milthaler

„Die folgende Ehrung ist so außergewöhnlich, dass sie mir wahrscheinlich nicht mehr unterkommen wird“, sagte CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Dr. Heiner Breickmann am Donnerstagabend.

Bei der Mitgliederversammlung im Restaurant „Haus Hamacher“ stand nämlich die Ehrung für die nun schon 60-jährige Mitgliedschaft für das CDU-Urgestein und den Ehrenbürger der Gemeinde Gangelt, Heinrich „Hein“ Aretz an. Für den 84-Jährigen, der beispielsweise 1961 den Ortsverband der Jungen Union in Birgden gründete, gab es aber nicht nur Applaus und Lob für sein unermüdliches Wirken.

Er durfte natürlich auch selbst ein paar Worte an die gut 50 Anwesenden der Versammlung richten. Dabei dankte er ausdrücklich seiner Frau Anna und betonte: „Ich bin immer noch stets bereit für die Gemeinde Gangelt“.

Da blieb den weiteren Geehrten Anne Tebrügge für 25 Jahre in der CDU sowie für 40 Jahre Mitgliedschaft Erwin Dahlmanns, Karl-Heinz Milthaler und in Abwesenheit auch Hans-Peter Wilms nur der anerkennende Applaus. Im Beisein des CDU-Kreisvorsitzenden, MdL Bernd Krückel, und Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen empfingen die Ausgezeichneten ihre Ehrungen.

AN vom 29.03.2017

Netzwerk Cittaslow

Gangelt bewirbt sich um die Schnecke

Die Gemeinde Gangelt wird sich um die Schnecke bewerben. Der Gemeinderat stimmte mit klarer Mehrheit (21 Ja-, drei Nein-Stimmen, fünf Enthaltungen) dafür, sich um eine Mitgliedschaft im Netzwerk Cittaslow zu bewerben.

Wie berichtet hatte sich der Haupt- und Finanzausschuss bereits dieses Themas angenommen. Die Stärkung des Ortskerns sei den Grünen wichtig, erklärte Ingrid Heim für die grün-liberale Fraktion. Und wenn dieses Ziel durch den Beitritt zu Cittaslow in den „Fokus der Verwaltung“ gerate, stimme ihre Fraktion für eine Mitgliedschaft. Ingrid Heim äußerte aber Bedenken, ob die Gemeinde Gangelt die Kriterien erfüllt, die an eine Mitgliedschaft bei Cittaslow geknüpft sind.

Ratsmitglied Gerd Schütz (CDU) hatte im Internet schon einmal im Fragenkatalog geblättert. Diesen Katalog hat der Antragsteller bei seiner Bewerbung um eine Mitgliedschaft selber auszufüllen. Schütz war zu der Erkenntnis gelangt, dass die tatsächlich verbindlich zu beantwortenden Fragen für Gangelt gut zu beantworten seien.

Im Cittaslow-Manifest heißt es: „Wir sind auf der Suche nach Städten, in denen Menschen leben, die neugierig auf die wiedergefundene Zeit sind, die reich sind an Plätzen, Theatern, Geschäften, Cafés, Restaurants, Orten voller Geist, ursprünglichen Landschaften, faszinierender Handwerkskunst, wo der Mensch noch das Langsame anerkennt, den wohltuenden Rhythmus der Jahreszeiten, die Echtheit der Produkte und die Spontanität der Bräuche genießt, den Geschmack und die Gesundheit achtet...“

Als Symbol der Langsamkeit hat sich Cittaslow die Schnecke auserkoren, die jedem Mitglied der „Internationalen Vereinigung der lebenswerten Städte“ auch zu Werbezwecken verliehen wird. Ingrid Heim hatte noch darauf hingewiesen, dass sie davon ausgehe, dass der Gemeinde Gangelt durch den Beitritt keine Kosten entstehen würden.

