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AN vom 25. Jan. 2018

Bauherr hält an Standort der Wohnresidenz vor der Stadtmauer fest

GANGELT. Es könnte noch ganz schön spannend werden mit dem Zehn-Millionen-Projekt Wohnresidenz an der Burg Gangelt. Für Herzschwache ist das Projekt nicht geeignet. Hinter den Kulissen knirscht es, bevor der erste Zement angerührt ist.

Ein knappes Jahr ist es nun her, dass Bernhard Conzen im Rahmen einer Pressekonferenz optimistisch die Pläne zum Bau einer Wohnresidenz auf seinem Grundstück vor der Gangelter Stadtmauer vorgestellt hatte. Nachdem das Bauvorhaben an historischer Stelle für allerhand Wirbel in der Bevölkerung und im Rat der Gemeinde Gangelt gesorgt hatte, erläuterte die Familie Conzen, zwei Söhne Bernhard Conzens sind die Bauherren, diese Woche einem kleinen Kreis den aktuellen Stand der Planungen.

Zu dem nicht-öffentlichen Termin im Haus Hamacher waren Bürgermeister, Gemeinderat und sachkundige Bürger eingeladen. Nach Gesprächen dieser Zeitung mit den Anwesenden ergab sich folgendes Bild: Die Familie Conzen möchte die Wohnresidenz unbedingt weiterhin vor der Stadtmauer errichten. Die Pläne sind allerdings im Vergleich zur ursprünglichen Planung etwas modifiziert worden. Eine Sichtachse soll den Blick auf die Mauer erhalten. Zudem ist ein Wassergraben entlang der Mauer vorgesehen.

Zwei Ämter sind mit dem Denkmalschutz befasst. Auf der einen Seite ist Dr. Ursula Francke vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege zuständig für alles unterhalb der Grasnarbe. Und Dr. Dorothee Heinzelmann vom LVR-Amt für Denkmalpflege für alles darüber. Heinzelmann müsste aus Sicht der Baudenkmalpflege ihr Okay geben, wenn das Bauvorhaben reibungslos das Genehmigungsverfahren durchlaufen soll. Dr. Ursula Francke hat dies – abhängig von der Belebung des ehemaligen Burggrabens – schon getan. Heinzelmann allerdings hat schon deutlich erklärt, dass das Projekt mit ihr nicht zu machen sei. Ihre schriftliche Stellungnahme zu den aktuellen Planungsunterlagen zur Wohnresidenz steht aber aus.

Bürgermeister Bernhard Tholen soll im Haus Hamacher sehr deutlich und gut hörbar klargestellt haben, dass er sich als Untere Denkmalbehörde die Ansicht Heinzelmanns zu Eigen machen würde. Auch der Rat könnte sich nicht mir nichts, dir nichts darüber hinwegsetzen.

Im Zuge der Bebauungsplanaufstellung käme auch eine Bürgerbeteiligung zum Zuge. Dann könnten die Gangelter Bürger kundtun, wie sie sich die Zukunft ihres schönen Ortes vorstellen. Karl-Heinz Milthaler, Sprecher der CDU-Fraktion, verweist auf Nachfrage noch einmal darauf, dass ihm die Meinung der Bürger zu diesem Bauvorhaben wichtig sei. Eine Unterschriftenaktion der Freien Wähler hatte 1000 Stimmen Gangelter Bürger gegen die Wohnresidenz an dieser Stelle aufgeboten. Ein Bauantrag liegt bislang nicht vor.

 

AN vom 04.01.2018

Gemeinde Gangelt wird freie Grundschule nicht unterstützen

GANGELT. Bürgermeister Bernhard Tholen (CDU) nimmt gegenüber der Amselschule eine zwar keineswegs ablehnende, aber doch betont distanzierte Position ein. „Ich akzeptiere das Vorhaben, werde es aber sicherlich nicht in besonders ausgeprägter Form unterstützen“, sagte der Verwaltungschef zu unserer Zeitung. Dies habe er den Initiatoren auch im Rahmen zweier „sehr netter“ Gespräche vermittelt.

