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AN 31.03.2017

Gangelter fürchten Identitätsverlust durch Seniorenresidenz

Seniorenresidenz

Mit einer Unterschriftenaktion wollen sich Gangelter Bürger gegen den Bau einer Seniorenresidenz direkt vor der alten Stadtmauer engagieren. Die Freien Wähler (FW) und die Unabhängigen Bürger (UB) organisieren gemeinsam diese Aktion. Helga Heinen: „Die Identität Gangelts geht verloren. Das ist unbegreiflich.“

Helga und Hans-Günter Heinen, die beide zusammen die FW-Fraktion im Gangelter Rat bilden, machen wie ihr Mitstreiter Roger Schröder (UB) klar, dass sich ihre Aktion nicht generell gegen eine Seniorenresidenz richtet, sondern gegen den Bau der Wohnanlage an diesem Ort.

Der Ort ist sicherlich ein besonderer. Stadtmauer, Bergfried und Kirche St. Nikolaus bilden hier ein historisches Ensemble, mit dem auch die Gemeinde gerne wirbt. Der Blick auf diese historische Stadtansicht würde nach dem Bau der Seniorenresidenz ein anderer sein.

Die Initiatoren der Unterschriftenaktion verweisen auf den gerade erfolgten Ratsbeschluss, der Bewegung Cittaslow beizutreten, die wohl eher eine andere, nämlich „langsamere“ Art der Stadtentwicklung anstrebt. Und die Initiatoren verweisen auf ein informelles Gespräch der Gangelter Ratsgruppe, der Gemeindeverwaltung und des Investors. In diesem Gespräch habe der Investor seine Pläne für ein Senioren-Wohn-Quartier mit einem Investitionsvolumen von zehn Millionen Euro und 60 bis 70 Wohneinheiten in zweigeschossiger Bauweise dargelegt.

Während Freie Wähler und Unabhängige Bürger sich gegen das Bauvorhaben ausgesprochen hätten, hätte sich die CDU-Mehrheitsfraktion zustimmend geäußert, allerdings unter dem Vorbehalt, dass die Bürger nicht dagegen sind. Roger Schröder: „Mit unserer Unterschriftenaktion wollen wir nun herausfinden, was der Bürger über dieses Bauvorhaben, das den Ort Gangelt verändern wird, denkt.“

Birgit Simon unterstützt als Anliegerin der Stadtmauer die Unterschriftenaktion. Gemeinsam mit ihrem Mann restauriert sie seit elf Jahren eines der ältesten Gangelter Häuser aus dem Jahre 1608. Simon: „Das ist ein Schlag ins Gesicht. Gangelt lebt doch von seinen historischen Sehenswürdigkeiten. Das ist ein nicht wieder gut zu machender, unumkehrbarer Missgriff. Gangelt wird ein Stück seiner ortstypischen Ansicht für immer verlieren!“

Die Bauherrengemeinschaft Christian und Matthias Conzen aus Gangelt plant in Zusammenarbeit mit dem Hückelhovener Architekturbüro Wolfgang Emondts auf 21.500 Quadratmetern auf einem Wiesen- und Ackergrundstück die „Seniorenresidenz an der Burg Gangelt“. Um Ackerland in Bauland umzuwandeln und den erforderlichen Verfahren Genüge zu tun, bedarf es unter anderem der Zustimmung des Rates der Gemeinde Gangelt. Der Gemeinderat tagt das nächste Mal am 23. Mai, der zuständige Fachausschuss etwa eine Woche früher. Ob der Investor bis dahin die erforderlichen Unterlagen bei der Gemeindeverwaltung einreichen wird, bleibt abzuwarten.

Architekt Wolfgang Emondts rechnete bei der Vorstellung des Projektes vor drei Wochen (nach dem Gespräch mit der Ratsgruppe) mit einem Baubeginn im Frühjahr 2018.

Karl-Heinz Milthaler, Fraktionsvorsitzender der CDU, ist, wie er scherzhaft meint, der „letzte Dino“ im Rat der Gemeinde Gangelt und kann sich noch gut an das Jahr 1992 erinnern, als an besagtem Ort schon einmal ein ähnliches Bauvorhaben im Rat abgelehnt worden ist. Milthaler: „Ich bin sehr interessiert an der Meinung der Gangelter.“ Unter gewissen Voraussetzungen könnte er sich eine Umsetzung diesmal vorstellen, vielleicht in einem etwas kleineren Rahmen und etwas abseits der Straße, so dass ein Blick auf die Stadtmauer bleibt. Er rechnet mit einer Einbringung in den Bauausschuss im Mai.

Die Unterschriftenaktion wird bis dahin sicherlich für Gesprächstoff sorgen.

