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AN vom 30.04.2020

Ein Mast für zwei Betreiber? 
Antennenträger sollen in Birgden und Breberen aufgestellt werden

Gangelt Ein bisschen Schmunzeln war sicherlich erlaubt, als ausgerechnet Rainer Mansel, SPD-Mann aus Stahe, im Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Gangelt nachfragte, wie es denn die Gangelter Ratsgruppe (CDU) mit der geplanten Errichtung eines Antennenträgers in Birgden halte. Mansel meinte, was dort in Birgden gebaut werden solle, sei ja eine „echte Trumm“. Das ganze Ortsbild werde durch diesen Mobilfunkmast geprägt werden.
Auf einem Privatgrundstück neben einem als Trainingsplatz genutzten Sportplatz nördlich der Bahnhofstraße in Birgden möchte die Deutsche Funkturm diesen Antennenmast errichten, der mit stattlichen 41,3 Metern durchaus Kirchturmhöhe erreichen würde. Betreiber der Anlage würde die Deutsche Telekom werden. Baubehörde ist die Kreisverwaltung Heinsberg. Im Baugenehmigungsverfahren ist die Gemeinde Gangelt aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben. Der Stahlgittermast trägt eine Outdoorsystemtechnik, misst unten 5 mal 5 Meter und benötigt eine Aufstellfläche von 10 mal 10 Metern.
Im Ausschuss sagte die Birgdener Ratsgruppe auf die Nachfrage von Rainer Mansel erstmal nichts zum Thema. Man habe sich noch nicht mit diesem Vorhaben befasst, lautete die Begründung für die Wortkargheit. Um der Birgdener Ratsgruppe Zeit zu geben, sich eine Meinung zu bilden, wurde die Stellungnahme der Gemeinde zum Bau der „Trumm“ in die nächste Bauausschusssitzung vertagt. Man könne nicht sagen: Da will ich es nicht haben, und da will ich es nicht haben – und trotzdem überall mobil telefonieren wollen, meinte Günther Dammers bei einem weiteren Tagesordnungspunkt der Bauausschusssitzung, der sich ebenfalls mit Mobilfunkmasten, diesmal in der Maternusstraße in Breberen, befasste.
Dammers verwies allerdings auf die anstehende Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Dort ginge es um die Errichtung eines zweiten Mastes – nur 300 Meter entfernt von dem nun im Bauausschuss zur Diskussion stehenden. Die Zielrichtung müsste sein, so Dammers, dass die Gemeinde die beiden Betreiber, die bislang zwei Masten errichten wollen, dazu bewegt, ihre Anlagen gemeinsam an einem Mast anzubringen.
Willibert Mevißen, zuständiger Fachbereichsleiter der Gemeindeverwaltung, hatte in Absprache mit Günther Dammers einen Beschlussvorschlag in diese Zielrichtung formuliert, der schließlich dem Wunsch, eine gute Anbindung an das Mobilfunknetz über nur einen Mast zu erhalten, gerecht wurde. Unstrittig war die Erweiterung von Mobilfunksendeanlagen in der Gemeinde um sogenannte LTE-Anlagen. Diese Sendeanlagen, LTE steht für „Long Term Evolution“ (langfristige Entwicklung), dienen der vierten Handynetz-Generation. Am Hof Grünental in Gangelt, an der Bundesstraße in Stahe und An der Villa in Breberen soll aufgerüstet werden.

 

Damit es raucht, muss selbst gedreht werden

Ersatzteile für Dampfloks sind schwer zu kriegen. Darum setzt die Selfkantbahn auf Eigenproduktion – und braucht dafür Geld.

Gangelt-Schierwaldenrath Die Gemeinde Gangelt steht voll hinter ihrer Eisenbahn. Dies wurde beim Ortstermin des Ausschusses für Sport- und Vereinsangelegenheiten der Gemeinde Gangelt am Bahnhof Schierwaldenrath deutlich.

Die Ausschussmitglieder besichtigten zunächst die Fahrzeughalle des Kleinbahnmuseums Selfkantbahn. Ehrenamtliche Helfer des Fördervereins Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr schrauben dort an historischen Lokomotiven und den entsprechenden Eisenbahnwaggons. Ziel ist es, den historischen Schienenverkehr authentisch darzustellen. Und das funktioniert nun mal nur, wenn man an den alten Schätzen werkelt, bis sie wieder flott sind. Geht an einer Lok eine Schraube kaputt, läuft man vergeblich zum nächsten Baumarkt. Stattdessen muss das Ersatzteil selbst in der Werkstatt gedreht werden.