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Freie Grundschule im Kreis Heinsberg geplant

Tholens Haltung hat damit zu tun, dass die Gemeinde Gangelt selbst über zwei Grundschulen verfügt: die Schule der Begegnung in Birgden und die Nikolausschule in Breberen. Beide Schulen böten ein „hervorragendes“ Angebot und seien mit „exzellenten“ Leiterinnen gesegnet, hielt Tholen fest. Zudem hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Euro in die Gebäude gesteckt, davon rund 500.000 Euro für den Brandschutz.

Keine Kopfschmerzen

Große Kopfschmerzen bereitet Tholen die Möglichkeit einer freien Grundschule in der Gemeinde aber nicht. Schule der Begegnung und Nikolausschule kommen jetzt schon auf zusammen rund 400 Schüler, in den kommenden Jahren rechnet man in der Verwaltung damit, dass die Zahl in Richtung 500 geht. Und zudem machen die angehenden Gründer der Amselschule ja explizit deutlich, dass es sich um eine Schule handeln soll, die Kindern aus dem ganzen Kreisgebiet offenstehen würde. Der Einzugsbereich fiele also viel größer aus als der der Grundschulen der Gemeinde, es lässt sich leicht ausrechnen, dass der Verlust an Schülern zumindest anfangs im marginalen Bereich bliebe.

Eher trocken liest sich auch eine Stellungnahme von Landrat Stephan Pusch (CDU): „Die Schule soll überregional aufgestellt werden und nicht als Konkurrenz zum bestehenden staatlichen Schulsystem fungieren“, stellte er fest. Zudem seien der Kreis und seine Kommunen als Schulträger „nur am Rande berührt“, das Verfahren laufe über die Bezirksregierung.

Nichtsdestoweniger hätten die Initiatoren das Projekt auch seinem zuständigen Fachamt vorgestellt, so Pusch, und sich bei dieser Gelegenheit „umfassend über die rechtlichen und tatsächlichen Anforderungen informiert“ gezeigt.

dschule nicht unterstützen

 

AN vom 29. 12.2017

 

Sorge um die Stadtmauer und Investitionen in die Zukunft

GANGELT. Betrachtet man Gangelt mit der Muße, die die vorweihnachtliche Jahresendzeit mit sich bringt, lässt die Haushaltsreden im Rat der Gemeinde Revue passieren und denkt an das ein oder andere, was im Jahr 2017 in der „kleinen“ Kommune vor sich ging, dann ist so eine „kleine“ Kommune durchaus mehr als ein paar Sätze in einem Jahresrückblick wert.

Der Chronist Jakob Kritzraedt ist zwar schon lange tot, wirkt aber bis heute nach. Seine „historia Gangeltae“, 1644 bis 1645 verfasst und seinem Geburtsort „bescheert“, wurde vom „sinnigen, auf Alles seine Gemeinde betreffende, aufmerksamen Bürgermeister Claessen“ verwahrt. Wäre Kritzraedt in diesem Jahr noch einmal durch die Gassen und Straßen Gangelts spaziert, was hätte er wohl in seine Chronik übernommen? Ein Großbrand am Martinsabend wie im Jahr 1642, das wäre natürlich was gewesen, gab es aber nicht. Ein Gerangel um die historische Substanz des Ortes machte aber durchaus Schlagzeilen.

Seniorenresidenz

Es wäre natürlich schon interessant zu erfahren, welche Position Jakob Kritzraedt zum Bau einer Seniorenresidenz an exponierter Stelle vor der Gangelter Stadtmauer eingenommen hätte. Alle anderen Beteiligten haben sich im Laufe des Jahres engagiert bis hin zum Austausch von Unnettigkeiten zu Wort gemeldet. Bürgermeister Bernhard Tholen ist der Nachfolger des „sinnigen, auf Alles seine Gemeinde betreffende, aufmerksamen Bürgermeisters Claessen“. Tholen ist nun auch schon so lange Bürgermeister, dass er selber ein Teil der Gangelter Geschichte geworden ist.