Die Mitgliedsbeiträge, so ihre Hoffnung, sollten ja über den Zweckverband „Der Selfkant“ beglichen werden. Bürgermeister Bernhard Tholen sprach sich ebenfalls für eine Mitgliedschaft bei Cittaslow aus: „Wir wollen damit etwas Emotionales auf den Weg bringen.“

Stärkung des Ortskerns

Auf die Stärkung des Ortskerns zielt auch das Sanierungsgebiet „Ortslage Gangelt“ ab. Im Gemeinderat wurde bei einer Gegenstimme die Erweiterung des Sanierungsgebietes um den Bereich „Hauptschule“ beschlossen. Die Neufassung der entsprechenden Satzung fußt auf einem vor gut 15 Jahren gefassten Satzungsbeschluss. Die nun beschlossene Erweiterung der Fläche ging Ratsmitglied Hans-Günter Heinen aber nicht weit genug.

„Ich hätte lieber eine Schicksalsgemeinschaft“, meinte er in Bezug auf einige Häuser, die nicht im Sanierungsgebiet lägen. Bürgermeister Tholen sah kein Problem, bei Bedarf die Fläche zu erweitern. Für die aktuelle Fläche sei allerdings das Beteiligungsverfahren abgeschlossen. Das Trojanische Pferd, das Heinen auf den Bürger in Bezug auf etwaige Erschließungsbeiträge zukommen sah, entdeckten die übrigen Ratsmitglieder nicht.

Auch die Freien Wähler zeigten sich gespalten und stimmten nur mit 50 Prozent ihrer zwei Stimmen gegen die neue Festlegung des Sanierungsgebietes.

Die ehemalige Gangelter Hauptschule (heute Gesamtschule), die nun in das Sanierungsgebiet aufgenommen ist, wird im Rahmen städtebaulicher Erneuerungsmaßnahmen bereits 2017 saniert werden und erhält zur Sicherstellung der Barrierefreiheit einen Aufzug. Diese Sanierung ist Teil des vom Rat der Gemeinde Gangelt beschlossenen Gesamtkonzeptes „Interkommunales Entwicklungskonzept Westzipfelregion“.

Die erste Phase dieses Landesprogramms zur Städtebauförderung kostet zehn Millionen Euro, die in den Schulkomplex und die Sporthallen investiert werden. Zudem werden Interkommunale Maßnahmen umgesetzt, die den Kommunen Selfkant, Heinsberg, Waldfeucht und Gangelt zugute kommen werden. Unter anderem ist eine Interkommunale Bauberatung vorgesehen, die auch ein Leerstandsmanagement beinhaltet.

AN vom 27.03.2017

Die Frauen Union geht neue Wege

Frauen Union

Neue Wege sind die Damen von der westlichsten Frauen Union Deutschlands, die unter dem Namen „Gangelt/Selfkant/Waldfeucht“ firmiert, in den letzten zwei Jahren gegangen. Begonnen haben sie unter der Ägide der Vorsitzenden Dagmar Ohlenforst schon 2015.

So gab es neu im Programm der Frauen in der CDU beispielsweise ein gemeinsames, informatives Frühstück im Alten Rathaus in Gangelt. „In angenehmer Atmosphäre bei Themen wie der Fertigstellung der B56n oder der Flüchtlingspolitik verging die Zeit sehr schnell“, berichtete Ohlenforst bei der jüngsten Versammlung im Haus Hamacher in Gangelt.

Als Dauergäste waren nicht nur MdB Wilfried Oellers und MdL Bernd Schrammen dabei, sondern auch die lokalen Bürgermeister und immer wieder auch Erwin Dahlmanns, der aus dem Kreistag berichtete. Das gemeinsame Frühstück fand im Programm immer wieder großen Anklang, dabei führten die Frauen Politik und gesellschaftliches Miteinander gut zusammen.

Für dieses Jahr ist nicht nur ein informativer Besuch in der Justizvollzugsanstalt in Heinsberg vorgesehen, sondern auch eine Reihe von Besuchen bei jungen, engagierten und kreativen Unternehmerinnen in der Region. Den Auftakt macht dabei ein Besuch der mit dem „Vision plus“-Unternehmerinnenpreis ausgezeichneten Bäckermeisterin Maria von Heel in Birgden.