Wie viel Arbeit hinter den beliebten Dampflokomotivenfahrten steckt, war den Ausschussmitgliedern aber sicherlich auch schon vor ihrem Besuch bewusst. Denn jährlich unterstützt die Gemeinde Gangelt die Arbeit des Fördervereins Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr mit 10.000 Euro. Da derzeit aber die schon zehn Jahre laufende Restaurierung der Lok 5 „Regenwalde“, Baujahr 1930, vorangetrieben wird und für die in den kommenden ein bis zwei Jahren anstehenden Arbeiten noch erhöhter Finanzbedarf besteht, gewährte der Ausschuss für Sport- und Vereinsangelegenheiten der Interessengemeinschaft zusätzlich einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 20.000 Euro.

Auch bei der Suche nach weiteren Sponsoren wird die Gemeinde dem Förderverein behilflich sein. Bernd Fasel, Vorsitzender der Interessengemeinschaft, der die Ausschussmitglieder über das Betriebsgelände führte, dankte der Gemeinde für die „riesengroße Hilfe“, die dazu beitragen wird, die Lok bald in Betrieb zu stellen.

„Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn Ehrenamtler, die in ihrer Freizeit an den Loks arbeiten, schlechte Laune bekommen, weil das Geld fehlt, um weitermachen zu können.“

Bernhard Tholen, Bürgermeister der Gemeinde Gangelt

Die beiden anderen Dampfloks der Selfkantbahn laufen ebenfalls nicht allein mit Kohle und Wasser. Bei der Lok 20 wurde der Kessel bereits ausgetauscht. Sie wird innerhalb der nächsten Monate wieder in Betrieb gehen können. Bei der derzeit aktiven Lok 101 läuft im November die sogenannte Kesselfrist aus. Dann muss die Lok zum TÜV, dann wird voraussichtlich auch bei ihr ein Kesseltausch anstehen.

Bernd Fasel und seine Mitstreiter freuen sich darüber, dass die Hilferufe der Selfkantbahn nicht ungehört verhallen. Fasel: „Wir haben schon viel Unterstützung bekommen, einige 10.000 Euro sind eingegangen. Wir sind guter Dinge.“

Welche Summen die Selfkantbahn zu stemmen hat, belegt alleine der Kostenvoranschlag für den Ende des Jahres anstehenden Kesseltausch der Lok 101, der sich auf 80.000 Euro beläuft.

Unvergessliches Erlebnis

Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen überzeugte sich ebenfalls von dem Arbeitspensum, das hinter den Kulissen des Dampfzugbetriebs geleistet wird. „Es gibt nichts Schlimmeres“, sagt er, „als wenn Ehrenamtler, die in ihrer Freizeit an den Loks arbeiten, schlechte Laune bekommen, weil das Geld fehlt, um weitermachen zu können. Ohne Dampfloks wäre der Eisenbahnbetrieb doch nur halb so schön. So eine Fahrt vergisst man nicht.“

Gangelter Bauausschuss genehmigt Amselschule in Wohnhaus

Aus planungsrechtlicher Sicht gibt es keine Einwände dagegen, die Schule in einem Einfamilienhaus einzurichten. Aus der Politik gibt es auch Kritik.

Gangelt-Birgden Ein „Herzlich Willkommen“ klingt sicherlich anders. Doch unter den gegebenen Umständen muss man es dennoch als Erfolg verbuchen. Zumindest aus Sicht der Elterninitiative, die die Freie Aktive Grundschule „Amsel“ in Gangelt ins Leben gerufen hat. Der Bauausschuss der Gemeinde hat nun mit fünf Ja-, zwei Nein-Stimmen und sechs Enthaltungen das gemeindliche Einvernehmen zu einem Antrag auf Nutzungsänderung eines Wohnhauses in eine Grundschule erteilte.

Wie berichtet, soll die Amselschule zum Schuljahr 2020/21 in Birgden an der Geilenkirchener Straße in einem bislang als Einfamilienhaus genutzten Gebäude starten. Die Nutzungsänderung von Wohn- in Schulgebäude hatte der Verein Amselschule beim Kreis Heinsberg beantragt, da die Gemeinde Gangelt kein eigenes Bauamt besitzt.