Bürgermeister Tholen möchte nicht als Verschandler der historischen Stadtansicht in die Geschichte des Ortes eingehen, dessen Entwicklung er seit gut 20 Jahren mit entwickelt. Man darf auf das nächste Kapitel der „historia Gangeltae“, die viel über das demokratische Miteinander im „Kleinen“ erzählt, gespannt sein.

Stadtentwicklung

Diejenigen, denen die Gangelter Geschichte am Herzen liegt, schauen sicherlich schon gespannt über das Jahr 2018 hinaus auf das Jahr 2019. Wie Bürgermeister Bernhard Tholen in der letzten Ratssitzung des Jahres 2017 mitteilte, rechnet er damit, dass zu Beginn des Jahres 2019 in Folge der Eröffnung der B 56n die Umwidmung der Ortsdurchfahrt Gangelt von der Bundes- zur Gemeindestraße erfolgen kann. Das klingt noch nicht wirklich spannend, birgt aber immenses Entwicklungspotenzial für den innerörtlichen Einzelhandel, den Tourismus und die Lebensqualität im Ort.

In diesem Jahr brachte die Gemeinde Gangelt mehrere zukunftsweisende Projekte auf den Weg. Ein Städtebauförderprogramm, gemeinsam mit den Nachbarn Waldfeucht, Selfkant und Heinsberg, wird manches möglich machen, so manche Knospe zum Erblühen bringen. Das Förderprogramm Vital.NRW und die Mitgliedschaft im Netzwerk Cittaslow versprechen in Tateinheit mit dem Städtebauförderprogramm „blühende Landschaften“. Ob es beim Versprechen bleiben wird, werden die Akteure vor Ort, die Kommunalpolitiker und Bürger, selber bestimmen.

Letztere sind bei Vital.NRW sogar weit mehr gefragt als die politische Ebene. Vital.NRW-Regionalmanagerin Alexandra Jentgens wird den Weg zu den Fördertöpfen weisen. Auch bei diesem Projekt rudern Gangelt, Selfkant, Waldfeucht und Heinsberg als Verein „Westzipfelregion“ wieder in einem Boot. Über das Netzwerk Cittaslow könnte die Gemeinde den Tourismus ankurbeln, nachhaltig, aber nicht im Schneckentempo, wie das Maskottchen des Netzwerks, die Schnecke, suggerieren könnte.

Tourismus

Ob Gangelt nun mehr auf eigene Stärken setzt oder sich im Verbund mit dem „Heinsberger Land“ den Touristen anbietet, ist wohl auch noch nicht ganz ausdiskutiert. Die Grün-Liberalen hatten mit ihrem Antrag zu einem Tourismuskonzept für Gangelt im Kulturausschuss im Oktober immerhin das Wohlwollen des Ausschussvorsitzenden errungen. Da der Tourismus in Gangelt aber sein ganzes Potenzial erst noch entwickeln wird, wenn die Innenstadt aufblüht, bleibt noch Zeit, die richtige Tourismusstrategie zu erkunden.

Pater oder Pastor?

Auch im Kleinen wurde heftig diskutiert. Sollte das neue Baugebiet „Hinter der Kirche“ in Schierwaldenrath eine „Pater-Raes-Straße“ oder eine „Pastor-Raes-Straße“ bekommen? Die Diskussion bewies, dass man auch auf Umwegen ans Ziel gelangen kann. Nach Vertagung erging in der Ratssitzung im Juli die einstimmige Entscheidung, dass der beliebte Pater auch auf dem Straßenschild ein Pater bleiben darf.