Neuwahlen gab es bei den Damen natürlich neben den Diskussionen um aktuelle lokalpolitische Themen auch. Hier wurde die bisherige Vorsitzende Dagmar Ohlenforst einstimmig im Amt bestätigt. Als Stellvertreterinnen wurden Hanni Stolz und Anna Stelten gewählt, und während Gabriele Drießen im Herbst 2015 ausgeschieden ist, wurde Marion Höhne anstelle von Heike Dahlmanns zur Schriftführerin gewählt.

Heike Dahlmanns bleibt den Damen in der Frauenunion Gangelt/Selfkant/Waldfeucht aber gemeinsam mit Dorothea Blohm und der neu hinzugewonnenen Vera Dammers als Beisitzerin erhalten.

AN vom 30.03.2017

Schnecke als Symbol der Langsamkeit

Cittaslow: KOnzept, Stzung und Ziele

Cittaslow ist eine Bewegung, in der sich Städte zu einer „Internationalen Vereinigung der lebenswerten Städte“ zusammengefunden haben. Aktuell gehören 15 Städte in Deutschland der Vereinigung an. Gangelt möchte Nummer 16 werden.

Der Vereinssitz ist Hersbruck. Die Mitgliedschaft in der nationalen Städtevereinigung schließt die Mitgliedschaft in der internationalen Städtevereinigung mit ein.

Laut Vereinssatzung hat sich Cittaslow die Entwicklung und die Steigerung der Lebensqualität als Ziel gesetzt. Besonderes Augenmerk wird gelegt auf: nachhaltige Stadtentwicklung, Erhalt von regionaltypischen Stadtbildern und Kulturlandschaften, Verbesserung der Umweltqualität, Förderung und Erhalt regionaler Wirtschaftskreisläufe, Förderung regionaler Besonderheiten und Produkte, Förderung von Regionalbewusstsein, Gastfreundschaft und internationaler Austauschs, kulturelle Traditions- und Brauchtumspflege, Schaffung eines Bewusstseins für Geschmack und Qualität der Ernährung und Förderung traditioneller Esskultur.

Das Konzept zielt darauf ab, dass wir in einer Zeit leben, in der ein Großteil des Wissens per Mausklicken erreichbar ist. Gleichzeitig strebt die Wirtschaft danach, zu globalisieren, zu fusionieren und Kulturen, Gesellschaften sowie Machtstreben zu nivellieren.

Die von Carlo Petrini initierte Slow Food-Bewegung und das Bauernnetzwerk Terra Madre zeigen, wie es trotzdem möglich ist, kleinere Städte und Gemeinden hervorzuheben. Sie nutzen das Internet positiv, um Erfahrungen, Kulturen sowie innovative Ideen und Projekte auszutauschen.

Auf diesem fruchtbaren Boden entstand Cittaslow, ein internationales Netzwerk, das an Slowfood anknüpft und im Oktober 1999 in Orvieto, Italien, gegründet wurde. Mit einem Netzwerk, das sich über 25 Länder erstreckt, ist Cittaslow heute das internationale Markenzeichen für Städte und Gemeinden, die sich um eine höchstmögliche Lebensqualität für ihre Bürger, Unternehmer und Gäste bemühen.

Jede Stadt, die beitreten möchte, muss zunächst einen umfangreichen Katalog unterschiedlichster Kriterien erfüllen, deren Einhaltung von einer Kommission überprüft wird. Nach vier Jahren erfolgt eine Rezertifizierung. Gemeinsame Veranstaltungen sowie der Austausch von Erfahrungen stehen bei Cittaslow Deutschland im Vordergrund.

AN vom 26.03.2017

Gemeinde Gangelt: Unverwechselbar und originell

„Nachhaltigkeit“: Das ist ein Schlagwort, das nicht nur kommenden Generationen bei ihrem selbstbestimmten Leben in der Zukunft helfen soll. Dazu beitragen könnte bald auch die Mitgliedschaft der Gemeinde Gangelt im Netzwerk „Cittaslow“.