Der Kreis hatte im Verlauf des Genehmigungsverfahrens die Gemeinde nun zu einer Stellungnahme nach Paragraph 36 Baugesetzbuch aufgefordert. Bürgermeister Bernhard Tholen hatte gleich zu Beginn der Sitzung, die von einigen Bürgern, darunter zukünftige Nachbarn der Schule und Vertretern des Vereins Amselschule, besucht wurde, klargestellt, dass es aus planungsrechtlicher Sicht keine Gründe gebe, das gemeindliche Einvernehmen nicht zu erteilen. Eine Schule sei in einem Mischgebiet wie dem in Birgden zulässig. Er habe den Punkt dennoch auf die Tagesordnung gesetzt, da das Thema Amselschule bereits vor einem Jahr im Schulausschuss politisch behandelt worden sei.

 

Karl-Heinz Milthaler, Fraktionsvorsitzender der CDU, teilte die Einschätzung des Bürgermeisters. Die Erteilung des Einvernehmens sei „lediglich ein formaljuristischer Akt.“ Aus den Paragraphen 31, 33, 34 und 35 des Baugesetzbuches würden sich keine Gründe ergeben, die das Versagen des Einvernehmens rechtfertigen würden. Deshalb „müsse“ die CDU-Fraktion „mehrheitlich“ zustimmen. Dennoch habe die CDU, so Milthaler, Zweifel daran, dass ein Schulbetrieb in einem Einfamilienhaus zielführend sei.

Seine Fraktion sehe die Einrichtung der Amselschule in der Gemeinde als nicht erforderlich an, da die bereits bestehenden Schulen Unterricht auf bestmöglichem Niveau bieten würden. Rainer Mansel, Fraktionsvorsitzender der SPD, brachte einen sozialdemokratischen Aspekt ein. Er sah den sozialen Frieden in der Gemeinde gestört, da in der Amselschule ein Lehrer für nur acht Schüler aus Steuergeldern bezahlt würde. Markus Salden vom Kernteam der Amselschule hofft zukünftig auf ein gutes Miteinander mit der Gemeinde und verweist darauf, dass die Amselschule eine Vielfalt in die bis dato homogene Schullandschaft bringe. Man werde auch, nachdem man schon in den einvernehmlichen Dialog mit den unmittelbaren Nachbarn an der Geilenkirchener Straße eingetreten sei, den Kontakt zu den entfernteren Nachbarn suchen, die nach der Bauausschusssitzung ihren Unmut über die Schulansiedlung geäußert hatten. (defi)

 

AN vom 06.02.2020

Verkehrsberuhigung bleibt

Bau- und Umweltausschuss berät über Verkehr in Hastenrath und Bauland in Birgden. Gaststätte in der Mitte des Ortes wieder zu einem Treffpunkt machen. Planung prüfen.

Gangelt In Hastenrath soll eigentlich alles so bleiben, wie es ist, während Birgden wächst und wächst – diesmal um rund 200 Wohneinheiten.

Noch keine Unfälle

Die UB-Fraktion hatte nun beantragt, die Verkehrsberuhigung am Hastenrather Hof im Kreuzungsbereich Endenerstraße und Hoferstraße zurückzubauen. Mit beiden Themen beschäftigte sich jetzt der Bau- und Umweltausschuss.

 

Die Gaststätte, die im Moment leer steht, nutzte den inneren, verkehrsberuhigten Bereich für Außengastronomie. Es sei zwar dort noch nicht zu Verkehrsunfällen gekommen, liest man im UB-Antrag; mit „einigen“ Hastenrather Bürgern im Rücken sehe man hier aber eine Gefahr für den Durchgangsverkehr. Während Hans Günter Heinen (UB) von einer eigenen gefährlichen Situation mit Begegnungsverkehr dort berichtete und am Ende als einziger für den Antrag stimmte, waren sich die anderen Fraktionen einig, dass der Rückbau unnötig sei.

Ralf Kaprot (CDU), Hastenraths Ortsvorsteher, sah überhaupt keine Mehrheit für ein solches Ansinnen im Dorf. „Wir haben die Gaststätte noch nicht aufgegeben“, drückte er seine Hoffnung aus, das Haus in der Mitte des Ortes gegenüber von St. Josef wieder mit Leben zu füllen und zu einem Treffpunkt zu machen.