Schule

Die eine geht, die andere startet durch. Die Geschichte der Realschule des Schulverbandes Selfkant in Gangelt endete mit einem Festakt in der Willy-Bomanns-Festhalle in Breberen. Die Gesamtschule Gangelt wird gerade fit gemacht für die Zukunft. Im Haushalt 2018 der Gemeinde macht die energetische Sanierung des Schulgebäudes mit drei Millionen Euro den dicksten Investitionsbatzen aus. Die schmucke Mensa der Gesamtschule lässt schon erahnen, was man mit Geld alles machen kann.

Kindergarten

Auch in die Zukunft der Kinder, deren Schulzeit noch kommen wird, investiert die Gemeinde. Unter anderem wird der Kindergarten Villa Kunterbunt um eine U 3-Gruppe mit zehn Plätzen erweitert.

Kultur

Kulturell hat sich 2017 in der Gemeinde Gangelt auch einiges getan. Bewährte Klassiker wie das Ritterfest, die Gangelter Musiknacht oder Oliver Steller, die „Stimme deutscher Lyrik“, im Bürgertreff Langbroich ergeben mit den Darbietungen lokaler Laienspielgruppen, Chöre und Musikanten eine schöne Mischung.

Nikolaus

Der Nikolaus beendete 2017 seine Karriere. Willi Babel stieg mit 80 Jahren ein letztes Mal vom Ross.

Ehrenamt

Der Ehrenamtspreis würdigt in Gangelt alljährlich das Engagement derjenigen Bürger, die sich für das Gemeinwohl einsetzen. In diesem Jahr reihte sich die Jugendabteilung von Concordia Stahe-Niederbusch in die Galerie der Preisträger ein.

AN vom 02.01.2018

Gangelts Bürgermeister: Von Schnecken, Baustellen und guten Vorsätzen

 

GANGELT. Aufregen mag sich Bernhard Tholen, seit über 20 Jahren Bürgermeister der Gemeinde Gangelt, heute nicht mehr. Das war zu Zeiten seines Amtsantritts noch anders: „Damals habe ich ganz gerne die Konfrontation gesucht“, sagt er über sich selbst.

„Mittlerweile lasse ich es mit mehr Ruhe und Gelassenheit angehen statt mit der Brechstange – und komme trotzdem ans Ziel“, meint er im Gespräch mit unserer Redakteurin Simone Thelen. Für 2018 hat er sich einiges vorgenommen.

Herr Tholen, offene Frage: Was macht die Gemeinde Gangelt aus, und ist es schön, hier Bürgermeister zu sein?

Bernhard Tholen: Es ist sogar wunderschön, in Gangelt Bürgermeister zu sein. Ich mag den dörflichen Charakter, die Verbundenheit in den Vereinen und das Gefühl, jeden zu kennen.

Manch einer würde das als erdrückend empfinden...

Tholen: Ich aber nicht. Irgendwann muss man sich entscheiden, ob man eher Dorf- oder Stadtmensch ist. Ich weiß die Lebensqualität in Gangelt sehr zu schätzen. Darum bin ich hier sehr zufrieden.

Mit Blick auf die Gemeinde: Da gibt es doch sicher noch einige Baustellen?

Tholen: Ja, aber keine, die nicht schon im Haushalt verankert wären. Wir packen es an in Gangelt.

Das hört sich nach großem Tatendrang an. Dabei wollen Sie doch einen niedrigeren Gang einschalten? Die Gemeinde hat sich für das Netzwerk „Cittaslow“ beworben...

Tholen: Das ist kein Widerspruch. Bei „Cittaslow“ geht es darum, den Menschen im Mittelpunkt zu sehen. Es geht um Entschleunigung, um Nachhaltigkeit, um Hinterfragen des eigenen Handelns. Man muss nicht jedem Termin hinterherhetzen und sich fragen, was wirklich wichtig ist.

Sagt der Bürgermeister von heute....