Der Haupt- und Finanzausschuss beriet darüber nun im kleinen Sitzungssaal des Rathauses. „Cittaslow“ ist keine Marke für Großstädte, für typische Touristenmagneten oder längst ausgelatschte vermeintliche Geheimtipps. Vielmehr geht es in der vom Begriff „Slow City“ abgeleiteten Bewegung, die Ende der 1990er Jahre in Italien ihren Ursprung fand, darum, kleinere Orte zu suchen. Die sollten ihre lokale Identität, Unverwechselbarkeit und Originalität bewahrt haben.

„Anderen Kommunen hat es eine neue Identität gegeben“, warb Bürgermeister Bernhard Tholen für die Umsetzung des Gedankens auch in der Kommune im Westzipfel. Dazu könnte die Gemeinde ressourcenschonende Politik umsetzen, legte er nach, um auch nach außen eine hohe Lebensqualität vor Ort zu demonstrieren. In Gangelt gelinge dies nicht nur mit traditionsreichen Festen, Naturschutz und Naherholung wie beispielsweise dem Radwegenetz, sondern auch mit attraktiven Veranstaltungen für viele Menschen.

Einfach so Mitglied werden kann die Kommune allerdings nicht, das Ausfüllen eines Antrags reicht nicht aus. Denn auf die notwendige Selbstbewertung Gangelts in einem 800 Fragen umfassenden Katalog folgt ein Besuch einer Delegation, die sich vor Ort nicht nur umschaut. „Die sprechen auch mit den Menschen und schauen sich alles an“, umschrieb Tholen das Prozedere. Die nicht weit entfernte Gemeente Echt-Susteren in den Niederlanden hat schon teilgenommen und wurde für würdig gefunden, das Label „Cittaslow“ zu tragen. Dazu darf eine Kommune nicht mehr als 50.000 Einwohner zählen, muss eine nachhaltige Politik vorweisen, Gastfreundschaft leben, Kultur und Traditionen schätzen, eine typische Kulturlandschaft haben, regionaltypische Produkte bieten und die eigene regionale Identität fördern.

Der Bürgermeister konnte sich vorstellen, dass Gangelt hier einige Häkchen setzen könnte, um bei einer möglichen Bewerbung erfolgreich zu sein. „Wenn man sich solche Ziele selber setzt, ist das ein Zeichen dafür, dass man etwas für die Welt tun will“, unterstrich Tholen seine Werbung bei den Ausschussmitgliedern. Die zeigten sich wie Roger Schröder von der UB-Fraktion teils sehr skeptisch. „Ist das nur ein orangefarbenes Logo?“, fragte er. Und er zweifelte an der gewünschten positiven Wirkung angesichts von aktuell nur 13 zertifizierten Kommunen in ganz Deutschland. „Das ist ja gerade der Vorteil: dieses Alleinstellungsmerkmal“, konterte Bernhard Tholen.

Skeptische Töne schlugen auch SPD und CDU an. „Ich halte es aber dennoch für sinnvoll, etwas zu machen“, meinte Karl-Heinz Milthaler (CDU). Zumal, so führte er weiter aus, die Gemeinde Gangelt über den Zweckverband Selfkant Mitglied werden und darüber auch den fälligen Beitrag von rund 5000 Euro zahlen würde. Interesse an einer Mitgliedschaft im Bund der „langsamen Kommunen“ haben übrigens auch die Nachbargemeinden Selfkant und Waldfeucht angekündigt. Und eine langfristige Bindung wird damit nicht gleich vertraglich besiegelt, wie der Bürgermeister abschließend sagte. „Zum einen sind die nicht verpflichtet, uns aufzunehmen, andererseits ist das aber ein lockerer Verbund ohne zwingende Mitgliedschaft“, sagte er. Bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen wurde der Beschlussvorschlag, sich um eine Mitgliedschaft zu bewerben, schließlich angenommen.

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