AN vom 31.03.2017

CDU Gangelt

Fleiß, Innovation, Ausdauer, Ehrlichkeit

Vorstand

Nicht nur das Wieder-Wahlergebnis für den CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Dr. Heiner Breickmann stimmte ihn bei der jüngsten Mitgliederversammlung am Donnerstagabend zuversichtlich. Im Restaurant „Haus Hamacher“ am Infocenter in Gangelt freute sich Breickmann über nur eine Gegenstimme und eine Enthaltung bei seiner erneuten Wahl zum Vorsitzenden.

Zugleich strahlte er über die 173 Mitglieder, mit steigender Tendenz. „Ich möchte nicht behaupten, dass die Gangelter CDU alleine verantwortlich ist für den guten Gesamtzustand der Gemeinde, aber wir haben aktiv mitgestaltet, und das können wir uns getrost zugutehalten“, betonte er.

Ein ausdrückliches Lob ging dabei auch an die Verwaltung um Bürgermeister Bernhard Tholen, der persönlich erschienen war, um die gute Lage Gangelts darzulegen. Die Arbeit im Gemeindeverbandsvorstand empfand Dr. Breickmann als vertrauensvoll, kameradschaftlich und freundlich. „Wir waren nicht immer einer Meinung, konnten uns aber immer im intensiven Austausch auf eine Marschrichtung einigen, und darauf kommt es an“, unterstrich der frisch wiedergewählte Vorsitzende.

Dennoch sei „nicht alles eitel Freude und Sonnenschein“ in den beiden letzten Jahren. So habe sich der Gemeindeverband bei der Suche nach einem Ortsvorsteher für die Drei-Dörfer-Gemeinschaft Stahe, Niederbusch, Hohenbusch ungeschickt verhalten. Dieses Thema schien unter den Anwesenden abgehakt zu sein, denn der Redebedarf dazu war sehr gering. In Wahlkampfzeiten gab es eher Diskussionsbedarf über bundes- und landespolitische Themen. Dabei kam insbesondere SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz nicht gut weg. „Hier spielen keine Sachargumente mehr eine Rolle“, stellte Dr. Breickmann fest. Und der Kreisvorsitzende, MdL Bernd Krückel, legte mit Blick zur SPD noch nach: „Die haben nichts vorzuweisen, singen aber Lobeshymnen“.

Leise Kritik gab es auch an Bundeskanzlerin Angela Merkel in Sachen Flüchtlingspolitik. Sie habe unter dem Etikett „Wir schaffen das“ eine Zuwandererflut ausgelöst, die bislang ihresgleichen suche. Breickmann betonte, dass es ihm nicht darum gehe, die unbedingt gebotene Hilfsbereitschaft gegenüber Asylsuchenden zu kritisieren, sondern vielmehr darum, dass sich die CDU im Bund angreifbar gemacht habe: „Jeder weiß, dass ich ein Fan von Angela Merkel bin, aber ihr Ausspruch verursacht uns vor Ort einige Argumentationsprobleme“.

Da nütze die von den Bürgern bestätigte gute Arbeit vor Ort wenig, wenn aus Protest dann die AfD gewählt werde. Das Vertrauen der Bürger in die Politik müsse zurückkehren, den Menschen müsse gesagt werden, „dass wir hier in Gangelt dafür gesorgt haben, dass Gangelt zu einer prosperierenden Gemeinde geworden ist“. Darum müssten alle Mitglieder der CDU deutlich machen, wofür die Partei stehe: für eine ausgeglichene Kombination aus Fleiß, Innovation, Ausdauer und Ehrlichkeit in Wort und Tat, fand Breickmann.

 

CDU GANGELT: DER NEUE VORSTAND IM ÜBERBLICK

Vorsitzender ist Dr. Heiner Breickmann, zu stellvertretende nVorsitzenden wurden Uwe Kröger und Dr. Hermann von den Driesch gewählt.

Schriftführerin ist Dagmar Ohlenforst, Schatzmeister Holger Kehmer, Beisitzer sind Wolfgang Erkens, Günther Dammers, Ludwig Kaprot, Sebastian Mühlenberg, Stefan Palloks, Anton Rulands und Heinz Schmitz. Vertreterin der Frauenunion ist Vera Dammers, Vertreter der Jungen Union Sascha Ohlenforst, und Vertreter der Seniorenunion: Franz Molls.

Delegierte zum CDU-Kreisparteitag sind Dr. Heiner Breickmann, Erwin Dahlmanns, Vera Dammers, Uwe Kröger, Sebastian Mühlenberg, Martin Offergeld und Dagmar Ohlenforst, Ersatzdelegierte: Paul Freches, Ludwig Kaprot, Holger Kehmer, Hans Ohlenforst, Stefan Palloks, Anton Rulands, Marko Schlich.