Tholen: Ja. Vor 20 Jahren hätte ich das vielleicht noch anders gesehen. Aber ich greife ja jetzt auch auf Erfahrungen zurück. Allerdings gab es damals auch noch nicht so viel Druck wie heute. Nach Sitzungen gab es oft eine ‚dritte Halbzeit‘, um ein Bild aus dem Sport zu bemühen. Da haben wir oft mehr geschafft als im offiziellen Teil. In der heutigen digitalen Welt nimmt man sich oft zu wenig Zeit für die Dinge. „Cittaslow“ zielt darauf ab, das Leben wieder smarter zu machen.

Das „Cittaslow“-Symbol ist eine Schnecke. Kann man als Bürgermeister mit Langsamkeit punkten?

Tholen: Das kommt darauf an, wie das Thema begleitet und wie die Menschen darüber informiert werden. Als ich die Idee hatte, wurde ich belächelt – vor allem auch in der eigenen Partei. Aber wenn ich es schaffe, meine Mitarbeiter, den Rat und vor allem die Bürger richtig mitzunehmen, wird das ein Gewinn sein. Jetzt haben wir die Chance, eine Philosophie zu entwickeln, nachhaltig zu handeln und an unsere Umwelt zu denken.

Wie ist denn der Stand der Dinge?

Tholen: Im Moment sind wir dabei, uns selbst zu evaluieren. Im Januar wird es eine Bürgerinformation geben. Im Sommer rechne ich mit dem Besuch der Bewertungskommission, und wenn alles gut läuft, haben wir im Oktober eine Entscheidung.

Entschleunigung haben Sie sich ja auch an anderer Stelle zum Ziel gemacht. Wie sieht es mit Ihren Plänen für die Ortsdurchfahrt Gangelt aus?

Tholen: Es ist nach wie vor mein Ziel, den Ortskern Gangelt qualitativ aufzuwerten. Nach Fertigstellung der B 56n sind die Weichen gestellt. Auch die Ortsumgehungen Gangelt und Birgden sind auf dem Weg und vom Kreis schon teilweise beauftragt. Jetzt muss die alte B56 noch zur Gemeindestraße werden, aber auch da sind wir auf einem guten Weg. Wir werden Ende 2018 mit der Plaung beginnen.

Was stellen Sie sich konkret vor?

Tholen: Vor allem soll es richtig schön werden. Es soll Spaß machen, nach Gangelt zu kommen. Wer in den Ortskern hineinfährt, soll keine Abkürzung anstreben, sondern Lebensqualität erfahren wollen. Gangelt soll ein kleines Brüggen werden. Wir haben das Potenzial, wir haben alte Bausubstanz, historische Mauern und Wehrtürme. Vielleicht bauen wir ja auch die bereits abgerissenen Wehranlagen wieder auf. Ich bin da zu jeder Diskussion bereit.

Was wird das denn kosten?

Tholen: So mit drei bis fünf Millionen Euro muss man schon mindestens rechnen. Wir finanzieren das mit einem 60-prozentigen Zuschuss aus der Städtebauförderung. Hier wurden gerade zehn Millionen Euro Fördermittel für die nächsten drei Jahre genehmigt. Da wir im Moment an der Straße noch nichts machen können, wird zunächst die Gesamtschule energetisch saniert. Da stehen drei Millionen für 2018 im Haushalt.

Herr Tholen, wagen wir mal ein kleines Gedankenspiel: Sie bekommen jetzt zehn Millionen Euro in die Hand und müssen das Geld auf städtische Projekte verteilen. Was tun Sie?

Tholen: Ich würde das Geld zu gleichen Teilen auf vier Projekte verteilen. Ein Viertel geht in die Sanierung des Gangelter Ortskerns, weitere 2,5 Millionen würde ich für die Erschließung neuer Gewerbegebiete verwenden. Die restlichen fünf Millionen verteile ich auf Kindergärten und Schulen.

Stichwort Kindergärten: In Gangelt gibt es eine Unterdeckung?