200 neue Wohneinheiten

Der Bedarf an Bauland in Birgden ist kaum zu decken. Nahtlos soll sich das Baugebiet „Zum Gelindchen III“ östlich an die nahezu „ausverkauften“ Baugebiete anschließen. Rund 200 Wohneinheiten sind geplant und die Ausschussmitglieder fassten hierzu den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan mit der Nummer 81. Hermann-Josef Peters (CDU Birgden) zeigte sich grundsätzlich erfreut und einverstanden mit dem Vorhaben. Er kündigte aber an, dass sich die Birgdener Ratsgruppe noch mit der Straßenführung und den Strukturen der Planung beschäftigen möchte. Das Ergebnis soll in der nächsten Sitzung vorgestellt werden.

AN vom 13.12.20

 Weihnachtliches Loblied auf Bürgermeister und Kämmerer

Adventliche Harmonie im Gangelter Rat. Nur ein Päckchen fehlt unterm Tannenbaum: Der hauptamtliche Gerätewart für die Freiwillige Feuerwehr.

Gangelt Festtagsstimmung herrschte bei der vergangenen Sitzung des Rates der Gemeinde Gangelt. Die Haushaltssatzung 2020 lag eingepackt unter dem Baum. Alle Fraktionen stimmten ein in das Loblied auf die Gemeindefinanzen und erteilten dem dank eines sicheren Polsters in der Gemeindekasse auch im kommenden Jahr ausgeglichen Haushalt ihre Absolution. Selbst Rainer Mansel, Fraktionschef der SPD, wünschte sich, dass die Gemeinde bei der Kommunalwahl 2020 wieder einen so guten Bürgermeister bekommen würde, wie sie ihn mit Bernhard Tholen über so viele Jahre gehabt habe. Ebenfalls hoch gelobt wurde Kämmerer Gerd Dahlmanns für seine Arbeit zum Wohl der Gemeinde und ihrer Kasse.

Schwarz, rot, grün

 

Auch wenn Bürgermeister Bernhard Tholen das schwarze Parteibuch in der Tasche trägt und von der SPD im letzten Amtsjahr Lob erfährt, „outete“ er sich in seiner jüngsten Haushaltssitzung als „Grüner“. Das darf man sicherlich so salopp schreiben, denn eine Grünen-Fraktion, zu der man ihm nun eine Nähe unterstellen könnte, gibt es ja in Gangelt nicht mehr. Das Thema Klimaschutz werde den Rat sicherlich auch im kommenden Jahr beschäftigen, meinte Tholen gut aufgelegt, nachdem Ingrid Heim für die FDP noch einmal bedauert hatte, dass ihr Vorschlag, einen „Grünen Tisch“ für Umwelt- und Klimafragen fraktionsübergreifend einzurichten, in 2019 keine Mehrheit gefunden hatte. Tholen hatte damals für den Antrag gestimmt, und winkte nun noch einmal mit seinem Weihnachtspräsent an die Ratsmitglieder in Richtung Klima. Tholen: „Ich habe für Sie hier eingepackt…, ach nein, ist ja gar nicht eingepackt, wäre ja schlecht für die Umwelt…“ Also lag das Buch „Wenn nicht jetzt, wann dann“ von Harald Lesch unverpackt auf den Tischen, das dem Klimaschutz gewidmet ist. Bei so viel Harmonie hätte man eigentlich auch der Freiwilligen Feuerwehr ihren hauptamtlichen Gerätewart gegönnt. Hübsch eingepackt in eine blaue Uniform hätte sich dieser bestimmt gut gemacht unter dem großen Weihnachtsbaum vor dem Rathaus. Doch wie schon im Haupt- und Finanzausschuss gab es lediglich zwei Stimmen für die Einführung einer hauptamtlichen Kraft, die die Ehrenamtler, die werktags einem Broterwerb nachgehen, bei Aufgaben entlastet, die über die zunehmende Zahl der Einsätze hinausgehen.

Lediglich die beiden Antragsteller Gerd Schütz (CDU) und Feuerwehrmann Oliver Thelen (CDU) stimmten für diese Position, die übrigen Ratsmitglieder für den Verwaltungsvorschlag, erst einmal ein Jahr lang den Bauhof vermehrt mit der Gerätewartung zu betrauen.

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