AN vom 29.03.2017

Netzwerk Cittaslow

Gangelt bewirbt sich um die Schnecke

Die Gemeinde Gangelt wird sich um die Schnecke bewerben. Der Gemeinderat stimmte mit klarer Mehrheit (21 Ja-, drei Nein-Stimmen, fünf Enthaltungen) dafür, sich um eine Mitgliedschaft im Netzwerk Cittaslow zu bewerben.

Wie berichtet hatte sich der Haupt- und Finanzausschuss bereits dieses Themas angenommen. Die Stärkung des Ortskerns sei den Grünen wichtig, erklärte Ingrid Heim für die grün-liberale Fraktion. Und wenn dieses Ziel durch den Beitritt zu Cittaslow in den „Fokus der Verwaltung“ gerate, stimme ihre Fraktion für eine Mitgliedschaft. Ingrid Heim äußerte aber Bedenken, ob die Gemeinde Gangelt die Kriterien erfüllt, die an eine Mitgliedschaft bei Cittaslow geknüpft sind.

Ratsmitglied Gerd Schütz (CDU) hatte im Internet schon einmal im Fragenkatalog geblättert. Diesen Katalog hat der Antragsteller bei seiner Bewerbung um eine Mitgliedschaft selber auszufüllen. Schütz war zu der Erkenntnis gelangt, dass die tatsächlich verbindlich zu beantwortenden Fragen für Gangelt gut zu beantworten seien.

Im Cittaslow-Manifest heißt es: „Wir sind auf der Suche nach Städten, in denen Menschen leben, die neugierig auf die wiedergefundene Zeit sind, die reich sind an Plätzen, Theatern, Geschäften, Cafés, Restaurants, Orten voller Geist, ursprünglichen Landschaften, faszinierender Handwerkskunst, wo der Mensch noch das Langsame anerkennt, den wohltuenden Rhythmus der Jahreszeiten, die Echtheit der Produkte und die Spontanität der Bräuche genießt, den Geschmack und die Gesundheit achtet...“

Als Symbol der Langsamkeit hat sich Cittaslow die Schnecke auserkoren, die jedem Mitglied der „Internationalen Vereinigung der lebenswerten Städte“ auch zu Werbezwecken verliehen wird. Ingrid Heim hatte noch darauf hingewiesen, dass sie davon ausgehe, dass der Gemeinde Gangelt durch den Beitritt keine Kosten entstehen würden.

Die Mitgliedsbeiträge, so ihre Hoffnung, sollten ja über den Zweckverband „Der Selfkant“ beglichen werden. Bürgermeister Bernhard Tholen sprach sich ebenfalls für eine Mitgliedschaft bei Cittaslow aus: „Wir wollen damit etwas Emotionales auf den Weg bringen.“

Stärkung des Ortskerns

Auf die Stärkung des Ortskerns zielt auch das Sanierungsgebiet „Ortslage Gangelt“ ab. Im Gemeinderat wurde bei einer Gegenstimme die Erweiterung des Sanierungsgebietes um den Bereich „Hauptschule“ beschlossen. Die Neufassung der entsprechenden Satzung fußt auf einem vor gut 15 Jahren gefassten Satzungsbeschluss. Die nun beschlossene Erweiterung der Fläche ging Ratsmitglied Hans-Günter Heinen aber nicht weit genug.

„Ich hätte lieber eine Schicksalsgemeinschaft“, meinte er in Bezug auf einige Häuser, die nicht im Sanierungsgebiet lägen. Bürgermeister Tholen sah kein Problem, bei Bedarf die Fläche zu erweitern. Für die aktuelle Fläche sei allerdings das Beteiligungsverfahren abgeschlossen. Das Trojanische Pferd, das Heinen auf den Bürger in Bezug auf etwaige Erschließungsbeiträge zukommen sah, entdeckten die übrigen Ratsmitglieder nicht.

Auch die Freien Wähler zeigten sich gespalten und stimmten nur mit 50 Prozent ihrer zwei Stimmen gegen die neue Festlegung des Sanierungsgebietes.

Die ehemalige Gangelter Hauptschule (heute Gesamtschule), die nun in das Sanierungsgebiet aufgenommen ist, wird im Rahmen städtebaulicher Erneuerungsmaßnahmen bereits 2017 saniert werden und erhält zur Sicherstellung der Barrierefreiheit einen Aufzug. Diese Sanierung ist Teil des vom Rat der Gemeinde Gangelt beschlossenen Gesamtkonzeptes „Interkommunales Entwicklungskonzept Westzipfelregion“.