Tholen: Ja, das stimmt. Aber die Lösung ist schon auf den Weg gebracht. Sehr kurzfristig wird der Kindergarten Lindenbaum in Breberen um eine Gruppe erweitert, und der Kindergarten Stahe bekommt zehn neue Plätze für fünf einjährige Kinder und fünf Zweijährige. Außerdem sollen zum 1. August 2019 zwei neue Einrichtungen eröffnet werden. Ein Kindergarten in Gangelt mit 85 Plätzen und ein Kindergarten in Birgden mit 75 Plätzen.

Kindergartenplätze kosten Geld...

Tholen: Das stimmt, aber sie sind auch ein wichtiger Standortfaktor. Die Infrastruktur muss stimmen. Die Einwohnerzahlen von Gangelt wachsen Jahr für Jahr. Aktuell gibt es 12.700 Einwohner, fast 2500 mehr als noch vor 20 Jahren, daran erkennt man, dass es gut läuft. In fast allen Ortschaften gibt es Neubaugebiete. Die ziehen junge Familien mit Kindern an. Übrigens ebenso wichtig wie Kindergärten und Schulen sind Gewerbegebiete und Arbeitsplätze. Aber auch da ist Gangelt ja auf einem guten Weg. In den Jahren 2015 und 2016 wurden in jedem Jahr mehr als 100 sozialversicherungspflichtige neue Arbeitsplätze geschaffen. Für das Jahr 2017 rechne ich mit einer noch weitaus höheren Quote. Durch die B56n wird die Nachfrage nach Gewerbeflächen weiter steigen. Da die bestehenden Gebiete so ziemlich verkauft sind, werden wir erweitern und neue Gewerbegebiete schaffen müssen, als erstes in Birgden.

Nun sollen sich die Bürger ja auch in Gangelt wohlfühlen. Stichwort: Freizeit und Tourismus.

Tholen: Sowohl die Gangelter als auch die Touristen schätzen die vielfältigen Freizeitangebote vor Ort. Gemeinsam mit den Gemeinden Selfkant und Waldfeucht haben wir sehr erfolgreich die Marke „Der Selfkant“ etabliert. Es kommen Gäste von weit her, die hier ihre Freizeit verbringen. Dieses erfolgreiche Konzept müssen wir unbedingt weiterführen.

Bei der WFG gibt es jetzt die Marke „Heinsberger Land – erfrischend entspannt“...

Tholen: Ja, und trotzdem soll unsere Marke bestehen bleiben. Vielleicht unter dem Slogan „Der Selfkant im Heinsberger Land“. Wir sind bereit, hier weiter zu investieren.

Ist Gangelt die touristische Zentrale im Kreis Heinsberg?

Tholen: Das wäre jetzt zu viel gesagt. Aber wir wissen, was wir können. Die Möglichkeiten durch die Grenzlage sind hier einmalig. Darum sollten wir nicht in der Masse untergehen.

Das Thema, das die Gemüter in Gangelt in den letzten Monaten am meisten bewegt hat, ist die beabsichtige Seniorenresidenz an der Stadtmauer. Wie stehen Sie dazu?

Tholen: Ich rechne im Januar mit einem neuen Plan des Investors, der wohl einen größeren Abstand zur Mauer berücksichtigen wird. Viele Gangelter und auch ich sehen im Blick auf die Mauer einen Wert, der erhalten bleiben soll. Nun gilt es auszuloten, was akzeptabel ist und was nicht. Ob der neue Plan dann eine Mehrheit im Rat findet, bleibt natürlich abzuwarten.

Hier gab es ja in der Vergangenheit heftige Kritik. Ihnen wurde vorgeworfen, den Investor zu bevorzugen.

Tholen: Das ist politisches Geplänkel. Hier geht es um die Größe der vorhandenen Ackerfläche. Vor 25 Jahren kam hier ein Bebauungsplan, der mehr Grünfläche vorsah, da es aber hier schon vorher Ackerfläche gab, muss diese nicht zurückgebaut werden, sie hat Bestandsschutz. Früher hätte ich mich über die Stimmungsmache aufgeregt.

Und heute sitzen Sie es aus?

Tholen: Ich warte ab, wie der Rat entscheidet. Ich persönlich fände es gut, wenn es in Gangelt mehr Altenwohnungen oder alternative Wohnformen für Senioren geben würde – dann aber optimalerweise an einem anderen Standort.

Letzte Frage: Was sind Ihre guten Vorsätze für 2018? Sowohl für die Gemeinde Gangelt als auch privat.

Tholen: Ich wünsche mir für die Gemeinde ein ebenso gutes Jahr wie 2017, dass wir gemeinsam mit den Ratsmitgliedern viel schaffen, und dass wir Gangelt noch ein bisschen schöner machen können, sowohl in der Infrastruktur als auch im Miteinander. Privat nehme ich mir vor, ein paar Stunden mehr mit meiner Familie zu verbringen und diese Auszeiten auch zu genießen. Mit Ruhe und Gelassenheit eben.

AN vom 20.12.2017

Gangelter Ehrenamtspreis für die Jugendarbeit der Concordia

ehrenamtspreis 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

GANGELT. „Die Jugendabteilung von Concordia Stahe-Niederbusch möchte sich auch ganz besonders im Sinne von Heinz Gillißen für die Verleihung des Ehrenamtspreises der Gemeinde Gangelt bedanken.“ Jugendgeschäftsführer Manfred Rabben sprach diese Worte im Namen seines Vereins, Concordia Stahe-Niederbusch, als Dank an die Gemeinde Gangelt.

Bürgermeister Bernhard Tholen hatte zuvor die Verleihung des Ehrenamtspreises der Gemeinde im Rahmen der letzten Ratssitzung des Jahres 2017 vorgenommen.

Rabben dankte damit auch demjenigen Mann, der seinen Verein zur Preisverleihung geführt hatte, Heinz Gillißen. Schon Bürgermeister Tholen hatte die Verdienste von Heinz Gillißen für das Zeltlager des Vereins gewürdigt. Hinter der Durchführung dieses Zeltlagers stehen aber auch viele Betreuer und Mitglieder der Jugendabteilung von Concordia Stahe-Niederbusch.

Manfred Rabben an Heinz Gillißen gerichtet: „Es ist ja nicht nur das Zeltlager, welches Du ins Leben gerufen hast, da ist ja noch einiges mehr, zum Beispiel das Vatertagsturnier oder das Jugendhallenturnier. Du hast die Jugendabteilung von Concordia Stahe-Niederbusch zu dem gemacht, was sie heute ist.“ Rabben dankte auch Anneliese Gillißen für die Unterstützung.

Bürgermeister Bernhard Tholen: „Mit der Verleihung des Ehrenamtspreises möchten wir uns bei unseren ehrenamtlich aktiven Mitmenschen bedanken. Sie setzen sich ein für die unterschiedlichsten Bereiche in unserem Leben. Sie bereichern das kulturelle und soziale Leben, leben für unsere Natur und die Tierwelt. Sie verschönern unsere Umgebung, machen sie lebens- und erlebenswert und bereichern sie mit unvergesslichen Erlebnissen und prägenden Erfahrungen.“

Die Galerie der Ehrenamtspreisträger schmückt die Wände im großen Sitzungssaal im Rathaus Gangelt und wird seit 2011 jedes Jahr mit dem Bild eines weiteren Preisträgers ergänzt, in diesem Jahr mit einem Bild, das stellvertretend für die Ehrenamtlichen der Jugendabteilung von Concordia Stahe-Niederbusch steht und auf dem Heinz Gillißen natürlich nicht fehlen darf. Er organisierte 1980 das erste Sommerzeltlager der Jugendabteilung von Concordia Stahe-Niederbusch und ist seitdem immer dabei.

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