Die erste Phase dieses Landesprogramms zur Städtebauförderung kostet zehn Millionen Euro, die in den Schulkomplex und die Sporthallen investiert werden. Zudem werden Interkommunale Maßnahmen umgesetzt, die den Kommunen Selfkant, Heinsberg, Waldfeucht und Gangelt zugute kommen werden. Unter anderem ist eine Interkommunale Bauberatung vorgesehen, die auch ein Leerstandsmanagement beinhaltet.

AN vpm 30.03.2017

Heinrich Aretz: Ich bin stets bereit für Gangelt

Milthaler

„Die folgende Ehrung ist so außergewöhnlich, dass sie mir wahrscheinlich nicht mehr unterkommen wird“, sagte CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Dr. Heiner Breickmann am Donnerstagabend.

Bei der Mitgliederversammlung im Restaurant „Haus Hamacher“ stand nämlich die Ehrung für die nun schon 60-jährige Mitgliedschaft für das CDU-Urgestein und den Ehrenbürger der Gemeinde Gangelt, Heinrich „Hein“ Aretz an. Für den 84-Jährigen, der beispielsweise 1961 den Ortsverband der Jungen Union in Birgden gründete, gab es aber nicht nur Applaus und Lob für sein unermüdliches Wirken.

Er durfte natürlich auch selbst ein paar Worte an die gut 50 Anwesenden der Versammlung richten. Dabei dankte er ausdrücklich seiner Frau Anna und betonte: „Ich bin immer noch stets bereit für die Gemeinde Gangelt“.

Da blieb den weiteren Geehrten Anne Tebrügge für 25 Jahre in der CDU sowie für 40 Jahre Mitgliedschaft Erwin Dahlmanns, Karl-Heinz Milthaler und in Abwesenheit auch Hans-Peter Wilms nur der anerkennende Applaus. Im Beisein des CDU-Kreisvorsitzenden, MdL Bernd Krückel, und Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen empfingen die Ausgezeichneten ihre Ehrungen.

AN vom 30.03.2017

Schnecke als Symbol der Langsamkeit

Cittaslow: KOnzept, Stzung und Ziele

Cittaslow ist eine Bewegung, in der sich Städte zu einer „Internationalen Vereinigung der lebenswerten Städte“ zusammengefunden haben. Aktuell gehören 15 Städte in Deutschland der Vereinigung an. Gangelt möchte Nummer 16 werden.

Der Vereinssitz ist Hersbruck. Die Mitgliedschaft in der nationalen Städtevereinigung schließt die Mitgliedschaft in der internationalen Städtevereinigung mit ein.

Laut Vereinssatzung hat sich Cittaslow die Entwicklung und die Steigerung der Lebensqualität als Ziel gesetzt. Besonderes Augenmerk wird gelegt auf: nachhaltige Stadtentwicklung, Erhalt von regionaltypischen Stadtbildern und Kulturlandschaften, Verbesserung der Umweltqualität, Förderung und Erhalt regionaler Wirtschaftskreisläufe, Förderung regionaler Besonderheiten und Produkte, Förderung von Regionalbewusstsein, Gastfreundschaft und internationaler Austauschs, kulturelle Traditions- und Brauchtumspflege, Schaffung eines Bewusstseins für Geschmack und Qualität der Ernährung und Förderung traditioneller Esskultur.

Das Konzept zielt darauf ab, dass wir in einer Zeit leben, in der ein Großteil des Wissens per Mausklicken erreichbar ist. Gleichzeitig strebt die Wirtschaft danach, zu globalisieren, zu fusionieren und Kulturen, Gesellschaften sowie Machtstreben zu nivellieren.

Die von Carlo Petrini initierte Slow Food-Bewegung und das Bauernnetzwerk Terra Madre zeigen, wie es trotzdem möglich ist, kleinere Städte und Gemeinden hervorzuheben. Sie nutzen das Internet positiv, um Erfahrungen, Kulturen sowie innovative Ideen und Projekte auszutauschen.

Auf diesem fruchtbaren Boden entstand Cittaslow, ein internationales Netzwerk, das an Slowfood anknüpft und im Oktober 1999 in Orvieto, Italien, gegründet wurde. Mit einem Netzwerk, das sich über 25 Länder erstreckt, ist Cittaslow heute das internationale Markenzeichen für Städte und Gemeinden, die sich um eine höchstmögliche Lebensqualität für ihre Bürger, Unternehmer und Gäste bemühen.

Jede Stadt, die beitreten möchte, muss zunächst einen umfangreichen Katalog unterschiedlichster Kriterien erfüllen, deren Einhaltung von einer Kommission überprüft wird. Nach vier Jahren erfolgt eine Rezertifizierung. Gemeinsame Veranstaltungen sowie der Austausch von Erfahrungen stehen bei Cittaslow Deutschland im Vordergrund.

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